Auf der Suche nach der homosexuellen Subkultur

Moderne Schnitzeljagd. Wir nutzen grindr als Peilsender um die Schwulen zu suchen, die hier irgendwo im Gebüsch stehen und sich gegenseitig einen blasen. Es ist Sonntag gegen 19 Uhr und wir stehen am Fuße des großen Bunkerberges im Volkspark Friedrichshain. Was für viele ein schönes Ausflugsziel ist, ist für andere die Gelegenheit sich schnell und unkompliziert einen abblasen zu lassen oder sich den Mund an einem Schwanz wund zu scheuern.

Wir beginnen unseren Aufstieg immer mit spannenden Blicken nach oben. Der Nervenkitzel steigt als wir 3 junge Männer beobachten, die im Kreis stehen und miteinander reden. Einer will erkannt haben, wie sie sich an den Arsch fassen, doch es passiert nichts. Wir gehen ein Stück höher und kämpfen uns querfeldein durch das Gebüsch. Erneut beobachten wir Verdächtiges. Als wir am oberen Teil des Berges angekommen sind, sind wir enttäuscht. Die verdächtigen Personen entpuppen sich als normale Ausflügler. Ein homosexuelles Pärchen sitzt auf der Steinmauer und sie streicheln sich gegenseitig an den Händen. Das war es dann leider schon.

Trotzdem muss sich irgendwo ganz in der Nähe die homosexuelle Subkultur treffen. Es gibt da ein Gebiet, das nennt sich Zauberwald. Die Vegetation ist noch nicht weit genug fortgeschritten und von der Uhrzeit war es auch noch zu früh. Aber bald wird es hier in den Dämmerstunden richtig abgehen. Ich will sie einmal sehen, wie sie da stehen und sich blasen.

Der letzte Eintrag

Ich habe versucht stark zu sein. Ich versuchte die Dinge unter Kontrolle zu halten. Ich war schwach.

In meinem Zimmer sieht es wüst aus. Ich habe das Gefühl einen Schritt nach vorn und zwei zurück zu gehen. Ich komme nicht voran. Ein Tag vergeht. Abends gebe ich mich meiner geheimen Leidenschaft hin. Das Glücksgefühl währt noch kurz, der Fall danach ist tief. Es schneit und die Welt ist dunkel. Ich friere, atme und zittere am ganzen Körper.

Blind navigiere ich mich durch das facebook Menü, hebe die Blockierung auf und bewundere dein Foto. Warum lächle ich? Warum verstärkt sich das Zittern? Ich schreibe dir eine Nachricht, ich bin schwach und schaffe es nicht länger dich zu vermissen. Ich möchte, dass es wieder genau so ist, wie zuvor, auch wenn du mich kaputt machst.

Ich liege im Bett und kann nicht begreifen was gerade geschehen ist. Eine Träne läuft über meine Wange, dann schließe ich meine Augen…
—

Der letzte Eintrag heißt auch sich von diesem Blog und seinem Hintergedanken zu verabschieden. Ich tue das mit einem weinenden und lachendem Auge.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich mir eine kleine Pause gönne und mit einem frischen Design, einem neuen Namen und radikaler zurückkehre.

See you soon…

Veröffentlicht am
Kategorisiert als Blog Verschlagwortet mit

Der tiefere Sinn

Wenn ich ganz ehrlich bin, dann gibt es bei jeder Veranstaltung die ich besuche einen Sinn und einen tieferen Sinn. Der Sinn ist es Spaß zu haben, der tiefere Sinn ist es auch jemanden kennen zu lernen, besonders auf schwulen Veranstaltungen gehe ich dem nach.

Ich erwarte keine Wunderdinge aber meine Hoffnung ist es das irgendjemand mit seinen Augen kurz an mir hängen bleibt und mich im Idealfall noch anlächelt. Darauf bin ich vorbereitet, fast immer steckt hinter dem was ich anhabe und wie ich mich verhalte ein Sinn. Kein Kleidungsstück trage ich zufällig und mittlerweile verfüge ich über genug Outfits die sich gut zwischen Mainstream und Indie einordnen und manchmal auch einen Hauch sexy sind.
Ich erwarte das auch von meinem gegenüber und die allermeisten folgen dem Trend sich beim Ausgehen auch entsprechend an zu ziehen. Leider sagt das wenig über jemanden aus.

Charakter und Persönlichkeit.

Nach der ersten Kontaktaufnahme mit Blickkontakt oder einem Lächeln beginnt für mich immer ein spannendes Spiel. Ich weiß mittlerweile über mich sehr genau, dass ich nicht schüchtern bin, aber ich kalkuliere das erste Wort erst sehr spät ein. Vorher werde ich dich scannen. Bist du überhaupt schwul? Verhältst du dich so? Bist du allein da oder mit deinen Freunden und wie interagierst du mit denen? Bist du überhaupt auf der Suche nach Kontakt oder ist es dir egal und drehst dich immer weg? Kannst du tanzen? Ganz wichtig rauchst du? Trinkst du und wenn ja was und in welchen Mengen? Möglicherweise werde ich meinen Standort immer mal ändern. Ich werde vor dir, neben dir und hinter dir tanzen. Ich will dich von allen Seiten sehen und schauen ob du darauf reagierst. Ich laufe auch gern mal weg für ein paar Minuten, um zu registrieren ob du mir nach siehst oder nicht. Ich werde dir auch unauffällig folgen und schauen ob du rauchst oder was du machst. Vielleicht sieht man sich an einer anderen Stelle wieder und ja, irgendwann fällt das erste Wort. Wie gesagt ich bin nicht schüchtern und werde dir vielleicht winken und Hallo sagen oder Fragen wie es dir geht und dann wird man schauen wie es sich kommuniziert.

Wie gesagt es geht um Charakter und Persönlichkeit.

Da ist ja noch die Geschichte mit dem Darkroom. Ich war gestern zum ersten mal auf einer Veranstaltung wo so etwas angeboten wurde. Es gehört zu meinen Eigenarten sich in einem Club alles anzusehen, also gestehe ich auch das ich im darkroom war. Ich bin hineingegangen und habe das schummrige gedimmte Licht wahrgenommen, bin vorsichtig umhergelaufen und habe mich kurz gesetzt. Es war beklemmend aber ich habe nix gesehen was mich verstören würde.

Ich habe an dem Abend jemand wieder getroffen mit dem ich schon über ein Forum kenne. Wir haben etwas geredet und getanzt und ich habe dir aus Spaß gesagt, dass es einen darkroom gibt, Du meintest das wäre für dich unter der Gürtellinie. Okay ich habe dir geglaubt aber später am Abend bist du von 2 Typen angemacht wurden und bist darauf eingegangen. Zum Spaß vielleicht okay. Als ihr dann aber später zu dritt in den darkroom gegangen seit und du erst nach 20 Minuten wieder herausgekommen bist, war mir klar das du keinen Charakter und keine Persönlichkeit hast.

Es überrascht mich nicht, damit entsprichst du dem klassischen Durchschnitt des anwesenden Publikums.

Ich werde auch in Zukunft weiter durchhalten und hoffen das ich irgendwann jemanden treffe der meine Ansichten teilt.

Ansonsten bleibt zu sagen das auch der gestrige Abend Spaß gemacht hat und der Sinn erfüllt war, aber eben der tiefer Sinn nicht.

Auf der Suche nach dem Wort

Ich liebe das Wort.

Deswegen ein kurzer Rückblick auf das letzte Jahr. Erst jetzt an dieser Stelle, weil manchmal ein Wort aus dem Wortschatz erst verschwinden muss, bevor einem bewusst wird wie wichtig es war.

Tacheles prägte das Jahr 2012. Tacheles, wofür stand Tacheles. Mit dieser Frage wurde ich oft konfrontiert.

Tacheles war ein Kunsthaus in Berlin. Ich mag Kunst und versuchte immer eine gewisse Kreativität zu vermitteln.

Tacheles ist das aktuelle MIA. Album, jeder weiß das es meine Lieblingsband ist und das ich mich fallen lassen kann wie bei keiner anderen Band.

Tacheles ist ein schönes Wort. Es steht für Direktheit in jeder Lebenslage, ich versuchte es zu leben, bis zum letzten Tag.

Und so verschwand Tacheles letzte Woche so urplötzlich das sich noch nicht jeder daran gewöhnen kann. Dein Profil, Tacheles, du hast es gelöscht. Auf einmal sprechen mich Menschen darauf an die vorher schweigend an mir vorbeigelaufen wären, immer in dem Wissen, den kenne ich ja aus dem Forum, aber ansprechen mag ich ihn jetzt lieber nicht, anschreiben vielleicht.

Tacheles wiederbeleben, das wäre kein Fortschritt. Ich bin ständig auf der Suche nach Innovation und neuen Ideen. Ich schaue mir jetzt lieber einen Jungen in real an und spreche ihn kurz an, wenn ich ihn interessant finde, anstatt wochenlang auf ein Profil zu starren.

Für 2013 ein neues Profil oder ein neues Wort, das alles beschreibt was ich gerade erlebe, das ist gerade nicht in Planung.

Leben statt planen

Ein Plädoyer für mehr Lust, Lässigkeit, Abenteuer und Gefühl.

Wie wäre es mit Kunst? Aber zuvor…

Eine letzte Geschichte, nur für dich. Es geht um Zuverlässigkeit, Liebe und letztendlich darum dich endgültig zu löschen. Und gleichzeitig möchte ich mich vor einem großen Fehler bewahren.
Es ging darum ein möglichst unabhängiges geoutetes Leben mit dir zu führen. Mit Freunden und in Zweisamkeit, an jedem Ort der Welt. Du hast es nicht einmal in Berlin geschafft.
Weißt du was dir fehlt, einfach die Lust es auszuleben. Du denkst zu viel nach und hast Angst davor dem Zufall eine Chance zu geben. Festhalten schon seit November 2011, das ist nun vorbei.

Es ist ein paar Tage her, da meintest du, du würdest mit deinen Freunden etwas unternehmen. Abgesagt haben sie dir. Unzuverlässig waren sie.

Einen Tag später. Du folgst wieder deiner Routine und gehst in den selben Club, wie so häufig. Du bist mit 3 Freunden anwesend die dein Geheimnis nicht kennen und sie werden es an diesem Abend und nie erfahren. Ich habe extra für dich meine Freunde verlassen und habe an diesem grausamen Sport „Social Zapping“ teilgenommen. Ich habe dich gedrückt und wäre gern einfach in deinen Freundeskreis aufgenommen worden, aber du hast mich nicht beachtet und dumme Sätze in dein Handy getippt. Die letzte Berührung, der letzte Kuss, es ist alles dunkel in mir, ich habe keine Energie mehr dir in irgendeiner Form zu helfen, sonst gehe ich kaputt. Also du betrunken gegangen bist habe ich dich nur noch als schwarzen leblosen Streifen war genommen. Da ist nichts mehr.

Also habe ich beschlossen dich zu löschen, viel mehr noch. Ich räume in meinem Leben radikal auf, so habe ich es Anfang 2012 schon einmal getan und es ist wieder Zeit dafür. Ich habe Freunde gesammelt, die Zahl 70 bei facebook ist erreicht und wir streben unaufhaltsam der 100 entgegen. Darüber hinaus bin ich Foren angemeldet die nur vor Sinnlosigkeit trotzen. Also löschen, radikal und sofort.

Du wirst mich nicht mehr finden und nur noch per Handy erreichen, das wars.
Was ich mit facebook mache weiß ich noch nicht.

Ich weiß ,das eine radikale Lösung keine dauerhafte Lösung ist, aber ich habe gerade Lust meinem Gefühl zu folgen und nicht jede Veranstaltung auf die Minute zu planen…

Erstlingswerk

Ich lasse Revue passieren. Ich muss da noch was niederschreiben. Wie fühlt man sich nach einer Nacht die man durchgefroren und verheult passieren lässt?

Geduld, Selbstbewusstsein und Mut sind die richtigen Zutaten. Ich hatte im Vorfeld genau das durchgespielt, meine eigene Kommunikation überprüft und es einfach gewusst. Und trotzdem in dem Moment wenn es Wirklichkeit wird, ist nicht fassbar. Es gibt einen zweiten Ort in Berlin, den ich markieren muss. In welcher Welt schwebst du eigentlich, wenn du mich siehst? Und warum hattest du diesmal den Mut zu gestehen, wie es wirklich ist.

Ich weiß nun besser Bescheid als je zuvor. In dieser Nacht stand ich dir allein Gegenüber. Ich werde es wieder tun, weil ich der einzige Mensch bin, der dich versteht.

Ein Streifzug

Ein Streifzug durch dieses Jahr.

Ich glaube es ging darum viele Dinge neu zu definieren. Berlin, was ist das? Kann man das irgendwie fassen und begreifen? Nein. Das muss man erleben. Die Zeitrechnung erfolgt hier nicht nur zwischen Sonnenaufgang und Untergang, nein es lebt jede einzelne Sekunde dieser 24h die jeden Tag vergehen.

Die einzige Möglichkeit in diesem Großstadttreiben zu überleben ist mitzumachen. Ich kann wirklich von mir behaupten dies erlebt zu haben. Nur ein Beispiel. Nehme man sich die Uhrzeit 6:30 heraus. Ich erlebte zu diesem Zeitpunkt alles. Ob nach der Disko beim Bäcker mit einem freundlichen Guten Morgen begrüßt zu werden oder bereits sich auf Arbeit einzuloggen, weil man unbedingt früh etwas schaffen will.

Berlin hat wirklich dafür gesorgt mein Herz richtig zum Schlagen zu bringen. Andersherum muss ich mich dann fragen wann es mal nicht so war. Besondere Momente die mich aus dem Takt brachten.

Gleich ganz am Anfang des Jahres, im Januar, in Gedanken noch irgendwo in 2011 hängend überrollt mich plötzlich audiomediale positive Energie. Es passiert irgendwann am 6. Januar nachmittags als ich mein Ohr ganz sachte an ein altes Radio drücke: „Ich, zurück…“
Im März dann endlich Tacheles. Ich weiß noch ganz genau wie ich mit Beutel und La Boom auf dem S Bahnhof herumwirbelte. Auf dem Weg zu einem Menschen der für eine bestimmte Zeit besonderes werden sollte. Ein erster Kuss im Lustgarten, ein letzter Kuss am S Bahnhof. Warum haben wir uns nicht getraut es länger auszuhalten?

So verbringe ich die Tage vor meinem Geburtstag im April doch wieder allein. Vielleicht wirklich die einzigste Zeit dieses Jahr in der es mit wirklich schlecht ging. Zur Aufmunterung ein Geburtstag mit den engsten Freunden, die es auch heute immer noch sind.

Es folgt eine Zeit die so im Flug vergeht das ich keine einzelnen Daten herauspicken kann. Es begab sich irgendwann im Mai das ich plötzlich einen neuen Freundeskreis aufbaute, der viel Energie von mir verlangte. Partynächte, ungewöhnliche Leute und viele Erlebnisse außerhalb des grauen Lebens. Gleichzeitig arbeite ich an einem Projekt, das eine 6 jährige Studientätig abschließen sollte. Der Erfolg sollte sich im Oktober endgültig vollenden.

Für den 17. September muss ich ein Erlebnis als ganz besonders markieren. Wenn man fast 1 Jahr darum kämpft, mehrmals verarscht wird und dann trotzdem vertraut kann das nur etwas mit Liebe zu tun haben. Kurz vor um 5 mitten in der Nacht, ganz allein und ein paar Monate später im Dezember zwischen vielen Menschen. Es soll genauso sein. Wir wissen es voneinander, aber wir leben es nicht aus.

Den Winter habe ich ganz ausgiebig mit einer Lieblingsbeschäftigung verbracht. Das was dazwischen „Sturm“ und „Das Haus (Neubau)“ passiert ist für außenstehende sicherlich rätselhaft. Für mich ist es Ausdruck größer Liebe, die in Überwindung von Ängsten gipfelt.

In diesem Sinne

Boom

Auf ein gutes Neues Jahr

gefangen

Ein einzelner Händedruck und dabei haben wir uns nicht einmal in die Augen geschaut. Das ist also das Ergebnis eines zweiten Treffens. Es ist so konträr zu allem was ich bisher erlebt habe das ich immer noch nicht einordnen kann wo ich gerade stehe. Da habe ich sogar das Gefühl versagt die Neuropsychologie. Wir wissen wie wir es ausdrücken das wir uns lieben, aber wir wissen nicht wie wir damit umgehen soll. Also verschweigen wir das Problem einfach. Aber was tun wenn wir doch plötzlich einen Raum teilen. Das sich Interessen überschneiden ist natürlich und selbst in so einer großen Stadt wie Berlin ist immer Platz für ein Wiedersehen.

Also ist plötzlich alles Realität. Im Nachhinein wird mir bewusst, das nichts zufällig war. Der Ort an dem wir tanzten, die Art wie wir uns kleideten und auch die Personen die um uns rum waren. Alles gewohnt, alles vertraut und eigentlich wäre es dich nur ein kleiner Schritt. Doch wir beide sind gefangen und wissen nicht was passiert wenn wir uns übertreten und kommunizieren müssen. Ich vermisse den Diskoähnlichen Zustand in dem ich mich fallen lassen kann. Ich häre mein Herz nur allzu deutlich schlage, zucke, tanze, transpiriere und entscheide im letzten Moment einen Schritt.

Es bleibt nichts, nur das Gefühl das ich weiter dabei bleibe wie es schon in etlichen Beiträgen zuvor erwähnt habe.

Als ich ausging ahnte ich den Ausgang

Ein Samstag im November. Genau so grau wie er in jedem Gedichtband beschrieben wird.
Schon der Start in den Tag war äh. Mit meiner Gastfamilie wo ich zur Untermiete wohne zog sich das Frühstück wieder fast bis 11 Uhr hin. Der verspätete Vormittag verlief unspektakulär. Ich pendelte zwischen PC und etwas Hausarbeit. Gleichzeitig warte ich auf eine SMS, vergebens, ich hatte bereits geahnt, dass sich derjenige nicht trauen würde. Verspätet dann das Mittag essen. Frikassee vom Vortag, Kartoffeln und Salat wieder zusammen. Ich befürchtete schon dass die nächsten Stunden in weitere Langeweile enden würden.

Doch plötzlich klingelt das Telefon. Ein Freund auf den bisher immer Verlass war braucht Hilfe beim Umzug. Endlich bin ich in Action. Schnell organisiere ich noch einen weiteren Helfer und schon 10 min später fahre ich los. Es wird ein toller Nachmittag. Wir tragen Möbel bis in die 4. Etage, das Gefühl zu helfen tut gerade jetzt richtig gut. Zum Abendessen gibt es einen Burger und es steht die Frage. Wie weiter?

Ich wechsel das Oberteil, aus altmodischem T Shirt wird ein Hemd und gehe zu einer Single Party. Natürlich sitze ich da erstmal allein und rühre in meinem Milchkaffee. Es dauert seine Zeit doch dann komme ich zufällig in Kontakt. Die ersten Zweifel weichen und schon bald setze ich mich um. Freundschaftliche Gespräche. Man lädt mich ein auf ein Getränk und zum Essen, ich koste mich durch Chili Con Carne, Sushi, Kartoffelsalat und Kuchen, Irgendwann ist es 1 Uhr. Die Runde löst sich langsam auf. Mir wird noch ein Stück Tiramisu angeboten.
Ich habe an diesem Abend keinen Traumprinzen gefunden, aber mir erneut bewiesen das es viel besser ist auszugehen anstatt zu Hause zu bleiben.

Ein Gedanke

Zum ersten Mal seit langem, das ich darüber hinaus komme mehr als eine Zeile zu schreiben ohne abzubrechen. Lang war ich auf der Suche nach Inspiration und den Worten etwas richtig zu verpacken. Da war es gut, dass ich Berlin und seine alten Muster für einen kurzen Zeitraum verlassen habe.

Ich weiß, dass ich es schon oft genug thematisiert habe, aber noch nie war der Gedanke dafür so klar wie jetzt. Ich habe überhaupt gar kein Problem damit Anschluss zu finden. Kaum war ich in Köln hatte ich 2 Kontakte. Eine Grundlage, die ich für weitere schöne Tage nutzte. An dieser Stelle darf ich gern einen Dank rausschieben. Dass ich hier keine Namen verwende ist bekannt. Also vielen Dank. Grinsebacke.

Das andere Problem ist eindeutig, dass ich nach wie vor allein bin. Verdrängen funktioniert ganz gut, aber es gibt dann immer diese Situationen, wenn man allein im Café sitzt oder schlimmer noch nach Hause zurückkehrt und weiß das niemand am Hauptbahnhof.
Um es etwas konkreter zu formulieren. Ich habe mittlerweile gelernt wie du funktioniert. Nachts wenn alles schläft bist du wach und in Aufruhr. Ich würde gern mit dir sein.

Hast du mich lieb?
Ich blies dir arge Wolken von der Stirn und tat ihr blau
Was tust du mir in meiner Todesstunde?

Das kleine Glück

ch kann ein ganzes Wochenende unterwegs sein und Sonntag Abend trotzdem traurig im Bett liegen. Ich gebe alles, bin ständig auf der Suche und erweitere meinen Horizont. Das bringt alles Glück, flüchtiges Glück. Glück ist sowieso ein flüchtiger Begriff wie ich gelernt habe. Es kann schnell da sein und ebenso schnell verfliegen. Ich nutze jede Möglichkeit, stehe auf der Karaokebühne oder tanze mir in der Disko einen Ast. Das heißt ich verrenke mich möglichst geschickt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das was ich mit nach Hause nehme ist die Erkenntnis, dass das alles wenig Beachtung findet. Vielleicht mag der ein oder andere mich beobachten oder ich ihn, aber trauen muss man sich, den Schritt wagen, funkeln muss es in den Augen und klappern in der Kiste.

Das kleine Glück ist etwas ganz anderes. Es kommt spontan und unerwartet. Ich erledige meine Arbeit, als Pizzafahrer. Nicht sonderlich gut bezahlt oder beliebt, fühlt es sich an wie eine Pflichtaufgabe.

Das kleine Glück überrascht mich auf einer meiner letzten Fahrten. Eine Familie hat bestellt. Die kleine Tochter, höchstens 5 freut sich am Eingang ganz besonders. Sie gibt mir das Trinkgeld und 2 selbstgemalte Bilder. Vielleicht nur gekritzel für den einen, aber für mich eine Aufmerksamkeit die von Herzen kommt, für einen Jungen der Sonntag Abends ohne Familie allen im Bett liegt.

Das kleine Glück ist, wenn ein Mensch online ist

Liebeskreisel

Die schönsten Momente im Leben nimmt man real kaum bewusst wahr, aber sie prägen, im Besten Fall ein Leben lang.
Es ging in so vielen Beiträgen genau darum, dann scheue ich mich jetzt auch nicht davor es auf den Punkt zu bringen.
Die größten Ängste überwunden, alle Zweifel beiseite geräumt und ein spontaner Moment. Es ist Nacht, vielleicht genau eine Uhrzeit wo nur noch wenige auf den Beinen sind, aber genau jetzt beschließen 2 Menschen den großen Schritt zu wagen. Von ganz allein zu Zweisamkeit in wenigen Sekunden kann das wirklich funktionieren? Auf die Antwort warte ich bis heute noch.
Vergessen werde ich nie, weitermachen muss ich trotzdem.
Es ereignet sich eine gewisse Zeit später. An einem unbekannten Ort, äußerlich betrachtet brach liegend, innerlich gut ausgestattet für Musik. Und Musik ist das Motto dieses Abends. Es beginnt ganz schüchtern, mit mitklatschen etwas Fußwippen, doch schon Minuten später springen alle quer durch den Raum. Das meist gewünschteste Lied erklingt und es bildet sich ein kleiner Kreisel, diesmal zu 4.
Ein Liebeskreisel

Veränderung

Veränderung beginnt im Kopf. Veränderung entsteht durch machen.

Kreativität ist das was du bist. Kreativität ist das was du machst.

Bin ich ganz nah dran oder doch noch weit? Momentan ist das alles ungewiss. Ich fühlte mich abgetrieben, die Gedanken verloren auf dem dunklen des Meeresgrundes. Ich musste mich sammeln. Stillstand war jetzt keine Lösung, Spontan musste es sein, denn manchmal ist Veränderung die beste Lösung.

Hauptsächlich habe ich mich modernisiert, diesmal nicht äußerlich oder modetechnisch, sondern technisch. Etwas eigenes besitzen, das auf dem Stand der Technik ist und sinnvoll meinen Tageslauf begleitet. Ich mag wieder etwas mehr zurückkehren zu dem wo ich mal hergekommen bin, klassisch zocken, an einer Konsole bei Sportspielen, diesen Wunsch habe ich mir erfüllt.

Dazu kombiniert und dekoriert neue Möbelstücke. Im Stil der Zeit, in dem Stil wie ich ihn mag. Die roten Kerzen auf blauem Steinsand brennen jeden Abend. Der Herbst kann kommen.

Nachziehen musste ich mit der modernen Handytechnik. Touchscreen beherrsche ich schon länger, nun das ganze in einer neuen Dimension mit Internet und Kommunikationsgarantie auch mobil.

Es eröffnet neue Dimensionen und Möglichkeiten, deswegen bin ich näher dran als je zuvor oder weiter weg als ich es je zu träumen gewagt habe.

Ein Kuss

Wenn du im Leben nur einen Menschen küssen könntest wer wäre es?

Mein Freund.

Aber was ist wenn man diesen nicht besitzt. Eltern hat man lieb, okay, aber richtig küssen bis man außer Atem ist und einem die Lippen wehtun, das nur mit meinem Freund.
Ich warte auf genau diesen Menschen. Zwischendurch treffe ich mich anderen, okay ich gebe zu ab und zu küsse ich auch, nur um zu wissen wie es sich anfühlt, aber dieser eine Kuss, dieser eine Mensch, darauf warte ich noch.

Ich weiß nicht welchen Tag, ob Sommer, Winter, Frühjahr oder Herbst, ob morgens oder abends, aber irgendwann werde ich in der S Bahn sitzen oder stehen und zum Ziel fahren.
Vor langer Zeit bin ich im Traum die Strecke fahren, im Blog hatte ich es schon thematisiert und ich bin mir sehr sicher, dass wir auf einem guten Weg sind.

Ein Versprechen

Ein Moment der Spießigkeit und da waren sie die falschen Gedanken. Ich soll mir 2 oder 3 Städte in Deutschland suchen, die mir Gefallen und mich da gezielt bewerben. Moment gefallen schon, aber besser als in Berlin. Niemals.

„Nein nie zurück, nie nie nie…“

Ich habe gelernt hier zu leben und ich habe gelernt zu warten.
Ich habe jetzt ein Versprechen, dass irgendwann einmal für mich alles getan werden wird, damit ich glücklich bin. Eine gewaltige Aufgabe, los nimm sie an, du wirst nicht glauben wie unglaublich gut dir das tun wird.

Ich habe noch kein Versprechen für eine weitere Beschäftigung hier, aber ich weiß warten heißt auch hier die Devise. Ich werde meinen Platz und meine Nische finden.