Wer von „Kuratieren“ spricht, meint damit zumeist die Fähigkeit, Dinge auszuwählen, um sie raumbezogen an Schauplätzen zu präsentieren und dadurch in Konstellationen zusammentreffen zu lassen.
Kuratieren heißt für mich jeden Tag und jede Woche auszuwählen, welche Dinge und Hobbys wähle ich wie aus, mit wem bringe ich mich und meist andere zusammen, wann bestimme ich oder wann lasse ich mich Leiten.
Es ist sozusagen das Wort des Sommers nach dem ich solang gesucht habe. Es musste Zeit vergehen, ich sollte weit reisen und eine ganz andere Art Sommerurlaub genießen. Ich sollte zurück kommen und mich zu fett fühlen. Etwas unterkalorisch und vegetarisch habe ich gelebt, alles Anfang Juli und ganz so wohlgefühlt habe ich mich dabei nicht.
Es sollten Tage kommen mit fast an die 40 Grad, teilweise habe ich mich verkrochen und an anderen brav geschmort.
So richtig das eingestellt nach dem ich suche hat sich irgendwie dann zwischen Festival und heißen Sommernächten. Ich sollte mit großer Disziplin vorangehen und wieder regelmäßig den Schläger schwingen, im Sand Pritschen und Freundschaften wieder so richtig aufleben lassen. Abende bei Cocktail und in neuen Clubs, nächtelang unterwegs und ganz ganz ruhige Sonntage. Immer weniger zu tun zwischen Montag und Freitag, die Grenzen neu verschieben, halbe Tage und einen Text nach dem anderen gestalten. Sich nicht verarschen lassen von viel zu niedrigen Gehaltsangeboten und Gespräche im feinstem Hemd. Zwischendurch eine kurze Modevorführung wie vom anderen Stern, sich besinnen auf Minimalismus und einen neuen Stil. Einen Tick feiner und aufgeräumter soll es werden. Klassisch aber immer noch verrückt. Neue Ideen habe ich immer im Spagat zwischen Konsum und eigentlich nicht brauchen und einer dezenten Erneuerung.
