Meine Füße tasten sich durch die Welt. Diesmal spüren sie ganz neue, aber auch altbekannte Sachen. Zu dem Boden haben sich wieder Blätter gesellt und die Straßen sind voll damit. Also lasse ich meine Fü0e schleifen und ein rascheln entstehen. In der Hektik achtet niemand darauf. Ich bin diesmal ganz anders. Schweigen ist diesmal meine Kommunikation. Ich genieße einfach so wie es ist.
Sicherlich waren die Pläne andere. Ich bin ja nicht allein. Worte reichen als Aufmerksamkeit. So vergehen die Stunden irgendwo in der Stadt. Ich lasse mich begeistern und schaue langsam dem Sonnenuntergang entgegen. Wir verschwinden in Geschäften und irren in der Puppenabteilung umher. Süß wenn 2 Jungs für eine dreijährige Nichte nach einem Geschenk suchen. Überforderung macht sich breit und so bleibt es nur beim schauen.
Es ist dunkel. Die Blätter sind mit etwas Feuchtigkeit bedeckt. Manchmal verliere ich den Halt und muss mich stützen. Zum Glück fasst jemand zu.
Kategorie: Blog
Stunden
Vierundzwanzig Stunden.
Es ist die fünfte Stunde und dreißigste Minute. Ich bin kurz wach. Alles ist stumm, auch das Handydisplay hat mir nichts mitzuteilen.
Es ist die sechste Stunde und zehnte Minute. Der Radiowecker spielt eine Melodie und ich werde entgültig wach. Fünf Minuten verweile ich noch.
Es ist die sechste Stunde und vierzigste Minute. Ich sitze am Frühstückstisch. Auf meinem Teller liegt ein geteiltes Brötchen und ein paar Apfelspalten. Noch träume ich aber die süße des Apfels und die Harmonie des Tee´s erwachen mich.
Es ist die siebte Stunde und zwanzigste Minute. Nach einer erfrischenden Fahrradfahrt bin ich auf Arbeit angelangt. Ich genieße für einen Moment die frische Luft und strahle kurz.
Es ist die zehnte Stunde und vierzigste Minute. Ich pausiere kurz, heute habe ich nur eine Banane dabei,
Es ist die erste Stunde nach Mittag. Wir haben beschlossen gemeinsam Mittag essen zu gehen. Unglaublich der Humor hat mich gepackt.
Die Zeit vergeht ein Stück.
Es ist die dritte Stunde nach Mittag und die vierzigste Minute. Ich habe mich für den Heimweg zurecht gemacht. Gemütlich rolle ich nach Hause, lasse die Sonne im Rücken strahlen und warte ab.
Es ist die sechste Stunde. Es ist sehr ruhig so allein. Der Fernsehe läuft stumm, ab und zu mag ein Mensch der etwas wissen mag, aber die interessanten Dinge bleiben aus.
Es ist die achte Stunde und zweiundvierzigste Minute. Viel ist nicht passiert heute. Trotzdem blogge ich.
Anstand
Was macht Berlin nur aus mir. Es ist mir wirklich peinlich zu spät zu kommen, auch wenn ich wenig dafür kann.
Du tapferer Junge hast viel mit mir durchgemacht heute. Umgebucht vom Potsdamer Platz, auf den Alexanderplatz, auf das Ostkreuz und letztendlich wieder auf den Alexanderplatz.
Ich lieg in deinen Armen, atme durch und weiß nicht wie ich es sagen soll. Komm wir erklären uns Berlin.
Auf geht´s. Am Potsdamer Platz die erste Überraschung, ein roter Teppich, nicht für uns aber er versperrt uns den Weg. Sony Center, wir suchen einen Geldautomat und erklären uns dreidimensionales denken. Erst im Untergrund werden wir fündig.
Dann geht es hinauf, mit dem 2. schnellsten Fahrstuhl Europas. Komm wir erklären uns Berlin, im Nebel und Smog. Wo ist der Hauptbahnhof, wo der Kurfürstendamm und was steht da eigentlich auf dem Schild an dem Gebäude in der Ferne.
Pausieren, im Panoramacafe. Ja wir werden ernst genommen und zu Kaffee und Kuchen taucht Berlin sich in die Dunkelheit und das Licht wird rot.
Wir gehen weiter, zurück mit dem schnellsten Fahrstuhl Europas. Es kribbelt im Bauch, wir atmen durch, es ist lustig.
Du bist dran. Erklär mir Berlin. Brandenburger Tor. Abgeordnetenhaus und Kanzleramt, über die Spree zum Hauptbahnhof. Weiter mit der S Bahn. Ich bin dran, eine Frau möchte wissen wo man Deutsch essen kann. Ich erkläre es. Du bist dran. Lush hat Badekugeln, ich seh mich baden. Weiter, vorbei an Musik und im Licht der Stadt zurück.
Wir sind dran, eine kurze Umarmung und schon ist es vorbei.
im Spiegel
Ein graues Tuch, es hängt in den Wolken. Dazu gesellen sich tausend Wasserperlen, spielen Nebel darin. Nichts reflektiert sich, es ist alles einheitlich, unheimlich still. Der Weg hindurch bahnt sich nicht so forsch. Es bremst.
Zum Glück färbt es nicht ab. Der Spiegel glänzt und ich drehe mich davor. Kurz im Haar umhergewuschelt bin ich wieder fertig.
Nacht liegt kurz danach recht schwer. Die feuchte Luft fordert immer noch ihren Kampf. Eigenartig das ich immer kämpfe, das war nicht mein Gewand gewesen bisher.
Es fühlt sich gut an, nachts wieder nach Hause zu wandeln, mit dem Wissen etwas erlebt zu haben.
Farbreflexion
Es hat schon etwas wild romantisches, wenn man bei Sonnenuntergang mit dem Fahrrad durch den Wald fährt und die Blätter um einen tanzen.
Es ist nicht wirklich Stille die diesen Moment begleitet, der Herbst hat seine ganz eigenen Geräusche.
Ein Herz, tausend Schläge, meine Brust. Ich trete in die Pedale über Wurzelwerke und durch braune Pfützen führt mich mein Weg weiter. Ein Plan im Kopf, viele Gedanken, auch die junge Frau mit ihrem Kind an der Hand kann diesen Weg nicht aufhalten.
Es ist wirklich schön abseits zu sein, aber diese Momente sind rar gesäht.
An der Kasse von ALDI sitzt ein Mann der steif und überfreundlich einen wunderschönen guten Tag wünscht. Das scheint also Realität zu sein. Und gerade Platzt der Traum.
Es ist nicht mehr weit, die Heizung steht schon auf drei und die blaue Kuscheldecke wartet auf ihren Besitzer. Es ist komisch da rolle ich mich ein und schlafe weg, so allein.
lauter
Ihr seit laut, wir sind lauter. Ob nun Suzie von Klee in ihrem Disco Oberteil mit enger Jeans, Felix von Polarkreis 18 im gewohnten weiß oder alle anderen Künstler, ich bin Konzertmäßig mal wieder unterwegs gewesen.
Auftakt noch harmlos mit einer Mischung aus Klassik und Elektronik zur Arte lounge. SO geheim das ich jetzt noch nichts spezielles sagen kann.
Schon einen Tag später zu einem kleinen Konzert von Fertig los! In einer der ersten Reihen, mitsingend.
Definitiv aber der Höhepunkt zum lauter Festival am Samstag. Endlich mal wieder was los in der alten Heimat Zwickau. Der Auftakt zu Kopfüber noch sehr laut mussten wir vier, ja ich war nicht allein allein uns erst mal auf die Tribüne zurück ziehen. Später solle es dann besser werden. Spätesten bei Baru, aber allerspätestens bei SK5 war der Sound dann besser eingestellt.
Die Höhepunkte am Ende, das gleich 3 an der Zahl. Ich hatte mich auf Klee gefreut, eine eher romantische Show erwartet und musste sehen das die live gewaltig rocken kann, wie zum Beispiel bei „Lichtstrahl“ oder dem bekannteren Hit „Gold“
Bei Polarkreis 18 erwarteten natürlich alle das Lied schlechthin, bekamen eine abwechslungsreiche Show mit Stage diving und durch die Menge laufen bekommen. Zum Schluss gab es dann doch allein allein und ich hüpfte umher.
Das Culcha Cundela auch aufgetreten sind und die Show toll war erwähne ich, aber es ist halt nicht so mein Musikstil.
Abenteuer
Ich möchte ein Gefühl konservieren, unbeschreiblich gut zwischen Nervenkitzel und Erleichterung.
Es ist Samstag Morgen und ich bin nach 2 Wochen Praktikum mit meinen Kollegen auf Betriebsfahrt. Es sind fast 40 Mann, ich kenne sie noch nicht alle und bin ein wenig unsicher. Aber keinen stört das. Einer sagt sogar: „Flo, schön das du gekommen bist.“
Ich bin erleichtert, wir stehen vor dem Abenteuer und Kletterpark in Potsdam und sind ein wenig aufgeregt. Wir sind angeschnallt und stehen kurz vor dem Startpunkt. Ein Mädchen steht neben mir und sagt: Flo, ich habe Angst.“ Ich antworte und sage: „Ich auch“
Wir sichern uns und steigen in den Parcour ein. Der Anfang macht Spaß. Wir hangeln und von Plattform zu Plattform, über Schwebebalken, Seile, Netze und bewegliche Elemente.
Es wird immer schwerer aber wir schaffen es.
Ein gutes Gefühl.
Willst du bei mir bleiben?
Es ist 06:00 Uhr. Ich esse ein Salamibrötchen und trinke Pfefferminztee.
Es ist grau und blau am Himmel.
Es ist etwas leere in meinem Kopf.
Mir fehlen Worte um etwas zu beschreiben, still träume ich vor mir hin.
Entfernt nehme ich die Stimme aus dem Radio wahr.
Sanft beginnt Musik plötzlich auszusprechen was ich denke. Ich höre diese Melodie das erste mal und schweige.
Als der Text beginnt bin ich verzaubert. Alle Knoten lösen sich.
Es sind tatsächlich Klee die mich verzaubern.
Weiter plätschert das Lied. Ich fühle Sonnenstrahlen in mir und sehe mich auf einer Bank im Park sitzen.
Wer will mit mir bleiben?
Gedanken
Warum sitzt da ein Mann am Spreeufer ganz allein. Er ist fein angezogen mit schwarzen eleganten Hosen und einem langärmligen lila Hemd. Sein Blick ist traurig und es ist ungewöhnlich.
Warum sitzt da ein Mann am Spreeufer ganz allein. Er hat ein Blindenabzeichen an der Jacke aber eine Fotokamera in der Hand. Er schaut nichts sagend und wartet auf einen Lichtblick.
Warum jagen mehrere Männer am Plänterwald sich durch den Wald. Sie tragen Hosen im Armeestil und schwarze Hemden. An Stöcken haben sie Fotokameras befestigt und es sieht aus wie ein Spiel aber dann klettern sie über den Zaun des stillgelegten Spreeparks und es wird illegal.
Warum spricht mich ein fast zahnloser Mann am Dönergeschäft in Adlershof an. Er erkennt sofort meinen sächsischen Dialekt und weiß sofort gut Bescheid. Er kennt Details über diese Region und scheint auch Fachwissen zu besitzen.
Die Heimfahrt nach meiner heutigen Stadttour bleibt rätselhaft.
Sprücheklopfer
Heute mache ich mir kein Abendbrot.
Heute bin ich stolz.
Wer reckt da sein weißes Näschen in den Wind.
Auf dem Fahrrad da, das junge Kind.
Es läuft und es ist so fantastisch einfach das es mir alle Ängste nimmt.
Tausend Regeln gibt es um Wäsche zu waschen und ich merke mir einfach nur 60° für Handtücher und Unterwäsche und 40° Wäsche für T-Shirts und Überzieher. Damit Mutti beruhigt ist schnell noch ein Farbfangtuch eingeworden und los geht das Gerumpel.
Zwischendurch wird Abendbrot gegessen, heute bin ich stolz.
Alles noch fein säuberlich aufgehängt darf die Kühle Abendluft nun trocknen.
******************
Angeblich hat meine Tante heute im IKEA Thomas Gottschalk erkannt?
Scheiss indie leben
Überschrift falsch geschrieben. Ja das ist so ein Scheissindieleben.
Eigentlich bin ich ja einer dieser Pop Sternchen, die ganz süß und spießig ihre CD von der Lieblingsband nach dem Konzert signieren lassen und stolz und cool sind. Dem Trend hinterher das ist doch kein Leben.
Berlin was machst du aus mir?
Ich zwänge mich in eine schwarze Röhrenjeans. Das Feuer in den Beinen lodert plötzlich. Der Arsch knackig und gay. Ich fühle mein Scheiss Leben gar nicht mehr.
Das Oberteil soll heiß sein. England geht immer. Blau und gewickelt kommt drüber jetzt hält mich wenig mehr. Die Brille ist der Oberhammer, die Kabine wird zum tanzfloor.
Indie.
Bin ich dabei.
Will kein Depp mehr sein.
Berlin das macht du aus mir.
Zwischen Extremen
Ferngesteuert, Automatisch.
Es braucht nicht viel. Ein guter Moment, ein wenig Musik, ein wenig Platz und schon flitzen 2 hektische Beine auf wenigen Quadratmetern Teppichboden hin und her, das ganze nennt sich dann tanzen oder besser gesagt eine Mischung aus Jubelarie und tanzen. 3-5 Minuten je nach Stimmung und ausgewähltem Liedtitel, dann ist alles vor rüber und beruhigt sich ganz schnell.
Ein wenig mehr braucht es für das andere extrem, meist nicht ganz ohne Grund baut sich hierbei langsam Spannung auf und entlädt sich dann ebenso in 3-5 Minuten in Tränen, Selbstmitleid und eigener Enttäuschung. Oftmals folgt darauf ein fettes grinsen, verbunden mit dem Wissen das doch alles gar nicht so schlimm ist.
Es folgt die Feststellung das sich mit beiden Extremen ganz ausgezeichnet Leben lässt, ich möchte es gar nicht missen.
