Ein Zwiegespräch mit mir selbst heut Nacht, das Jahr ist rum.
Es geht ganz vorn los, gleich am 1. Januar, die erste Erinnerung startet nachts zwischen Friedrichshain und Kreuzberg und endet Stunden später auf dem Boden der Tatsachen, ich kleiner Blasebalg. Der Januar ist der Monat der am heftigsten aus der Reihe tanzt, einer der zwischen purem Ernst, Gerichtsverhandlungen und Party bis früh am Morgen steht. Ich habe die Bühne in der Busche mit mäßigem Erfolg erobert und mich selbst exzessiv neu entdeckt. Abgerundet wurde dies mit einer Reise in fremdes fernes unbekanntes Land nach Gran Canaria und einer Lesung mit Freunden auf der heimischen Bühne. Zwischendurch wahrscheinlich ganz viele kleine andere Dinge, die sich in diesen Monat pressen, mit anderen Worten, der Januar hatte es in sich.
Ich bleib meiner Linie einfach treu, der 1. im Februar bot einen ganz heftigen Kontrast, bevor ich mich in das spießige Arbeitsleben verabschiede also noch einmal ein Spieleabend mit Freunden. Danach eine Rhythmusumstellung für das ganze Jahr, ab sofort früh um 6:30 Uhr raus und einmal quer durch die Stadt. Wer jetzt spießig denkt, dem sei gesagt, ganz viele neue Eindrücke, ein Umbau in meiner Wohnung vom Sofa zum Bett, Spieleabende und crazy words mit alten und neuen lieben Freunden, dazu ein Gedicht und immer den Indiehousebeat im Ohr.
Und schon März, erstmals ein bisschen auf der Suche nach sich selbst, eine Perfektion finden beim Badminton am Samstag. Die Struktur in diesem Monat recht klassische geprägt vom Glück auf der Arbeit, bunten T-Shirts die ich gay auftrage und einem Jungen der mit seinem neuen Scooter Spielzeug umherflitzt. Ein bisschen Bingo am Mittwoch und gay unterwegs. Wenn ich was festhalten kann, dann der Abend bei Juli mit jemand ganz unbekanntem und dann einfach nochmal weg mit einem Manager.
Wenn ein Monat negativ aus der Reihe tanzen darf, dann der April, trotz Dienstreise und Geburtstag, die einfache Erkenntnis, ich funktioniere in dieser ganzen Dating App Welt nicht, dann doch lieber beim Designer Sale mit einem Freund eine schöne Jacke abstauben, zur Geburtstagssause gehen und einfach schauen was passiert. Manchmal ist es auch gut sich von dem ganzen Stress und Trubel zu erholen.
Denn der Sommer beginnt für mich längst im Mai. Eine gay Floss Tour und Leistungsexplosionen im Sport, ich treibe ihn jeden Tag, wenn ich will. Ich nutze jede Lücke in meinem Leben, montags schon zum gay dance, in der Wochenmitte weiterhin Bingo, am Wochenende gern im Indie Rausch und MIA. hauen auch noch ihre neueste Mode raus. Mich treibt es aber auch zu anderem Homopop à la Glasperlenspiel, dazu noch ein buntes Bild in der Wohnung. Eine Ausnahme mache ich doch, Pfingsten vergesse ich ganz kurz, es kommt so selten vor das die Batterie einfach leer ist.
Dafür aber im Juni, gleich erstmal etwas Kultur und zur Fotoausstellung world press photo und wenn ich den vollen Terminkalender sehe dann weiß ich eins, es war geil, zwischen neuen Völkerballerfahrungen, ersten Abend draußen auf der Kugelbahn im Wedding und dann auch noch Straßenfest und pride week. In dieser Zeit sind auch ganz neue Entdeckungen wie Balbina und lange Tage zu finden, manchmal beginnend um 6:39 Uhr und endet um 23:39 Uhr, ich bin da fürchterlich exakt.
Im Juli feiert man das 1 Jahr GIH im Garten und zu vielt, Es scheint so heiß, das ich das erste Mal auf einer Dräsine nach Brandenburg flüchte und Abends den Zuhälter im Schwuz gebe, kurz auf einer Bühne und dann zurück in die Arme vom Asiaten. Ich schlecke Eis die ganze Zeit und dann haben wir entdeckt, dieses Eis am Stiel am Schlesi. Ich höre Mark Forster und CHVRCHES die ganze Zeit. Schwung in der Kiste und Wanderlust Rhytm begleiten mich Clubmäßig durch den Monat. Tischtennis im flax kommt wieder in Mode und zum Abschluss brunchen wir auf der Wiese im Tiergarten, schade nur das ich teilweise wieder gefangen war in dieser Online Welt.
Im August bin ich ganz heftig auf Party aus, bump und Popkicker fordern mich bis in die Morgenstunden, ich sitze so glücklich danach auf dem Balkon, das mir fast die Tränen laufen. Manchmal kommt auch Trauer auf, dann wenn ich mich Trotz alledem allein fühle, ich finde den schönen Satz „I am not a robot“ und mache weiter Abenden im flax auf der Terrasse und irgendwo dazwischen pendelt sich auch die Erkenntnis ein, real bin ich so gut und deswegen weiß ich auch „We used to wait“ auf das nächste Glück
Alles schreibt sich so flüssig durch, den September erlebe ich ohne Teile am Spreeufer und in den Clubs dieser Nacht, es wird das erste Mal kalt auf der Heimfahrt. Ich lerne, Vergessen Sie nicht Ihr Handgepäck, egal was der Abend auch bringt, machen Sie das Beste daraus. Und so bleibe ich am Ball, kletter auf den Klunker Kranich hinauf und erlebe das abendliche Berlin. Die beste Party des Jahres erlebe ich zweifelsohne auf dem Straßen Berlins, decentralized dance Party, vom Schlesi über Warschauer, in der S Bahn Friedrichstraße nach Westen zum Kanzleramt und dann der große Kreis am Brandenburger Tor, I´d do anything for love.
Das erste Mal seit langer Zeit zum Entspannen komme ich dann Anfang Oktober, kurzer Stopp in Sachsen und dann bei MIA. in München, mit dem Flugzeug zurück, das ist das Tempo was ich liebe, Jetzt reiht sich Konzert an Konzert, mit Balbina im Postbahnhof grübeln und kurz mit A. grübeln, sich am Ende entscheiden für ehrliche Freunde, eine literarische Reise nach Steglitz, auch mal Partymäßig auf dem Partyboot in Treptow Köpenick daneben liegen, schnell noch das Single Sushi essen mitnehmen, 1 Jahr schon und dann weiter.
In den November, da beschließe ich erstmal, auch wenn es eher am Ende ist, raus aus der Online Dating App, ich könnte mich selber auskotzen das es so ein Auf und ab, Berg und Tal ist, aber manchmal braucht es erst eine Reise um genau diese Antwort ein zweites Mal im Jahresverlauf zu finden. Der November war auch nochmal geprägt, diesmal bei Glasperlenspiel, CHVRCHES und dann bei MIA. Platzangstgrenzen überwinden. Wenn ich das genau so stehen lasse ist es perfekt.
Nur der Dezember fehlt noch, es gipfelt in der allerschönsten Reise, die mir den AIDA Traum erfüllt, dazu das 2. Bunte Kunstwerk und so viel Menschen mit denen ich einfach eine tolle Zeit haben kann. Berlin steht nicht still ohne mich, kaum angekommen schon wieder Freunde, wohl das beste im Si An, es ist eine Zeit in der ich neue Kontakte mit diesen engen und tollen Erlebnissen kröne, ich weiß ich habe unheimlich viel vergessen, aber egal, was für ein tolles Jahr 2015
Vielen Dank,
vielen vielen Dank.