Ein aufgeblähter Haufen an Gedanken, Tag & Nacht. Es geht nicht um Luxus oder darum das Geld aus dem Fenster zu werfen, vielmehr ist da Ärger in mir. Ich habe ein Projekt angestoßen und ich habe mich schon im Bali Rock über den Boden einer Schulsporthalle schweben sehen, jetzt bin ich im Verdruss, weil alle meine Ideen unerhört bleiben.
Ein schwarzes Loch an Gedanken, tausend Bewerbungen und kein Ende. Das mit der Chemie Schiene scheint ausgespielt, mir liegt das sowieso nicht so genau, wenn die 2. Stelle nach dem Komma darüber entscheidet ob der Kessel explodiert oder ob die Reaktion gelingt.
Wahrscheinlich habe ich das sogar selbst gesagt, der Karren ist vor die Wand gefahren oder gehört gerade noch so aus dem Dreck gezogen. Ich zähle die Monate schon, über 6 Monate, ein halbes Jahr schon, das ist eine Lücke im Lebenslauf, mein Profil ist nun wertlos. Von Arbeitsvermittlern werde ich kontaktiert, ob ich es auch in 3 Schichten für 20 € die Stunde machen würde, aber nur 18 Monate lang, mit hoher Übernahmegarantie.
In Deutschland braucht man für alles einen Nachweis, die rote Karte, viele Zertifikate für die Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung, neueste EDV-Kenntnisse, einen Führerschein und am besten noch ein eigenes Auto. Das was ich wirklich kann oder glaube zu können steht in keinem Lebenslauf. Empathie, ein Problem sehen und eine Lösung draus entwickeln, mit einer Katze auf der Rückbank die kürzeste Route durch Berlin wählen. Ich schreibe Sätze wie ein echter Teamplayer zu sein der in komplexen Situationen den Überblick behält oder etwas von einer strategisch analytischen Arbeitsweise die schnell zu einem erfolgreichen Ergebnis führt. Gehört oder gesehen wird das nicht.
Die Leute sollen arm sein sagt man mir. Ich sehe das nicht. Im Supermarkt sind die Wagen voller Konsumprodukte, hochverarbeitete Lebensmittel zu überteuerten Kilopreisen. Ich stehe vorm Regal und drehe den Euro gedanklich zweimal um, diskutiere mit mir selbst über Kilogramm Preise für Apfelmus und überlege ob ich es vom Grundprodukt herdenke und mir die Äpfel selbst zu Apfelkompott zusammenschmore. Alles was ich anfasse gelingt mir, das Chili con Carne mit tiefer Würze aus Chili und Schokolade oder den Kohl den mich mit Essing und Kümmel zu wunderbarem Glanz zusammengeschmort habe. Ich kann aus wenigen Zutaten ein schmackhaftes Essen kochen ohne das ich dafür ein Zertifikat habe. Eigentlich gehöre ich in die Küche, aber wen interessiert das schon.
Die Reise ist abgeschlossen und es hat Fragen aufgeworfen. Die Zeit in Werdau steht still, 3 Tage habe ich mich in tiefer Ruhe einer mysteriösen Langsamkeit hingegeben. Ganz ruhig bin ich zum Klassentreffen gegangen, 20 Jahre nach dem Abitur und gut 25 Jahre nach ganz anderen Erlebnissen. Auffällig freundlich aber kaum neugierig war man gewesen, dabei hatte meine Mutter mich vorab noch gewarnt, da wird geredet über die ersten Kinder, die schöne Frau, ob man nun Android oder Apple nutzt, den Job der all das finanziert. Was erzählst du nun, das Thema Arbeitslosigkeit vermeiden, mit der Weltreise besser nicht zu viel prassen, am besten ganz allgemein ein paar Hobbys anschneiden und unauffällig durch den Abend gleiten.
