Pfade

Ich laufe auf eingetreten Pfaden, geblendet vom grellen Gegenlicht und irgendwann erwischt mich der Bösewicht.

Ich bin an dem Punkt angekommen wo ich mir ernsthaft die Frage stellen muss, ob in Berlin ein Platz für mich frei ist.

Menschlich, auf alle Fälle. Es sind viele Momente, an die ich gar nicht alle erinnern kann. Man stelle sich nur vor, ich sitze in einem Raum mit 20 Personen, 5 sind enge Freunde von mir, 5 kenne ich gut, ein paar flüchtig, ein paar gar nicht und 3 lerne ich an dem Abend kennen, sodass wir uns später im Facebook verlinken werden. Oder wie wäre es mit den zahlreichen Ausflügen in die Berliner Nacht & Clublandschaft. Es ist schon längst kein Problem mehr für mich, denn ich habe gelernt, dass es erst um 2 losgeht und NIE aufhört.

Das größere Problem ist es nun eine passende Arbeit für mich zu finden. Ich bin qualifiziert und spezialisiert und kann nicht erwarten, dass ausgerechnet hier gerade ein Platz für mich frei ist. Vielleicht ist er es woanders wo, dann muss ich gehen.

Herz zerreißend

Ich schreibe diesen Eintrag, weil ich weiß, dass sein Inhalt irgendwann einmal wichtig werden wird.
Ich möchte jemandem zum Geburtstag gratulieren. Er gehört nicht zu meiner Familie, nicht zu meinem Verwandtenkreis und auch nicht zu meinen Freunden. Ich kenne Ihn nur virtuell und trotzdem ist er ein wichtiger Teil in meinem Leben momentan.
Was ist das zwischen uns?
Alles begann im November. Ein Blick, ein Bild und in diesem Moment ist irgendwas passiert. Bis heute weiß ich nicht genau was mich an deinem Gesicht fasziniert, aber irgendetwas hast du, etwas das ich mir nicht erklären kann, kurzum etwas Besonderes.
Wir schrieben, ein paar Worte und ich spürte von Anfang an eine Verbundenheit. Du auf der Schüchternen Seite, ich kommunikativer, aber es passte genau so.
Wir überwanden ein erstes Tabu und telefonierten im Januar. Du magst das nicht, sagtest du am Anfang und trotzdem sprachen wir fast 90 min lang, mitten in der Nacht um 12. Deine weiche Stimme, etwas schüchtern trotzdem direkt mit der gewissen Portion Humor und Aussagen die genau zu dir passten.
Wir wollten das größte Tabu überwinden und uns treffen. Doch du sagtest mir ab und ich weinte einen Nachmittag lang. Ich verzieh dir, weil du weiter kommuniziertest. Die Texte wurden länger die Aussagen direkter, es spitze sich auf eine Brief zu, eine Zeile zitierte ich bereits in einem Eintrag, weil ich sie faszinierend fand. Ich kenne deine größte Angst und auch noch mehr von dir.
Wir wollten es erneut probieren mit einem Treffen doch du sagtest mir wieder ab, auf eine Art und Weise wie ich es noch nie erlebt habe. Ich war wütend, sauer und traurig. Wir stritten und wollten nichts mehr von einander hören.
Doch was passierte dann? Du warst jeden Tag auf meinem Profil und verfolgtest mich wie ein Schatten. Plötzlich kam wieder eine Anfrage von dir und ich gab dir erneut eine Chance. Ich war klar und direkt und sagte nicht viel. Du warst ähnlich in deiner Kommunikation.
Du wolltest einen Text schreiben für mich, einen langen. Du meintest er sei fertig ,du müsstest ihn nur noch absenden. Das war das letzte was ich von dir gehört habe.
Ich weiß nicht warum, aber irgendwo her wusste ich, dass heute dein Geburtstag ist. Jeden Tag schaute ich und heute war es soweit und der Zähler sprang um. Also beschloss ich dir eine SMS zu schreiben, sogar einmal dich anzurufen, aber du hast nicht reagiert, wie so oft.
Ich weiß nicht was du heute gemacht hast. Ich weiß nicht ob du einen schönen Tag hattest, mit deiner Familie oder Freunden gefeiert hast. Ich weiß so wenig über dich.
Das einzige was ich weiß ist, dass du heute an mich gedacht hast und ich an dich.
Deswegen wünsche ich dir von ganzem Herzen
Alles Gute zum Geburtstag.

Kreisel im Kopf

Es mag emotional klingen, aber diese Satz wird die Welt verändern, glaube ich zu mindestens.

„Da gehen sie, die Hipster“
Es ist nachts, schon Freitag und irgendwas um halb 4. Schon etwas eigenartig um diese Zeit unterwegs zu sein, traut sich das der brave Junge. Immerdoch.
An mir ist nichts mehr Fake. Socken, Schuhe, Hosen, Unterhosen, T-Shirt, Frisur und Indie-Nerd Brille, alles dabei, nur meinen Jutebeutel habe ich vergessen. Da würden dann so coole Sprüche drauf stehen „Girls looking for girls“ , „Du hast Angst vom Hermannplatz“ oder „Fuck art let´s dance“

Macht alles keinen Sinn, muss es auch nicht. Herlich willkommen. Berlin.

Regen

„Wenn man die Augen zumacht, klingt der Regen wie Applaus.“
Das ist nicht nur der Satz, den NEON Leser vom Leben gelernt haben, sonder zeitgleich auch ein wunderschönes Zitat von Enno Bunger, einem deutschen Singer-Songwriter.

Was spiegelt es genau wieder. Ich habe mir mal wieder einen Moment Zeit genommen um nachzudenken. Ausgerechnet in einem Moment als es stark geregnet hat. Ich war still in diesem Moment und habe das wirken lassen, was in den letzten Tagen passiert ist.

Mein inneres nach außen kehren, Sturm und Aufruhr auch mal einen Ausdruck geben. Nur über Kleidung definiert sich nicht immer, irgendwas fehlte und ein kleiner Anstoß brachte mich auf eine Idee.

Haare tönen, nicht einfach nur blond oder braun, richtig so das es auffällt. Edelmahagoni und 15 min später ein unsicherer Blick in den Spiegel. Am nächsten Tag die Kommentare „Pumuckel“ oder „Kastanie“. Immerhin ich war aufgefallen, anfangs noch unsicher, taue ich damit langsam auf.
Stunden später ist die unsicher gewichen. Ich bin wieder in meiner Lieblingsbar und familiären Atmosphäre, schaue Fußball, flirte ein wenig und bin gespannt.

Später stehe ich auf der Karaokebühne, diesmal fällt alles ein wenig leichter und ich ernte Applaus.

Das hörte ich noch Tage später, obwohl es regnet.

Jetzt ist die schönste Zeit

Nicht unbedingt wegen der Fußball EM. Was 22 Mann auf dem Rasen treiben sollte nicht wichtiger sein als das eigene Leben.

Der Wochenstart noch etwas träger. Ich fühlte mich fast krank und antriebslos. Gut das mit dem Tischtennistraining gleich ein regelmäßiger Termin mich in Schwung brachte.
Einen Tag später der eigene Antrieb. Ich mag es Menschen zu treffen, um zu kommunizieren. Vielleicht war uns beiden von Anfang an klar das es keinen ernsteren Hintergrund hat, aber allein der Austausch zwischen 2 Welten, war interessant genug.

Und plötzlich war sie da diese innere Aufruhr. Eine Fahrradtour, Kontakt mit Freunden, gutes essen, alles steigerte sich, da ist sie, die schöne Zeit von der ich spreche.

Und so steht plötzlich das Wochenende vor der Tür. Eintauchen in die Berliner Clubszene. Springen, tanzen schwitzen und das bis es hell wird.

Samstag ein kleiner Schreck. Wieder mit dem Fahrrad unterwegs, eine glatte Kante und eine Unachtsamkeit und schon liege ich auf der Fahrbahn. Im ersten Moment scheint nicht viel passiert zu sein, aber später in der S Bahn bemerke ich Blut am Hosenbein und sehe das ich das Knie aufgeschlagen habe. Ich falle, ein Moment wo ich merke es fehlt mir jemand an meiner Seite der mich tröstet oder wenn ich nach Hause komme.

Gut das meine Gastfamilie für mich da ist. Ich bekomme Abendessen, ein Flüssigpflaster und bin schneller fit als gedacht. Keine blöden Fragen oder mahnende Worte. Schneller als gedacht und ich habe schon wieder Lust.

Und so zieht es mich auch an diesem Abend zum tanzen. Zur Popkicker Party ins Schwuz. Ich mag diese Party, ich mag diesen Ort und allein die Tatsache das ich diesen Ort allein betrete ist mutig. Ich bin präsent, spiele Tischtennis, beobachte, sehe bekannte Gesichter und werde bestimmt auch beobachtet. Doch es passiert wenig. Einmal treffen sich Augenpaare, doch diese verschwinden bald. Ich versuche es, doch am Ende steht keine Antwort.

Ich wüsste auch nicht sofort wie diese aussehen würde, aber ich glaube anders als am Sonntag allein seinen Eisbecher zu essen.

My friend <3

Meine Wünsche sind nicht bescheiden

Was ist los?
Körperlich und seelisc brauchte ich genau seit gestern Abend eine Auszeit.
Nicht mehr Aufnahmefähig für meine Umwelt, steuerte ich gestern Abend zielsicher ins Bett, nicht um einzuschlafen, sondern um nachzudenken.

Ich habe viel gemacht in einer Woche, bin spontan gewesen, unterwegs gewesen und habe immer wieder Spaß gehabt. Kommunizieren, sich vorstellen, lächeln, Karaoke singen…
Gestern dann zu viel.

Bei einer bestimmten Person fehlen mir die Worte, wir haben ja gemerkt wie verkrampft wir geredet haben. Immerhin persönlich, besser als nichts.

Mir mangelt es an Konstanz. Ich treffe in Ansätzen zwar die richtigen Personen, aber immer nur für eine kumpelhafte Unternehmung und das war es dann auch schon wieder.

Es ist wirklich schwer jemanden zu finden.

Jemanden der mir meine Hand nimmt, um mich zu beruhigen oder um mich in den Club zu führen. Jemand der mir durchs Haar fährt, weil ich beim Frisör war oder der Wind sie zerzaust hat.

Jemanden der nicht danach fragt wann er anrufen soll, sondern einfach anruft.

Im Homoladen

Im Homoladen, gibt´s was neues von MIA. und noch viele andere nette Sachen.

Es begann im Januar. Ein Ausflug zum MIttwoch´s Buffet endet im Freudenrausch. 2 Tage vor Veröffentlichung von „Fallschirm“ halte ich nicht nur Single sondern auch alle Remixe in meinen Händen. Dafür musste ein kleiner Schein den Besitzer wechseln, aber dafür handelt es sich auch um ein lohnenswertes Sammlerstück.

Einige Zeit später. Es ist Bingoabend und die Lottofee lost mir diesmal einen Link zu. Wieder die neue Single „Immer wieder“ mit fast allen Remixen.

Nur 2 Wochen später bin ich fast der Meinung es gäbe nichts neues. Aber auch diesmal werde ich überrascht. Für mich schon bereit gestellt, ein Tacheles Tour Plakat, sowie ein Stapel Flyer.

Nicht nur deswegen sind die Ausflüge lohnenswert. Einfach Freitag, mit der richtigen Stimmung da vorbeischauen, meist wird ein toller Party Abend daraus. Mit etwas Mut, seinen Benutzernamen auf einen Zettel schreiben, oder besser noch persönlich miteinander sprechen, darauf folgt meist ein schöner Samstag, es klappt öfter und öfter.

Morgen der wichtigste Tag dieses Jahr.

Du, du wagst es?

Fragen

Wie ist es zu Hause gewesen?
Schön. Wie Urlaub. Ein Ort wo die Zeit anscheinend nicht vergeht, nichts passiert. Ein Ort wo man in Fragen lebt.
Warum ich so dünn geworden bin?
Eigentlich habe ich kein Kilogramm abgenommen. Nur meine Hosen und Shirts trage ich etwas enger, das scheint die Optik zu verändern.
Wie es mit dem Diplom aussieht?
Ganz klar, die Sache muss bis August abgeschlossen?

Kurzes schweigen.

Eine Freundin? Nein. Gibt es da in Berlin nicht genug? Schweigen. Ich weiß es nicht.

Kurzes schweigen.

Wie es in der Zukunft weitergeht?
Ich will in Berlin bleiben. Achso, das heißt du kommst gar nicht mehr zurück? Nein. Höchtens an Geburtstagen am Wochenende.

Langes Schweigen.

Die Reise nach Hause war auch ein Fluchtversuch. Aber es scheint weiterhin ein Schatten mich zu begleiten, ich kenne ihn, auch wenn er Anonym bleiben will.

Verschwommen

Erholung. Jeden Abend das gleiche Spiel, irgendwann sinke ich in den Schlaf und in der Nacht bricht die Wahrheit über mich herein.
Eigentlich sollte ich ja vergessen, würde vielleicht auch ganz gern, aber irgendwie kann ich nicht.
So beginnen viele Träume recht verschwommen. Irgendwo in der Stadt unterwegs, kann ich die Orte meist nicht zuordnen. Diesmal war es recht kühl und auch eher dunkel. Mehr im Wald und am Stadtrand begann diesmal die Reise. Und schon da war klar das jemand in meiner Nähe ist. Die selben markanten Dinge wie ich sie schon einmal beschrieben habe.

Ende wieder einmal an einem S Bahn Gleis. Viel heller und warm fixiere ich meinen Blick, drehe eine Runde und steige in den selben Wagen. Es bleibt das wir uns beobachten und kein Wort fällt.

Still go on

Monster mit den braunen Haaren

Vor ein paar Monaten hatte ich einen Traum. Ich war in der S Bahn unterwegs und es fühlte sich warm an, genau so wie letztes Wochenende.
Eine Fahrt wie immer. Einfahrt in einen Bahnhof, ein Blick nach draußen und die Tür öffnet sich.

Plötzlich für einen Moment sehe ich einen Junge, kurze Hose, ein T-Shirt, eine Tasche quer über den Bauch und braune Haare. Ich schrecke hoch, fast gegen die Dachschräge und muss feststellen, dass ich wirklich geträumt habe.
Jetzt ein paar Monate später betrachtet erinnert mich die Szene sehr stark an den Film „Wo die wilden Kerle wohnen“. Warum weiß ich nicht. Irgendjemand ist der wilder Kerl in diesem Traum.

Genauer betrachtet stand die S Bahn für Monate still, die Tür offen und keiner bewegte sich einen Schritt. Nur ein Fremder, der Zettel zwischen uns austauscht mit langen Sätzen.
Irgendwann werden die Sätze kürzer.

Und jetzt ist der Moment gekommen wo die S Bahn weiter fährt und die Tür sich schließt. Sollte es die Ringbahn sein werde ich an der Station wieder vorbeikommen und schauen.

Der Junge wird als Erinnerung noch sehr lang da stehen.

Der letzte Satz

Ich werde mich melden, ganz bestimmt.
Das ist er immer, der letzt Satz in einer homosexuell geprägten Kommunikation.
Es folgt die Absage, oder das sich derjenige nicht mehr meldet.
Ich habe darin eine gewisse Routine entwickelt, das es mich fast gar nicht mehr stört.

So war es dann auch heute morgen um 11 wieder.
Ich stehe plötzlich vor der Aufgabe allein den Tag zu gestalten.
Es läuft ab wie immer. Ein wenig Angst, eine Entscheidung und dann geht es los. Ein gewisser Beutel mit der Aufschrift MIA. unterstützt mich dabei. Insgeheim hoffe ich ja, in Berlin einen gleichgesinnten zu finden, dann werde ich ihn oder sie ansprechen.
Vorbei am Alexanderplatz, ein Tacheles Sticker, es war zu erwarten.

Angekommen im flax zum Bruch. Steffen weiß sofort Bescheid. Ich bin der Junge aus dem Süden mit dem komischen Akzent und er fragt sofort ob ich bei der MIA. Autogrammstunde war. Er hätte immer an mich gedacht und so zeige ich stolz meinen Beutel mit den Autogrammen. Beutel als Kommunikationsmittel, das klappt doch.

Der tag vergeht. Ich speise wie immer ausgiebig, chatte und unterhalte mich auch, das ist die Hauptsache.

Später zu Hause. Meine Absage meldet sich doch. Mit dem Hund wäre was gewesen. Na schauen wir mal.

Flackern der Lichter in unseren Gesichtern

10.4
Es ist erst 5 vor 12.
Der Mondschein wirft ein Schattenspiel an meine Wand. Ich war gerade am einschlafen und das was ich da als Blumenmuster geträumt habe, ist nur ein Schatten eines Astes.
Ich bin hellwach und irre im Zimmer umher. Geht es jetzt zu Ende?
Ein Blogeintrag über den Tod? Ach quatsch!
5 nach 12. Die ersten Gratulationen zum Geburtstag trudeln über facebook ein. Ich fühle mich virtuell akzeptiert. Ich trudel ins Bett. Für einen Moment schrecklich allein, daran habe ich mich gewöhnt. 5 min Gänsehaut und dann bin ich eingeschlafen.

Am Morgen. Ich sitze allein am Frühstückstisch. Meine Vermieterin ist gedankenverloren in der Küche. Sie hat meinen Geburtstag vergessen. Erst nach einer kleinen Erinnerung gratuliert sie mir herzlich.

In der Firma sitze ich im Büro. Mir gratuliert niemand. Diplom- oder Diplomarbeiten scheinen wichtiger als Zwischenmenschliches. Nach einer Erinnerung gratuliert man.
Da sind andere Abteilungen aber wesentlich netter. Manche fallen mir fast um den Hals. Hier herrscht noch Leben.

Wirklich angekommen bin ich aber erst nach Feierabend. Ich bin noch nie mit einem Freund mit einem Regionalexpress zum essen gefahren. Das wird unvergessen bleiben. Bei traditionellem vietnamesischen essen begrüßen mich Freunde, egal ob lässig gestylt oder im Anzug.

Es ist schön, so soll es zu Ende und weitergehen.

Oster Spaziergang

Vor einer Woche.

„Weine nicht“
„Mache ich nicht“ – „Nicht heftig“ Aber ich tue es.

Plötzlich dunkel, das Licht ausgelöscht, einsam, ein paar Tage lang.
Mechanisch das Denken und handeln, nichts das mich antreibt oder erfreut.
Um mich herum erblüt es, im nächsten Moment fällt vom Schnee vom Himmel.

Immer wieder.

Eine Woche später.

Im Thale grünet Hoffnungs-Glück

Ich bin unter Menschen. Fremd ist mir alles, aber ich bin mittendrin und merke wie wichtig es ist.
Exil ist keine Lösung. Ich mag es genau so jeden Tag erleben.

Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s seyn

weiß – grau

Ich bin auf dem Weg zum Tischtennis. Die Abendstimmung färbt den Himmel auf eine ganz besondere Weise. Der Hintergrund vom Sonnenuntergang weiß – grau und die Wolken am Himmel dunkelgrau. Schleier bilden sich und die Abstrakten Formen vermischen sich am Himmel.

Warum mir das auffällt?

Ich habe frei, also Freizeit. Ich bin nicht mehr in dem Tunnel, bestehend aus Praxissemester, Praxisarbeit und Terminen. Freizeit kann sehr schön, aber auch belastend sein. Zu mindestens, dann wenn man lange weile hat.

Ich bin in einer Freizeit, bewusst, ganz bewusst. Bisher habe ich alles sehr aktiv erlebt. Disko, Spieleabend, Konzert und weitere Dinge werden folgen.

Mein Verhalten hat sich der Freizeit angepasst. Im Supermarkt kann ich mir Zeit nehmen und Wähle Quark und Kresse als Besonderheit aus. Dazu Putzmittel für den Frühjahrsputz.

Morgen will ich aufräumen, nach einem halben Jahr wird das auch mal wieder Zeit.

Überfluss

Die Schlange am Dönerstand am Mehringdamm ist nachts um halb 1 länger, als die auf dem Platz der Annoncenuhr in Werdau um halb 1 Mittags.
Der Nachtbus in Neukölln ist nachts um 1 voller als die Stadtlinie in Werdau, Mittags um 1.
An der Disko reißt die Schlange nicht ab und Wartezeiten von 1-2h sind normal. In Werdau geht man nach 2h in der Disko manchmal wieder.

In Berlin zu leben heißt ständigen Überfluss zu konsumieren. Ob das gut ist darüber diskutieren wir in der Schlange am Dönerstand. Irgendwann lernt man das ganze nicht mehr zu schätzen, so die einheitliche Aussage am Ende.

Da ist es doch gut zu wissen, das es einen Sonntag gibt. Jeder entspannt auf seine eigene Weise und fährt sich einmal herunter. Ein Freund sendet ein Foto vom Tegeler See, ich weiß es geht ihm gut, er hat die letzte Nacht zusammen mit mir gut überstanden.