Zwischen den Lichtern

Licht der treibende Faktor, am Tag und in der Nacht. Ich kann es selbst kaum glauben, da stehe ich in der Nacht von Samstag auf Sonntag in einem neuen Club in Berlins Mitte und tanze im flackernden Licht. Der Typ da ist geil, dem ich will ich einen blasen schreit es neben mir, kurz die Impulskontrolle verloren, da hat das Zahnrad wieder ausgehackt. Ich treibe durch die Nacht in Anonymität, Stars und Sternchen links und rechts von mir, das Nichtraucherschutzgesetzt wird an allen Ecken und Enden gebrochen, ich weiß ziemlich genau so wirklich brauche ich das hier nicht und trotzdem ist das die Hoffnung auf den flüchtigen Augenblick, den Zufallsmoment, den schlanken Asiaten der in meine Arme fällt, keiner weiß es genau.

Wie es läuft an der Front werde ich erneut gefragt und ob ich was gefunden habe, eine ganze Welle an Telefonaten später weiß ich das selbst nicht so genau. Dem dürren und abgemagerten Typen den ich in einem koreanischen Restaurant gegenüber sitze traue ich nicht so recht über den Weg. Ist das jetzt noch ein Bewerbungsgespräch oder so eine Art freundschaftliches Mittagessen? Ich packe ganz schnell aus und beantworte eine entscheidende Frage mit nein, weil es keinen Sinn macht fast 80 Minuten zu pendeln, auch wenn mir versprochen wird das diese Branche noch ganz groß wird. Ob jetzt Schweinehälften oder Erbsen in den Cutter kommen sei ziemlich egal, da redet jemand mechanisch sein Fachwissen herunter und versucht mich irgendwie von seiner neusten Faserspinntechnologie doch noch zu überzeugen.

Irgendwo am Rand der Stadt probiere ich mich in einer neuen Absurdität und bin ganz überrascht das alles so reibungslos funktioniert. Es sind die klaren Regeln und eine gemeinsame Idee die diesen Nachmittag glücken lassen. Die Einfachheit die ich beschauen kann macht mich glücklich. Kein aufgemotztes Instagram Profil oder übertriebener Wohlstand, ein paar ausgesuchte Hobbys und physische Erinnerungen statt tausend neue Follower sind hier das Kernelement von Wohlstand.

Mein Biorhythmus beschließt heute liegen zu bleiben. Heute Nacht hatte ich einen Gast, eine Hündin in Form eines Huskys und ich bin ganz überrascht. Unser kennen lernen tastet sich seit Wochen langsam vor ran. Nun die erste Probenacht, die war extrem ruhig, es braucht kaum Worte nur wenig Handzeichen da ist klar, ich besitze etwas zwischen Autorität und Ruhe und das tut gut.

Mein Kalender ist bumsvoll. An durchschnittlich 6 von 7 Tagen habe ich was vor, Absagen trudeln ein und neue Möglichkeiten ergeben sich. Mit etwas Glück und großer Kunst bin ich am Ende der neuen Woche wieder ein Star, ich werde es euch wissen lassen.

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