Extreme Neigungen

Stell dir vor du hast einen Freund, du teilst Zeit mit ihm und dein Herz freut sich.

Stell dir vor du hast viele Freunde, du teilst viel Zeit mit Ihnen und dein Herz, fragt besser nicht, am überschäumen.

 

Einer meine Freunde wollte es so, also erst Asia Essen und dann nach KW kurzgesagt, lang gesagt dann eher doch Königs Wusterhausen oder doch Königs Wuuusterhausen, keiner weiß das so genau und da sitzen sie dann bei abkühlender Sommerluft und lauschen den Tieren die Menschen streicheln, die Bank hat eine extreme Neigung, einer sagt ich habe eine extreme Neigung wegen meiner na ihr wisst schon, was für ein Witz, was haben wir gelacht.

 

5 jähriges Berlin Jubiläum gehabt, so ganz unbemerkt, nicht wirklich gefeiert, dafür einfach mal die Woche durchgelebt. Hättet ihr mich vor 5 Jahren an so einen Ort wie die Grießmühle entführt, mich hätte es vor Sprachlosigkeit einfach umgeworfen, jetzt aber spaziere ich wie selbstsicher durch das Labyrinth der Liebe, sitze im dunklen Raum und streichle seine zarten Hände oder spiele einfach Pong, it´s a friendly game.

 

Projekte, Projekte, Projekte, Kisten packen hier, sich über Sofadesign mit sich selbst streiten da und ganz nebenbei noch die Türen für den Kleiderschrank zusammenstellen. Bald, seht bald, nah dran an der magischen 14 Tage Marke wird es hier etwas chaotischer im Sammeln von Ideen und Finden von Fragen und Lösungen.

 

Ich gebe ab, bis nächste Woche.

I am not a robot

Ich bin kein Roboter. Überschrift diesmal Zufall oder nicht?

 
Sagen wir so, es war ein Zufall das ich diese Woche Freitag ganz entspannt auf Arbeit laut fm gehört habe und da Marina and the diamonds mit „I am not a robot“ lief. Von daher Zufall das ihr diese Überschrift nun lest, aber doch kein Zufall denn ein paar Tage zuvor hatte ich mit einem Freund noch einen Chatverlauf und da hieß es „Bist halt kein Roboter“ und ich dachte mir so „Ich wünschte mir, ich wäre einer“. Es läuft also alles irgendwie zusammen.

 
Kritisch betrachtet muss ich sagen das ich diese Woche nicht mein gewohntes Programm an Aktivitäten abgespult habe, aber das war auch nicht weiter schlimm, bei dem Programm was ich in den letzten Wochen hatte, war klar das irgendwann der Bruch kommt. Eine logische Konsequenz, wenn ich weniger unternehme ist auch immer eine leicht gedrückte Stimmung und so trieb ich durch die Woche, diesmal nicht zum Sport, nicht am Dienstag und nicht am Donnerstag, nur ein kleines Date zum Eis essen mit mir selber darauf konnte ich mich einigen.
Mir war trotzdem bewusst allzu lang darf diese Phase nicht anhalten, ich darf nicht zu sehr versinken in meiner Wohnung und der Meinung das sich schon irgendwann jemand melden wird. Okay es gibt immer wieder Menschen die liebe Frage stellen, aber ich bin doch eher derjenige der Vorschläge macht, da bin ich einfach dominant was soll´s.

 
Und so beschließe ich fürs Wochenende machst du deine Wohnung schickt, fährst einmal quer durch die Stadt und besuchst die Tante und den Onkel der am Grill steht und nimmst dir am Abend wenigstens die Zeit für einen engen Freund. Club muss diesmal nicht sein und trotzdem schlafe ich mich Sonntag nochmal schön aus, klettere sogar Mittag ins Bett und bin am Abend sortiert genug für eine neue Woche. Energie!

Müssen kombinieren

Nicht aus dem Rhythmus kommen, nur nicht aus dem Rhythmus kommen. Eine Freundin und Blog Leserin fragte mich heute Morgen ob alles klar, ich sehe das als Warnschuss zu schreiben.
Wie komme ich darauf, die Überschrift meine ich natürlich. Ich habe mal nachgezählt. Von 5 Werktagen habe ich 3 so verbracht früh aus dem Haus zu gehen und abends nach Hause zu kommen, einmal sogar nachts. Da muss man natürlich kombinieren, was kommt früh in den Beutel, was begleitet mich tagsüber.
Am Montag war das schon fest eingeplant. Turnzeug und Schuhe rein, damit ich nach getaner Arbeit bei herrlichem Sommerwetter schnell im Sale shoppen kann, um es mir danach beim Vietnamesen gut gehen zu lassen und abends noch ein paar Bälle zu werfen.
Mittwoch war das auch recht einfach, da brauchte ich nur mich und einen Freund mit dem ich beim Kaffee sitzen kann und abends nochmals Freunde mir denen ich beim Abendessen sitzen kann, obwohl es das erste mall kühl war.
Schön ist es immer dann wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Sehen wir es als Randbemerkung für den Blog. Ich hatte einen netten Chat, ein paar Smiley flogen hin und her, Tischtennisschläger hatte ich für ein anderes treffen dabei und dann kam er mit der Idee noch was zu machen. Im Prinzip war es wie eine Reise in eine andere Welt, einmal nach Springpfuhl bitte. Treffen am Bahnhof und dann in seine sehr gepflegte Wohnung. Of Monsters and Men Ticket an der Pinnwand am Eingang, die Musik die ich gerade höre während die Zeilen hier entstehen, das kann ja nur gut werden dachte ich mir.
Aber ich mache es kurz, denn das habe ich gelernt oder geklaut keine Ahnung.
Wenn sich Jungs nicht bei dir melden, dann stehen sie einfach nicht auf dich. Ganz einfaches Prinzip!
So ist das und das heißt auch das ich ein schönes, sagen wir normales Wochenende hatte, mit 3x Party, einmal nackt, ein wenig freundschaftlichen Kontakt und weniger Schlaf als benötigt, deswegen entsteht das alles hier erst heute.

Kreisel im Kopf

Es mag emotional klingen, aber diese Satz wird die Welt verändern, glaube ich zu mindestens.

„Da gehen sie, die Hipster“
Es ist nachts, schon Freitag und irgendwas um halb 4. Schon etwas eigenartig um diese Zeit unterwegs zu sein, traut sich das der brave Junge. Immerdoch.
An mir ist nichts mehr Fake. Socken, Schuhe, Hosen, Unterhosen, T-Shirt, Frisur und Indie-Nerd Brille, alles dabei, nur meinen Jutebeutel habe ich vergessen. Da würden dann so coole Sprüche drauf stehen „Girls looking for girls“ , „Du hast Angst vom Hermannplatz“ oder „Fuck art let´s dance“

Macht alles keinen Sinn, muss es auch nicht. Herlich willkommen. Berlin.

Verschwommen

Erholung. Jeden Abend das gleiche Spiel, irgendwann sinke ich in den Schlaf und in der Nacht bricht die Wahrheit über mich herein.
Eigentlich sollte ich ja vergessen, würde vielleicht auch ganz gern, aber irgendwie kann ich nicht.
So beginnen viele Träume recht verschwommen. Irgendwo in der Stadt unterwegs, kann ich die Orte meist nicht zuordnen. Diesmal war es recht kühl und auch eher dunkel. Mehr im Wald und am Stadtrand begann diesmal die Reise. Und schon da war klar das jemand in meiner Nähe ist. Die selben markanten Dinge wie ich sie schon einmal beschrieben habe.

Ende wieder einmal an einem S Bahn Gleis. Viel heller und warm fixiere ich meinen Blick, drehe eine Runde und steige in den selben Wagen. Es bleibt das wir uns beobachten und kein Wort fällt.

Still go on

Spezialitäten Kabinett

Weiße Turnschuhe, grüne Hose, bunte Neonfarbe Jacke, weißer Hut und ein bleiches Gesicht mit nichtssagender Brille. Diesen Mann, schätzungsweise Mitte 30, hätte ich in der U- oder S Bahn nur ein müdes Lächeln geschenkt. Aber ich weiß mittlerweile, das es in Berlin viele Verrücke Typen gibt und man nicht nur nach Aussehen urteilen sollte.

Interessante Menschen mit charakterlicher Tiefe und einer gewissen Leidenschaft zur Kommunikation sind es, die mich begeistern. Neulich meinte ein Junge im Chat zu mir, ob ich Kommunikationswissenschaft studieren würde. Ja es stimmt tatsächlich, ich bin auf dem Gebiet etwas perfektionistisch. Aber viel lieber etwas offen und schräg, als total verschüchtert.

Sicherlich ist so ein Spieleabend etwas speziell und hat nur im geringsten etwas mit coolen Indie-Pop oder Homoszenen in Berlin zu tun, aber es ist trotzdem amüsant. Das was ganz harmlos um 8 beginnt, endet meist zwischen 1-3 in großer Freude. Stunden der Kommunikation, zwischen Freude, Ärger und non verbalen Momenten.

Ich mag es.

Was ist deine größte Angst

Ein Dankeschön an Tim, Matthias, Axel, Henry, Simon, Arne, Jana, Johannes, Lorenz, Mario und Tim.

Für die perfekte Organisation und Umsetzung eines wirklich tollen Nach Mittages, mit Billard, asiatischer Küche und 2 tollen Gesellschaftsspielen.

Lassen wir folgenden Satz einmal auf uns wirken.

Allein den Mut habe ich schon.

Es scheint ganz normal. Es beschreibt nur das ich Mut habe. Setzen wir nun das Komma an einer entscheidenden Stelle, bekommt der Satz eine ganz neue Bedeutung.

Allein, den Mut hat er schon.

Ja es ist tatsächlich so. Das Komma trennt das Wort Allein vom Rest des Satzes und zeigt deutlich auf das Allein auch allein bedeutet. Und trotzdem habe ich den Mut neue Dinge anzugehen. Auch wenn ich allein bin.

Ein weiterer Satz hat sich in den letzten Wochen in mein Gehirn gebrannt. Ich will, dass du weißt, was meine größte Angst ist. Ich habe am meisten Angst davor […],dass du mich abstößt […].

Ich sag dir mal was, es geht nicht anders als das jetzt mal zu schreiben. Ich wohne seit August hier in Berlin und kämpfe jeden Tag um Anschluss. Fast jeden Tag ein neues Erlebnis und auch Absagen, oder Nicht Reaktionen. Manchmal tut es weh. Ich habe ja noch nicht so eine große Basis wie du. Du kannst bestimmt auf Freunde zurückgreifen, die mit dir was machen. Ich dagegen stehe vor jedem Wochenende vor der Entscheidung was ich mit meiner Freizeit anstellen soll. Also gehe ich raus. Immer mit der Angst im Nacken auch abgestoßen zu werden. Manchmal strengt mich das psychisch sehr an, manchmal habe ich eine Freudenexplosion.

Wegen dir hatte ich beides.

In mir ist alles in Aufruhr.

Tacheles

Vom Suchen und Finden

Wenn schon suchen, dann das Glück. So sagt er der Berliner Songwriter Masen.

Man stelle sich einmal vor, es ist Freitag und dein Wochenende beginnt sich gerade Kopf zu stellen, gegen dich. Noch beschäftigt mit der Arbeit, beginnt gerade der geplante Tischtennistermin sich zu verabschieden. Im Kopf rechne ich schon die Minuten, die mir noch verbleiben. Irgendwie schaffe ich es dann doch. Dann halt das Abendessen to go auf die hand und schnell mit der Schnellbahn in die Stadtmitte. Ich Suche da ebenbürtige Mitspieler im Tischtennis und finde aber nur vom Ehrgeiz zerfressen Gegner. Also scheide ich im Doppel KO System schnell aus und suche mir die, die den Sport als Spaß verstehen und gewinne sogar.

Freitag Abend dann die erwartete Absage. Da gezielte Verabredungen bei mir nach wie vor nicht fruchten wollen, plane ich um. Aber auf was. Und so kommt es Samstag zu einem einfachen freundschaftlichen Treffen bei dem ich Dinge finde, die ich so nicht erwartet habe. Am Ausgang des Kunsthauses „Tacheles“ wird uns beiden Marihuana angeboten. Ja ich wusste ja noch nicht einmal wie man das schreibt. Angeblich soll man das rauchen wer weiß. Es vergehen die Stunden. Ich befriedige meine Lust auf süßes und werde in den Restposten von C&A fündig. Eine neue Jeans kleidet nun mein Bein. Es wird später und ich möchte nach Hause. An der Tram Station kommen 2 Typen Anfang 30 auf uns zu und sagen ganz unverblümt. Habt ihr Bock auf eine SM Session. Du bist der Passive und dein Freund filmt. Wir lehnen dankend ab das suchten wir nicht.

Sonntag Morgen ihr ahnt es schon. Es kommt die gewohnte Absage. Wie gut das ich bereits geplant habe. Also geht es tänzelnd mit der S Bahn zu meiner Tante. Eine Frau spricht mich an, ob ich an einer Kundenbefragung teilnehmen möchte. Ich habe nix dagegen und vertreibe mir ein paar Minuten in einem Gespräch, so kann man auch Menschen kennen lernen. Ganz in Ruhe vergeht der restliche Tag. Und darüber bin ich auch nicht böse.

Danke M&M

Gesichter der Stadt

Mein Mathe Lehrer sagte einmal: Man muss 15 min am Hauptbahnhof verbringen um ein großes Spektrum der menschlichen Gesellschaft kennen zu lernen.

Ich übertrage das einmal auf Berlin.

Es beginnt mir Frank. Das ich überhaupt seinen Namen kenne ist kurrios. Es ist ein gewöhnlicher Samstag Abend mit Freunden in einer Schwulen Bar im Prenzlauer Berg gegen 1 Uhr. Ein älterer Herr, schätzungsweise Anfang 50 betritt die Bar. Er ist fein gekleidet und passt so gar nicht zum Publikum. Er nimmt Platz und bestellt ein Glas Wein. Unauffällig verbringt er die ersten Minuten in der Bar. Dann nimmt er zum Kellner Kontakt auf und wird etwas lockerer. Wenig später nimmt er an unserem Tisch platz. Unaufdringlich mit seinem Glas Wein verweilt er ein wenig. Dann kommt die Bedienung auf uns zu und sagt: Jungs sucht euch was aus. Frank ist es ein Bedürfnis jedem etwas aus zu geben. Wir sind leicht iritiert aber nehmen das Angebot schließlich an. Sowas passiert ja schließlich auch nicht alle Tage.

Auf dem Heimweg mit der S Bahn mache ich 2 weitere Begegnungen. Es ist knapp nach 2 Uhr als ein Mann die Bahn betritt. Er fällt toal auf. Er trägt schwarze dünne enge Hosen und darüber eine lila Strumpfhose die netzartig und zerrissen ist. Am Oberkörper trägt er eine undefinierbare dicke Jacke aus grüner Wolle die unregelmäßig gewebt und fleckig ist. In der Hand hält er eine Schlange aus Gummi und tätowiert ist er zusätzlich auch. Seine Frisur ist wirr, eigentlich hat er eine Glatze trotzdem an manchen Stellen einzelne lange Haare.

Wenig später betritt ein Pärchen die Bahn. Der Mann ist mitte 30 und total unauffällig. An der Hand führt er ein Mädchen mit sich, gerade mal 20 bestimmt. Sie ist asiatischer Abstimmung und trägt hohe Schuhe mit Pelz. Ihr gesamter Stil ist sehr fein und künstlich. Man merkt ihr förmlich an das sie keine Freunde empfindet lässt sich aber trotzdem auf den Mann ein, scheinbar weil ihr keine andere Wahl bleibt.

Anstand

Was macht Berlin nur aus mir. Es ist mir wirklich peinlich zu spät zu kommen, auch wenn ich wenig dafür kann.
Du tapferer Junge hast viel mit mir durchgemacht heute. Umgebucht vom Potsdamer Platz, auf den Alexanderplatz, auf das Ostkreuz und letztendlich wieder auf den Alexanderplatz.
Ich lieg in deinen Armen, atme durch und weiß nicht wie ich es sagen soll. Komm wir erklären uns Berlin.
Auf geht´s. Am Potsdamer Platz die erste Überraschung, ein roter Teppich, nicht für uns aber er versperrt uns den Weg. Sony Center, wir suchen einen Geldautomat und erklären uns dreidimensionales denken. Erst im Untergrund werden wir fündig.
Dann geht es hinauf, mit dem 2. schnellsten Fahrstuhl Europas. Komm wir erklären uns Berlin, im Nebel und Smog. Wo ist der Hauptbahnhof, wo der Kurfürstendamm und was steht da eigentlich auf dem Schild an dem Gebäude in der Ferne.
Pausieren, im Panoramacafe. Ja wir werden ernst genommen und zu Kaffee und Kuchen taucht Berlin sich in die Dunkelheit und das Licht wird rot.
Wir gehen weiter, zurück mit dem schnellsten Fahrstuhl Europas. Es kribbelt im Bauch, wir atmen durch, es ist lustig.
Du bist dran. Erklär mir Berlin. Brandenburger Tor. Abgeordnetenhaus und Kanzleramt, über die Spree zum Hauptbahnhof. Weiter mit der S Bahn. Ich bin dran, eine Frau möchte wissen wo man Deutsch essen kann. Ich erkläre es. Du bist dran. Lush hat Badekugeln, ich seh mich baden. Weiter, vorbei an Musik und im Licht der Stadt zurück.
Wir sind dran, eine kurze Umarmung und schon ist es vorbei.