Zwanzig zwanzig

Hallo du! Hallo Zwanzig Zwanzig!

Diese Zeilen schreibe ich voller Ehrfurcht, es liegt ein Monat ohne Blog hinter mir, ein Jahr ist vergangen und noch viel unfassbarer, ein ganzes Jahrzehnt endet und ein neues bahnt sich seinen Weg. Und so denke ich zurück, auch wenn ich das nicht mehr 100% rekonstruieren kann, so glaube ich ganz fest daran das ich den letzten Wechsel eines Jahrzehnt als kleiner Junge kotzend nach einem gärigen Kartoffelsalat unter der Dachschräge in einer bäuerlichen Kleinstadt verbracht habe. Ein Jahrzehnt später habe ich es also tatsächlich geschafft vom grauen Mauerblümchen aus Sachsen zum sozial integrierten Ingenieur in Berlin. Eine unfassbare Reise die schon ganz lang von diesem Blog begleitet wird und ganz nebenbei habe ich fast die ganze Zeit auch in Berlin verbracht. Natürlich habe ich das allein geschafft und trotzdem muss ich Danke sagen an alle Menschen die mich begleitet haben in dieser Zeit, sei es nur ein paar Stunden oder schon 10 Jahre lang, jeder Moment ist und bleibt wertvoll.

Und so habe ich die ganze Zeit gegrübelt, wie beginne ich das neue Jahrzehnt? Das ist er jetzt also der große Knall nach einer rauschenden Silvesternacht. So wie es die ganzen jungen hübschen schwulen bei instagram gerade machen, rede und schreibe ich einfach drauf los, es wird schon gefallen.

Aber ganz ehrlich und ohne Selbst Ironie an dieser Stelle. Ich bin 30 und 31 geworden, wirklich ganz stolz darauf weil auch schon Pläne für die 32 stehen und das heißt nun wahrlich auch, jung bin ich nicht mehr.

Und sowieso mit der Hübschheit das ist ein arg subjektiver Fakt. Höhepunkt meines dreimonatigen Ausflugs zum Planet Romeo war eine Nachricht ob das Gruselkabinett heute wieder auf Ausflug ist. Es scheint eine der dringendsten Fragen der Homosexualitat zu sein. Bist du aktiv oder passiv und keine Frage hasse ich mehr als diese. Es mag sein das sich in den letzten Jahren eine gewisse Vorliebe eingeschliffen hat, aber ich liebe nichts mehr als die Flexibilität, selbst zu entscheiden was ich wann und wie erlebe und generell die ganze Sexualität ist wahnsinnig überbewertet. Ich habe da ein klares kurzfristiges Ziel für dieses Jahr, keine sinnlosen Sexdates und Schwanzspielerei und wenn ich dann am Ende des Jahres keinen Sex hatte ist es auch nicht so schlimm. Denn ehrlich gesagt habe ich ein langfristiges Ziel und das heißt partnerschaftliche Bindung. Es mag so klingen, als habe ich diese Zeilen schon tausend mal so geschrieben und doch steckt mehr dahinter, denn in den letzten Wochen ging es mir gut, aber eben nicht sehr gut. Ich hatte wirklich Lust auf Aktivitäten mit Freunden und Lust auf neue Konatkte und gleichzeitig bin ich an der Oberflächlichkeit der schwulen Szene gescheitert. So habe ich an dieser Stelle entschieden ich halte mich raus an vielen Stellen, ich habe eingetreten Pfade und Wege die werde ich weiter beschreiten, es wird nicht ausbleiben auch neue Dinge und Orte zu testen, aber am Ende des Tages muss alles sinnvoll sein und einzig allein dieses Ziel verfolgen, das ich abends in der blauen Stunde zwischen Helligkeit und Dunkelheit nicht mehr allein bin, denn um es kurz zu machen, das ist es eigentlich was mich in den letzten Wochen am meisten beschäftigt hat. Und so bleibt am Ende ein kleiner Appell, wenn irgendjemand meint ich sehe nicht so aus als wäre ich frisch aus der Geisterbahn gefallen, grundsätzlich mit meinen Aktivitäten wie Badminton, Volleyball, Bowling, Aufenthalte in Museen und Ausstellungen, eine Vorliebe für einen gewissen kulinarischen Anspruch und offen für Urlaub auf Kreuzfahrtschiffen ist, so kann derjenige sich ja melden.

Und so bleibt es am Ende dabei. Ich will lachen, ich will leben und vor allen Dingen ich will Lieben, Hallo du! Hallo zwanzig zwanzig!

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