Ich bin geflohen, 10 Tage Schiff, wenig Internet und noch viel mehr erleben. Die Qunitessenz danach ist einfach wie komplex.
Ausgerechnet ein Seetag überstrahlt die eigentlich sonst so viel interessanteren 6 Landtage.
Fakt ist, im Urlaub bin ich einer der entspanntesten Menschen. Kaum angekommen auf AIDA, navigiere ich mich wie blind durch das Schiff auf dem Weg zu meiner Kabine. Nur leider will die nicht öffnen, eine kurze Nachfrage an der Rezeption reicht, schon kommt der Elektriker. Der folgende Wechsel des elektronischen Türsystems wird zum Slapstick zu Beginn der Reise.
Der erste Abend bringt die erwartete nette Bekanntschaft mit einer Reisebegeleitung, einfach nur eine befreundete Konstellation aus einem Mädchen und einem Jungen, Mitte Ende 20, regional ganz schwierig einzuordnen, irgendwo in einem Eck aus vielen Städten die ich noch nicht gesehen habe.
Überfahrt nach Madeira also, ein bisschen Seegang, erste Aktivitäten wobei sich Volleyball und Shuffleboard als Favorit herausstellen werden. Abends erstrahlt Funchal im weihnachtlichen Lichterglanz, ich besuche den Weihnachtsmann persönlich und schwelge in Erinnerungen an 2015.
Madeira Tag 2. Da ich Funchal nun schon bei Tag und Nacht kenne, lasse ich mich nun lieber mit dem Bus in den Norden der Insel fahren und erkunde die Levadas. Ich schaue mir nicht nur die Natur in Madeira an, sondern auch eine Hundebande und Kinder beim Sonntäglichen Fußballspiel. Der Poncha wirkt, trunken geht es zurück zum Schiff, hier fällt der Blick erst auf die riesige MSC Seaside und dann erst auf die kompakte AIDAblu. Der Nachmittag vergeht bei Sport und Spiel und am Abend schaukelt sich das Schiff langsam ein für den nächsten Seetag und nachfolgend prägendsten Erlebnis dieser Reise.
Schon beim Frühstück schaukelte es kräftig und während sich die Reihen lichteten und die Außenaktivitäten alle ausfielen, bereitete ich mich so langsam auf den Tanz am Mittagsbuffet vor. Auch beim Poker schaukelt es kräftig und bei Wahrheit oder Lüge an der Bar taumelten wir nur noch hin und her. Windstärke 7 also, der Wind Knallt genau von Norden seitlich auf das Schiff. Die Fläche wird zum Segel, der Kapitän kämpft, beim Abendessen fliegen die Teller und sogar die Karaffe mit Wasser kippt einfach um. Überstanden habe ich es ohne einmal Umkehrfunktion und am nächsten Morgen liegen wir dann ganz in Ruhe in Lissabon.
Die Zeit in dieser Stadt und dem Höhepunkthafen ist knapp, deswegen geht es direkt los mit dem Segway für 2.5h durch die Gassen der Alfama Altstadt. Zum Abschluss ein paar Tapas und ein letzter Blick über die Stadt dann stechen wir schon wieder in See, auf dem Weg nach Cadiz.
Es erwartet uns ein extrem sonniger Tag. Wir erklimmen den Torre Tavira und erstaunen bei den glasklaren Bildern der Kamera Obscura.
Es folgt ein ausführlicher Rundgang durch die Stadt, die witzigste Entdeckung bleibt eine kleine lustige Galerie. Der Nachmittag Klingt aus bei Rad fahren mit Widerstand, Shuffleboard und Volleyball, bei Rippchen esse ich mich satt und dann geht es weiter.
Am 2. Seetag wird das Schiff zu meinem Spielplatz. Ich hatte mir etwas Entspannung vorgenommen doch kaum klingt das Frühstück aus schlage ich schon wieder die Bälle beim Tischtennis, Hetze weiter zum Volleyball. Auch beim Poker finde ich keine Entspannung, es wird zu meinem ganz eigenen Kampf, ein bisschen gegen den Tisch, dann doch wieder gut, einmal grob falsch, am Ende ein 5. Platz, kein Geld oder Hauptgewinn aber immerhin 2h Spaß.
Der nächste Tag, die nächste Station. Fuerteventura präsentiert sich karg, planlos waren wir für diese Station sowieso und so endet es mit einem Spaziergang durch die Stadt bis hin zum Einkaufszentrum. Zurück durch ein paar Gassen, rote Mojo wird noch gekauft und dann steht am Nachmittag etwas Sonnenprogramm an.
Also auf nach La Gomera, eine kleine Perle der Kanaren. Das Wetter wechselhaft, die Stimmung anfangs auch. Erstmal geht es mit dem Bus in luftige Höhen, es wird gewandert in den Wäldern der Berge, alles sehr touristenfreundlich. Wir stärken und mit Quellwasser und bei Ziegenkäse. Es bleibt ein wechselhafter Tag, immer gerade so das wir den Wolken davon fahren oder gerade mittendrin sind. Zum Mittag essen wird es spektakulär, wir sitzen direkt am skywalk und futtern uns durch kanarische Tapas. Überlebt und frisch gestärkt geht es gen Strand die letzte Sonne tanken.
Der letzte Tag, die letzte Insel, die letzte Aufregung. Eine Pedelec Tour steht an, schön mit Elektromotor die Berge hoch. Anfangs dominiert noch Respekt doch schon bald wird es zu einem großen Spaß. Zur Messe läuten die Glocken und es gibt guten Cortado. Die letzte Abfahrt, der letzte Abend auf dem Schiff, am Ende wird man sagen es war schön und kurzweilig und genau darum ging es auch.
