Krass Flo, krass krass krass

Überschrift falsch geschrieben, das kennen wir doch schon!

Alte Zeiten kann man nicht aufleben lassen. Ich finde zurück ist kein erstrebenswerter Weg. Der Weg nach vorn ist gerade ein extrem energetischer.

Heute blogge ich und dabei habe ich gar keine Wut in mir. Gut ich wollte einen Witz machen. Einen Witzel über den Fritzel, aber ich bin da vorsichtig geworden. Es gibt Menschen die glauben eine unheimliche Macht zu haben. Sie könnten, Achtung Konjunktiv, dich um Schlaf und Verstand bringen. Sie könnten machen, das es dich deinen Job kostet weil du einen Flug buchst und nebenbei verlierst du alle deine Freunde

Kleiner Mann großes Syndrom. Schön das alles nur Konjunktiv ist und nebenbei eigentlich alles besser wird. Gerade ist das so das ich strebe, lebe, irgendwelche kleinen Reime bastle und irgendwie keine Zeit finden für diesen Schatz an Blog hier. Mit all seinen Worten, Rechtschreibfehlern und Zitaten die durch die Straßen von Berlin getragen werden.

Es lodert und dennoch will ich versuchen es hier aufleben zu lassen.

Ein verlorenes Wochenende

Ich mag mich. Ich mag die Stille. Ich mag das Laute. Ich mag meine Ordnung und dich mag es nicht wenn man in diese eindringt. Natürlich habe ich die Zeit und könnte jeden Keks in eine Dose packen, jedes Handtuch falten oder mehr Sauberkeit halten. Aber ich muss auch sagen, dass ich meinen nicht ganz so pedanten Lebensstil mag. Ordnung hat für mich eine andere Priorität. Ich habe die Dinge gern griffbereit, unverpackt und neige dazu zu benutzen.

Es ist ja auch so dass selten jemand zu Besuch kommt und ich mag es auch nicht sich zu verstellen. Solang die Toilette sauber ist, der Stuhl freigeräumt ist und ich sauberes Geschirr anbieten kann ist alles gut, Das andere kann man auch mal übersehen und ich weiß sowieso von Besuchen in anderen Wohnungen das es selten besser ist.
Verloren habe ich dieses Wochenende, weil jemand meinte Ordnung halten zu müssen, es zu perfektionieren und Systeme zu verändern. Ein Eindringen in meine Privatsphäre da werde ich auch gern laut und giftig.

Okay gut ich habe akzeptiert und werde auch etwas daraus lernen. Wer mich vermisst hat muss sich selbst die Frage stellen warum er nicht mal nach mir gefragt hat und ab Montag bin ich wieder da wo ich hingehöre. Nicht zu Hause sondern unterwegs.

Egal

Eigentlich wollte ich diesen Eintrag schon letzte Woche schreiben – Egal

Eigentlich sollte dieser Eintrag einen anderen Anfang haben – Egal

Wäre Egal ein Rap, ich würde ihn so rappen E-G-AL, und noch einmal. E-GE-AL.

Wäre Egal eine Person, ich würde sie nicht kennen.

Letzen Samstag war mir von dem einen auf den anderen Moment alles egal. Ich hatte mich schon am Tag dafür wieder einmal dafür eingesetzt meine Freunde an einem Ort und Abend zusammen zu trommeln. Es hat nicht ganz so gut geklappt. Vielleicht ist gerade nicht die Zeit dafür. Der Winter friert die Skala an Aktivitäten ein, Krankheiten gehen um, und am Ende bin ich froh wenn sich eine kleine Gruppe bildet.

Aber da war ja noch dieser eine besondere Mensch, dem ich besonders viel Aufmerksamkeit widmen wollte. Der Start war gut. Pünktlich verabredet und ohne Probleme getroffen. Ein ruhiges essen zum Einklang und dann ein Abend mit Freunden. Aber plötzlich war ich egal. Er auf der Balz, ich im Schatten. Das schmeckt mir nicht, da bin ich empfindlich.

Nun ich habe mir überlegt, wenn egal ein Wort ist das uns beschreibt lege ich meine Naivität ab und lasse alle Planungen weg. Wunderbar schon eine Woche später bin ich freier. Ich gehe wohin ich mag, finde neuen Anschluss, halte alten und mag auch die Zeit mit mir ganz allein.

Wunderbar statt egal

Im Stillschweigen

Wir hatten uns noch einmal diese Chance gegeben. Vereinbart waren ein Treffpunkt und eine Uhrzeit. Erschienen bist du nicht. Es war deine und unsere Entscheidung. Es ist das Ende einer Serie, von der es keinen neuen Anfang geben wird.
Reden wollten wir. Einen genauen Ziel oder Plan hatten wir nicht. Es wäre wohl auch nur mehr um Versöhnung gegangen als viel mehr. Wahrscheinlich hätte ich auch meine Glaubwürdigkeit verloren, wäre wirklich etwas Besonderes passiert, so wie damals im April. Wir hatten einen Abend vorher persönlich gesprochen, ein Friedensangebot hatte ich gemacht, mehr will ich nicht.

Deine Sachen stehen adressiert im Flur. Morgen trage ich diese zur Post. Eine Kiste mit Erinnerungen, ich schicke sie zurück. Ich will diese Erinnerungen nicht. Kein Foto, keinen Brief, kein Plüschtier, kein Kissen, keine Ü-Ei Figur, keine CD. Nicht von einem Menschen und das muss ich so offen sagen, der mich Geschlagen hat und nicht in der Lage ist, sich zu entschuldigen.

Für meine Gedankenwelt markiere ich nun auch einen Neuanfang. Ich bin wieder auf der Suche. Ich weiß es fällt mir schwer jemanden das Gefühl zu geben, das er jemand ganz besonderes ist. Eine erste Andeutung fällte ich am Freitag. Ich suche nicht nur nach dem, sondern nach mehr. Jemand der für eine ganz bestimmte Sache brennt, für die er alles geben würde. So wie ein Engel und Küsse wie Sand am Meer. Probieren wir es, geben wir uns Zeit.

Früher war mehr offline

Viel passiert ist in den letzten Tagen nicht. Alles ist sauber, ordentlich und vorbereitet. Fast möchte ich schreien, ab morgen bin ich offline. Na ja fast. Ich werde meinen Rhythmus umstellen. Aufstehen um 5:30 Uhr. Arbeitsbeginn 7 Uhr. Feierabend 16 Uhr. Erreichbarkeit nicht vorhanden, warum auch?

Für mich ist es besser, ein logischer Schritt nach einem Arbeitssuche und Veränderung wird damit einkehren. Ich freue mich darauf nicht mehr die Zeit totschlagen zu müssen oder ständig erreichbar zu sein. Mein Leben wird straffer organisiert sein, darin bin ich ja sowieso perfekt.

Auch für die Freizeit danach gibt es konkrete Hobbys und Pläne.
Schön ist es trotzdem Freunde zu haben, denen eine Nachricht freut oder die meine Leben mit mir teilen. Es wird alles knapper werden, aber nicht unmöglich.

Phase 2 ist damit überwunden. Phase 3 heißt Neuanfang und Aufbruch zu neuen und alten Ufern.

In meinen Händen liegt ein Jahr

Jahresrückblick schreiben. Nach der Reaktivierung des Blogs die nächste Aufgabe, auf dem Weg zurück. Im Radio läuft schon der Jahrescountdown der besten Hits, also wird es Zeit.

In meinen Händen liegt ein Jahr. Auf der einen Seite wiegen positive Dinge schwer, sie liegen mehr in der Zukunft. Ich habe meine Wohnung bezogen und mich eingelebt. Ich habe Arbeit gefunden und werde in wenigen Tagen starten, das ist die größte Freude momentan.

Die andere Hand ist leer geworden. Ich habe mich verstellt, falsch verhalten und war nicht Ich. Verloren habe ich Freunde und Kontakte und starte auf diesem Gebiet recht frisch.

Nun etwas Chronologie. Im Januar stand ich recht im frisch im Saft. Zu mindestens, was das ausgehen anbetrifft übertrumpfte ich mich Woche für Woche selbst. Ob ich dabei immer ich selbst war, weiß ich nicht so genau. Oberflächliche Kontakte sammeln, die Nacht zum Tag machen, irgendwas ging immer und ein Ende gab es nicht. In einem war ich mir stets sicher. Ich strebte und traute mich im April das erste mal, auch im Mai, auch, auch, auch… bis in den Dezember hinein.

Einblicke in neue Welten, unabhängig davon ob ich nun da sein wollte oder nicht. Ständige Weiterentwicklung im Kopf wandte ich mich alten Tugenden ab und wurde das erste mal im Leben richtig frech.

Ich will es doch allgemein halten, weil es keinen Moment gibt, den ich speziell für 2013 charakterisieren möchte.

Wir sehen uns bald wieder hier.

Happy new year

Lernen glücklich zu sein

Muss ist kein schönes Wort. Ich war für einige Tage in der Heimat und meine Mutti sagt gern „müssen“. Ich finde das nicht passend. Ein können, dürfen, wollen oder selten auch ein sollen klingt besser in meinen Ohren.
Niemand hat zu mir gesagt, dass ich bloggen muss. Es gab ein neues Projekt in dem ich mich zu gezwungen fühlte. Dies hier ist mehr meine Persönlichkeit und Freiheit, deswegen reaktiviere ich den Blog.
Bevor ich den Jahresrückblick schreibe ein paar Worte zum aktuellen Stand.
Ich weiß nicht genau ob es mir gut geht oder schlecht. Ich muss lernen Dinge die passiert sind zu akzeptieren und mit dem was ich habe glücklich zu sein. Dabei helfen kleine Dinge. Heute war es ein Spaziergang durch die Heide.

Fakten und Gefühle

Es ist kein gutes Zeichen, wenn ich nachts aufwache, fantasiere und mit mir selbst rede. Ich bin schon neben meinem Freund eingeschlafen und habe etwas geredet, aber da war es im Traum. Das was gerade mit mir passiert sind psychische Vorboten, ich muss sie beachten.

Zweimal standest du am Wochenende in meinem Raum. Hinter dem Bett wolltest du mich erschrecken, auf dem Sofa hast du gewartet. Du warst so nah und doch so fern. Ich habe geredet und nicht verstanden. Am Morgen war ich nass geschwizt und habe mich zum Frühstück geschleppt.

Das alte Leiden ist wieder aufgebrochen. Damals, gebeutelt vom jahrelangem Mobbing kämpfte ich gegen Kakao und Filinchen. Heute sitze ich am Frühstückstisch und fülle meine Schale Müsli mit wenig Freude. Ich lebe in einem Haus ohne Leben. Ich bin der einzige Bewohner hier und fast alles was ich benutze gehört nicht mit mir selbst. Ich habe wenig Raum für Gestaltung und Persönlichkeit.

Ich will gern alles ändern. Eine Arbeit haben, in einer eigenen Wohnung am Frühstückstisch sitzen, nachts mit mir selbst und morgens mit dir reden.

Aber willst du das auch?

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Guten Morgen, gute Nacht

As the sun goes down neon is all we have
And it’s calling all the lonely people

Auf Deutsch.
Wenn die Sonne untergeht, ist Neon alles was wir haben.
Und es ruft alle Menschen, die einsam sind

Sundown im GMF.
Sonnenuntergang auf einer Dachterrasse in einem Club, in dem sonntags eine der besten Partys der Stadt untergebracht ist. Sie ist schwul. Macht ausgerechnet das den Unterschied?

Gestern war ich allein, ohne dich und trotzdem traute ich mich. Ich trug dasselbe Oberteil vom Vortag, Neongrün.

Vielleicht mag es Zufall sein, vielleicht Absicht. Ich rufe dich.

Ja, gestern musste ich unbedingt an diesem Ort sein. In meinem Streben nach Perfektion und Einmaligkeit war ich um 21:23 Uhr auf der Dachterrasse, exakt 5 Min. nach Sonnenuntergang. In diesem Moment ging es um nichts, nur um den Moment, den ich mit mir selbst genießen wollte. Da sind alle anderen Gäste um mich herum gesichtslos.
Was mich von anderen Menschen unterscheidet, ist mein Mut. Ich gehe gern allein weg und traue mir zu, den Schritt zu tun und in eine bestimmte Welt einzutauchen. Manchmal finde ich Anschluss, manchmal nicht. Mir fällt es schwer, wenn ich gar niemanden kenne, wenn der Ort an dem ich mich befinde mich abweist und mich nicht inspiriert.

Gestern war perfekt. Ich fand Anschluss in Freunden, die vernünftig sind, ein gepflegtes Gespräch bevorzugen und Zusammenhalt beschwören. Ab und an entfernte ich mich, weil ich wieder allein sein wollte. Mit einem vermissenden Gedanken an dich und meiner Leidenschaft zu beobachten, trieb ich umher. Auf dem Elektrofloor fand ich jene Außergewöhnlichkeit, die mich begeistert: 2 Damen und ein Herr tanzen zuckend umher, in einer Mischung aus Yoga und Tanz verschmelzen sie zu dem Beat. Sie beschließen ihre Schuhe auszuziehen, damit sie sich besser erden können. Es mag witzig aussehen, aber sie gehören an diesen Ort wie jeder andere auch.

Perspektive

Ein Zwiegespräch mit mir selbst, 4 Tage lang. Was passiert wenn Berlin plötzlich zu viel wird und ich es auf einen kleinen Zweizeiler reduziere. Wichtig sind die, die wichtig sind. Nicht wichtig sind die, die wichtig sein könnten.

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Glasperlenspiel

Glasperlenspiel, das sind nicht nur Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg, sondern mitlerweile, neben dem Schlagzeuger, mit Bass und Gitarre auch eine richtige Band.

Deutscher Pop, elektronisch verfeinert und tanzbar aber auch nachdenklich, so präsentierte sich das Duo am Freitag bei Ihrem Abschlusskonzert in Berlin.

„Ich schwör dir, heute sind wir grenzenlos“
Das ist nicht nur der Auftaktsong, sondern auch gleichzeitig Motto des Abends. Zu den bekannten Hits gesellen sich im Laufe des Abends viele tanzbare Stücke aus dem aktuellen Album. Mit Licht und Effekten wird nicht übertrieben, der Fokus liegt ganz auf dem Duo, während Daniel fleißig an der Klaviatur spielt und live remixt, singt Carolin gefühlvoll und kräftig. Schnell gewöhnt man sich an Beat und Tempo und vergisst dabei leicht sich selbst. Der angenehme Schwung des Abends wird zur Mitte kurz gebrochen. Eine längere Ansage fordert zum Innehalten auf. „Wollen wir nicht das gleiche?“ heißt es im folgenden Song und die Romantik bricht den Pop dabei.

Zum Ende drehen beide nochmal gut auf. Aus „Risiko“ wird ein richtiger Song zum mitsingen und tanzen. Die aktuelle Single „Nie vergessen“ und der Klassiker „Echt“ dürfen natürlich nicht fehlen.
Im Zugabteil überraschen beide mit einer „Echt“ Remix Version und lassen den Abend mit „Herzzschlag“ ruhig aber bestimmt ausklingen.

Für immer

http://www.youtube.com/watch?v=k1XYSGcY3RY

Der Tag an dem wir beschließen, dass es für immer ist.

Heute bin ich nah am Wasser gebaut. Ich werde aus meinen Träumen gerissen und muss mit ansehen, was die Quintessenz einer Beziehung ist. Das Monatelange Zusammenleben, zusammengepackt in einem fremden Auto. Keine Kraft für Gespräche oder Tränen, nur noch weg von hier. Ausgetauscht gegen jemand, der gerade besser in das eigene Lebenskonzept passt.

Ich möchte nicht ausgetauscht werden. Ich möchte einzigartig sein. 1 Monat ist zu kurz, um zu reflektieren was in 2 Monaten oder 4 oder 8 oder oder oder ist. Ich hinterfrage nicht, aber suche bewusst das Gespräch, um zu entlocken was wirklich wirklich ist. Sicher kann ich mir nie sein, aber ich will, dass das was ich gerade erlebe in dieser schnelllebigen Zeit von langer Dauer ist und irgendwann für immer.

Ich schweige

http://www.youtube.com/watch?v=ib-GL34v9SE

Als ich diesen Blog erstellt habe kündigte ich Großes an. Ich wollte revolutionieren, provozieren und „neu“ sein. Jetzt realisiere ich, mein Blog ist abhängig von meiner Stimmung. Ich kann am besten schreiben, wenn ich Wut und Trauer in mir habe. Jetzt gerade nicht, weil ich glücklich bin. Deswegen schweige ich.

„You don’t know If you could see how much I love you How much better the world gets when you are here.“ 
aus „To the Moon“ von Lena

Auszeit in Sachsen

Am Sonntag um 10 Uhr fuhren ich und 2 Mitfahrer nach Sachsen. Der Beginn der Reise war eher ruhig. Wer Berlin verlässt, der sucht tendenziell Ruhe und Entspannung. So war es auch bei mir und meinen Mitfahrern. Einer wollte auf einen Geburtstag und noch ein paar Tage in der Sächsischen Schweiz anhängen. Der Andere wollte seine Eltern und Schwester besuchen und ein paar freie Tage für die Familie nutzen.

Ab Dresden waren wir zu zweit im Auto. Das Gespräch wurde lebhafter. Es ging um den groben Lebenslauf und Gründe warum man Sachsen verlässt. Schnell waren wir einer Meinung. Job mäßig bietet die Region keine attraktiven Angebote, kulturell noch weniger.

Zu Hause angekommen verfiel ich schnell in den sächsischen Rhythmus. Nach der Nudelsuppe ruhte ich mich auf dem Sofa aus und sah seit Wochen wieder bewusst fern. Danach ging es in den Garten zu Oma & Opa. Es gab Kaffee und Kuchen, wir redeten das Nötigste und ich entspannte.
Zum Abendessen war ich zurück bei den Eltern. Es gab Steaks vom Grill, Salat und Beilagen. Mein Vati präsentierte sich überrascht über die reichhaltige Auswahl. Das Abendessen hatte einen leicht künstlichen Charakter.

Der nächste Tag startete dynamisch. Gemeinsam mit meinem Vati wechselte ich die Reifen an meinem Auto und sorgte für Ordnung. Es ging weiter in die Stadt. Wir erledigten ein paar Dinge und brachten meinen PKW noch in die Werkstatt. Pünktlich um halb 12 waren wir dann beim Mittagessen bei meiner Oma. Die Anfangszeit lest ihr nochmal, ja, ich habe wirklich um diese Zeit gegessen.

Am späteren Nachmittag ging ich mit meiner Mutti auf den Friedhof und unternahm einen Spaziergang durch den benachbarten Park. Wir aßen noch ein Eis auf dem Marktplatz. Eigentlich hatte ich mich mit einer Freundin verabredet bin aber versetzt worden. Insgesamt bin ich sehr enttäuscht von der Verabredungsfreudigkeit meiner ehemaligen Freunde. Von 3 Anfragen blieb eine komplett unbeantwortet, die andere wurde berechtigterweise abgesagt und einmal bin ich wie gesagt versetzt worden.

Ich nutze den weiteren Nachmittag für einen weiteren Besuch bei Verwandten und ließ den Tag zu Hause ausklingen.
Für den letzten Tag zu Hause hatte ich mir nichts Spezielles vorgenommen. Ich hoffte ein wenig auf die Spontanität meiner Mitmenschen wurde aber enttäuscht. So verging der Tag am Fernseher, Computer und mit Bewerbungen. Es gab noch etwas Gutes zu essen, einen letzten Besuch bei der Oma und die Erkenntnis, dass alles wie früher war.

Den letzten Tag nutze ich für einen gemeinsamen Ausflug mit meinen Eltern nach Dresden, eine nette Zwischenstation auf dem Rückweg nach Berlin.

Mein Traum

Ein fürchterlich entspannter Tag und dann schnappte ich mir meinen Jutebeutel und zog davon, um Berlin meins zu nennen.

Ich bin etwas überrascht darüber, erst um 10 Uhr aufzuwachen. Mein Schlafrhythmus ist leicht verschoben, aber meine Schlafqualität exzellent. Forsch starte ich in den Tag und beweise Multitasking-Fähigkeiten. Die Wäsche fliegt in die Waschmaschine, ein anderer Teil kommt in die Badewanne für die Handwäsche und nebenbei gibt Spotify den Takt vor. Meine Finger wischen schnell über das Handydisplay für einen Chat.

Zum ersten Mal seit langer Zeit koche ich wieder frisch zu Mittag. Dazu mariniere ich mir Hähnchen asiatisch, würfel Paprika und gebe zugegebenermaßen eine Soße aus dem Glas dazu.

Auch nach dem Mittag bleibe ich aktiv. Ich sauge mein Zimmer, putze Schuhe und überdenke mein Sommeroutfit. Ich bestelle eine Kette und ein Armband im Internet und noch ein paar Kapseln für meine Kaffeemaschine.

Eine kurze Pause, ich bin fürchterlich entspannt und plane den weiteren Abend. Nach einer kurzen Stärkung kombiniere ich flache blaue Schuhe, helle Hose, rotes Shirt und 2 Accessoires, schnappe mir meinen Jutebeutel und ziehe los.

Erste Station ist eine Bar im Nollendorfkiez. Hier ist ab 21 Uhr zum Bingo geladen. Es ist zwar nicht sehr viel los, aber ich kenne zufälligerweise ein paar Gäste und gewinne an dem Abend auch noch einen tollen Preis gegen wenig Einsatz.

Ich ziehe weiter an den Mehringdamm. Gegen Gästeliste gibt es hier meine Lieblingsparty am Mittwoch im Schwuz. Auch hier kenne ich ein paar Leute und fühle mich sofort wohl. Irgendeine Transe angelt mich für ein lustiges Spiel. Ich werde umgetauft in Stefanie und muss eine Art Minigolf mitspielen. In ihrem Alkoholrausch verteilt sie Freikarten. 5 landen in meinen Händen. Es war ein lustiger Abend.

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Dieser Abend ist nur ein Auszug aus vielen Beispielen. Nach 1,5 Jahren brauche ich mir nicht mehr die Frage stellen wann ich nun endgültig angekommen bin. Viel mehr frage ich mich, wie geht es weiter? Was ist das nächste Erlebnis, was ist die nächste Steigerung?

Anfang der Woche war ich in Leipzig. Eine schöne Stadt, das kann ich behaupten, aber im Detail betrachtet ist das nur ein Auszug. Am Bahnhof in Leipzig Miltitz versuche ich mit 2 älteren Personen in ein Gespräch zu kommen. Meine gehobene Kleidung, wegen einem Vorstellungsgespräch, betrachten sie kurz und reden nicht weiter mit mir. Auch in der Stadt fühle ich mich nicht passend. Wenig hippe Menschen, wenig Leben. Alles eine Spur weniger als in Berlin, für mich eine Spur zu wenig.

Fiese Frage im Vorstellungsgespräch. Angenommen ihr Traumjob würde auf dem Land zu finden sein, wie würden Sie handeln? Bei der Antwort umschiffe ich die Wahrheit ein wenig. Ich finde keine klaren Worte und weiß es doch.

Ich habe einen Traum und dieser besteht nicht nur aus einem Traumjob, sondern aus einem komplexen System, das sich Leben nennt.

Meinen Traum lebe ich gerade jetzt, hier in Berlin.

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