Tanzen

Es wird immer mehr zum Lieblingshobby. Ich wusste schon immer das genau das in mir steckt. Manchmal muss ich diebisch lachen wenn der House Beat meinen Körper ergreift und ich durch die Wohnung flitze.

So dann auch am Wochenende. Der Auftakt im Schwuz ganz bewusst auf dem Indie Rockfloor. Gegen 1 Uhr war ich da die typische Berliner Zeit wo jede Party startet. Der ein oder andere Favorit Song versteckte sich im Set. Gut war es. Nicht mega genial aber die Momente des diebischen Lachens zu erzeugen ist nicht immer notwendig.

Samstag Nachmittag ein Ausflug nach Baruth in Brandenburg. House sollte es geben von mehreren DJ’s. Gut gemacht war die Location irgendwo zwischen Gartenkolonie und Feuerwehrhaus. An der Musik lag es nicht. Vielleicht eher an der Jugend, der Wärme aber am allermeisten wohl an der Uhrzeit. Und so tanzten um 17 Uhr nur eine handvoll Leute sehr individuell und das war auch schon wieder gut genug.

Abends die Propaganda. Etwas müde war ich schon. Der Elektrofloor wollte mich und andere nicht ganz mitziehen. Phasenweise witzig wenn es hart war. Zwischendurch tanzbar aber ohne eine Prise die einen nach vorn treibt.

Popfloor gut aber irgendwie wollte ich das gerade nicht hören. Schluss um 4.

Hier noch eine Bilderkiste. Asiatische Nudel Suppe mit eingelegter Ingwerbeilage.

Glasperlenspiel

Glasperlenspiel, das sind nicht nur Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg, sondern mitlerweile, neben dem Schlagzeuger, mit Bass und Gitarre auch eine richtige Band.

Deutscher Pop, elektronisch verfeinert und tanzbar aber auch nachdenklich, so präsentierte sich das Duo am Freitag bei Ihrem Abschlusskonzert in Berlin.

„Ich schwör dir, heute sind wir grenzenlos“
Das ist nicht nur der Auftaktsong, sondern auch gleichzeitig Motto des Abends. Zu den bekannten Hits gesellen sich im Laufe des Abends viele tanzbare Stücke aus dem aktuellen Album. Mit Licht und Effekten wird nicht übertrieben, der Fokus liegt ganz auf dem Duo, während Daniel fleißig an der Klaviatur spielt und live remixt, singt Carolin gefühlvoll und kräftig. Schnell gewöhnt man sich an Beat und Tempo und vergisst dabei leicht sich selbst. Der angenehme Schwung des Abends wird zur Mitte kurz gebrochen. Eine längere Ansage fordert zum Innehalten auf. „Wollen wir nicht das gleiche?“ heißt es im folgenden Song und die Romantik bricht den Pop dabei.

Zum Ende drehen beide nochmal gut auf. Aus „Risiko“ wird ein richtiger Song zum mitsingen und tanzen. Die aktuelle Single „Nie vergessen“ und der Klassiker „Echt“ dürfen natürlich nicht fehlen.
Im Zugabteil überraschen beide mit einer „Echt“ Remix Version und lassen den Abend mit „Herzzschlag“ ruhig aber bestimmt ausklingen.

Der tiefere Sinn

Wenn ich ganz ehrlich bin, dann gibt es bei jeder Veranstaltung die ich besuche einen Sinn und einen tieferen Sinn. Der Sinn ist es Spaß zu haben, der tiefere Sinn ist es auch jemanden kennen zu lernen, besonders auf schwulen Veranstaltungen gehe ich dem nach.

Ich erwarte keine Wunderdinge aber meine Hoffnung ist es das irgendjemand mit seinen Augen kurz an mir hängen bleibt und mich im Idealfall noch anlächelt. Darauf bin ich vorbereitet, fast immer steckt hinter dem was ich anhabe und wie ich mich verhalte ein Sinn. Kein Kleidungsstück trage ich zufällig und mittlerweile verfüge ich über genug Outfits die sich gut zwischen Mainstream und Indie einordnen und manchmal auch einen Hauch sexy sind.
Ich erwarte das auch von meinem gegenüber und die allermeisten folgen dem Trend sich beim Ausgehen auch entsprechend an zu ziehen. Leider sagt das wenig über jemanden aus.

Charakter und Persönlichkeit.

Nach der ersten Kontaktaufnahme mit Blickkontakt oder einem Lächeln beginnt für mich immer ein spannendes Spiel. Ich weiß mittlerweile über mich sehr genau, dass ich nicht schüchtern bin, aber ich kalkuliere das erste Wort erst sehr spät ein. Vorher werde ich dich scannen. Bist du überhaupt schwul? Verhältst du dich so? Bist du allein da oder mit deinen Freunden und wie interagierst du mit denen? Bist du überhaupt auf der Suche nach Kontakt oder ist es dir egal und drehst dich immer weg? Kannst du tanzen? Ganz wichtig rauchst du? Trinkst du und wenn ja was und in welchen Mengen? Möglicherweise werde ich meinen Standort immer mal ändern. Ich werde vor dir, neben dir und hinter dir tanzen. Ich will dich von allen Seiten sehen und schauen ob du darauf reagierst. Ich laufe auch gern mal weg für ein paar Minuten, um zu registrieren ob du mir nach siehst oder nicht. Ich werde dir auch unauffällig folgen und schauen ob du rauchst oder was du machst. Vielleicht sieht man sich an einer anderen Stelle wieder und ja, irgendwann fällt das erste Wort. Wie gesagt ich bin nicht schüchtern und werde dir vielleicht winken und Hallo sagen oder Fragen wie es dir geht und dann wird man schauen wie es sich kommuniziert.

Wie gesagt es geht um Charakter und Persönlichkeit.

Da ist ja noch die Geschichte mit dem Darkroom. Ich war gestern zum ersten mal auf einer Veranstaltung wo so etwas angeboten wurde. Es gehört zu meinen Eigenarten sich in einem Club alles anzusehen, also gestehe ich auch das ich im darkroom war. Ich bin hineingegangen und habe das schummrige gedimmte Licht wahrgenommen, bin vorsichtig umhergelaufen und habe mich kurz gesetzt. Es war beklemmend aber ich habe nix gesehen was mich verstören würde.

Ich habe an dem Abend jemand wieder getroffen mit dem ich schon über ein Forum kenne. Wir haben etwas geredet und getanzt und ich habe dir aus Spaß gesagt, dass es einen darkroom gibt, Du meintest das wäre für dich unter der Gürtellinie. Okay ich habe dir geglaubt aber später am Abend bist du von 2 Typen angemacht wurden und bist darauf eingegangen. Zum Spaß vielleicht okay. Als ihr dann aber später zu dritt in den darkroom gegangen seit und du erst nach 20 Minuten wieder herausgekommen bist, war mir klar das du keinen Charakter und keine Persönlichkeit hast.

Es überrascht mich nicht, damit entsprichst du dem klassischen Durchschnitt des anwesenden Publikums.

Ich werde auch in Zukunft weiter durchhalten und hoffen das ich irgendwann jemanden treffe der meine Ansichten teilt.

Ansonsten bleibt zu sagen das auch der gestrige Abend Spaß gemacht hat und der Sinn erfüllt war, aber eben der tiefer Sinn nicht.

Pikachu

Es ist Samstag Morgen, irgendwann zwischen halb 2 und drei Uhr. Einige Meter vor mir steht ein gelbes Pikachu, bekannt aus Pokemon. Es hat so gar nichts damit zu tun was sich gerade abspielt. Es ist schräg, genau so schräg wie die Menschen die sich versammelt haben um bei Captain Capa und ihren Indie Elektro Klängen zu pogen.
Derbe Hard core soll es werden, sagt ein Freund ein paar Stunden vorher. Etwas Angst habe ich natürlich schon, so mit meiner Platzangst. Aber es ist genau das was ich brauche. Ein paar Menschen die Spaß mit mir teilen und etwas Platz zum tanzen. Kein Gedränge, keine schlechte Luft und ab geht´s.

2 Tage später. Sonntag Morgen kurz nach halb 10. Ich habe genau drei Beschwerden. Meiner linken Wade gefällt das Trepp ab und auf laufen so gar nicht. Mein rechter Fuß fühlt sich leicht taub an und an meiner rechten Schulter ist ein roter Fleck, muss wohl von einem Zusammenstoß kommen.

Stört mich das. NEIN. Es soll doch genau so sein.