„Die Zeit sie wartet nicht sie gräbt sich ein in mein Gesicht mit jeder neuen Stunde.“
aus „Jede Stunde“ von Karat
Ein kurzer Streifzug in den Westen der Republik liegt hinter mir. Gefühlt jede Stunde habe ich meinen Plan geändert. Was von Anfang an feststand, dass ich die bunten Punkte von einer der herausragendsten zeitgenössischsten Künstlerinnen der aktuellen Zeut „Yayoi Kusama“ bestaunen werde. Fast eine halbe Million Menschen betrachten Kunst von einer Frau, die sich seit 1977 freiwillig in einer psychiatrischen Einrichtung befindet. Und so bin ich in der Ausstellung einmal hoch und runter gesteift, habe mich in den Punktmustern verloren und bin am Ende froh, das ich mit etwas Glück noch ein Ticket über Kleinanzeigen ergattern konnte, sodass die Reise nach Köln nicht komplett in einem Desaster endete.
Die Hitze der Stadt ist mir zu Kopf gestiegen, direkt am zweiten Tag musste ich mich abkühlen in dem überaus interessanten Kölner Stadtmuseum, anschließend habe ich beim Italiener Bolognese gegessen und im Museum für angewandte Kunst über Schmuck, Bauhaus und Minimalismus nachgedacht.
Im Pottkind habe ich mich durch 6 vollständige Gänge und 4 Kleinigkeiten, alles Überraschungen, ein Carte Blanche Menü gefuttert. Wann hat man das schon mal in einer Welt in der man danach strebt alles schon im Voraus wissen zu wollen.
Nach einer Empfehlung habe ich mich am nächsten Tag in Bonn wieder gefunden, mich tief mit der deutschen Geschichte ab 1945 bis zur heutigen Zeit auseinandergesetzt und später am Bahnhof ein überraschend erfrischendes Gespräch über Mobilität und meinen Scooter geführt.
Jetzt zurück in Berlin feile ich daran unter 80 kg zu gelangen, ein Abo und das klare Bekenntnis bis zu 4x in der Woche Pickleball zu spielen setzen den Trend einer leichten Fettabnahme und Muskelaufbau fort. Der Rhythmus einer Woche er baut sich so langsam auf. 2 Tage an der Woche zur Arbeit, ein Mittag für den Genuss, spontane Ideen zwischen Trödel, Currywurst und spannende Begegnungen zu Zeiten die ich früher nie hatte.
Die twinks die ich date sind jetzt Männer mit Mustache geworden, die Bauchtasche locker über die Schulter geschwungen, immer griffbereit ein Suchtmittel. Ist es wirklich verrückt in einer Stadt wie Berlin zu leben und nie Kontakt zu Drogen gehabt zu haben, kein Rauch durch die Lunge blasen, keine Substanzerweiterung egal ob leichtflüchtig oder in Tablettenform gepresst. Einen kleinen Rausch hatte ich diese Woche nach 2 tropischen Cocktails, erst ein paar scharfe Nudeln schlürfen und dann kurz nach Thailand und einen Tom Yum Martini und danach mit dem grünen wilden Drachen spielen.
Abgehackt ist das alles, neu geplant sind Ausflüge zwischen grün und Großstadt und in ein neues Bundesland.
