Älter werden

Ich weiß nicht was ich von diesem Wochenende halten soll. In mir schwankt es extrem. Auf der einen Seite golden strahlend in der Sonne tanzen, auf der anderen Seite nachts im Club gegen sich selber und den inneren Dämon kämpfen.

So ein Geburtstag ist ein guter Gradmesser wieviel Freunde man wirklich hat. Wer kommt persönlich, wer denkt in besondere Form an einen, wer sendet einen kurzen Gruß, wer übergeht es völlig.
Das Bild das sich diesmal zeichnet ist klar. Mein Freundeskreis ist älter als ich, diese Analyse überrascht mich doch sehr. Gerade ich, als einer der in den letzten Monaten stark der Jungendlichkeit nachgerannt ist, muss einsehen, dass sich nun alles setzt. Wilde Partys sind nicht mehr, lieber trifft man sich in einem kleinen Kreis und diskutiert erlebtes und Vergangenes. Oder man treibt Sport und geht in eine Bar, oder man geht tanzen, um da dann festzustellen, dass da keiner ist den man kennt.

Und für eine Nacht kämpfe ich mal wieder gegen mich, laufe im weitesten Sinne jemand hinterher der an diesem Abend für kurze Zeit ein Schnittpunkt ist und erhoffe mir Dinge die nicht kommen werden. Ich weiß das alles mal war, eine andere Zeit letztes Jahr zusammen, das ich das gerade nicht habe schmerzt mich sehr, dass ich oftmals beim kennen lernen zu oberflächlich bin weiß ich auch. Und nun werde ich nicht alles ändern, aber ich bin mir bewusster wer wirklich Zeit mit mir teilt, an welche Orte es sich lohnt zu gehen und trotzdem suche ich immer noch nach der perfekten Zeit.

So fest ich kann

Ich weiß das Krokodil, das beißt nicht. Ich mag Mode. Ich mag Mode die Gimmicks haben mit denen man nicht rechnet. Spacig war ich aus und habe 3 Zacken entdeckt. 3 Zacken wie von einem Krokodilbiss. 3 Zacken die nicht böse sind, es geht nur um ein bisschen auffallen in der allzu grauen Masse. Fresh halt.

Florian ich will ganz ehrlich zu dir sein. Die spannendsten Momente sind immer die, wenn sich wichtige Fragen klären. Dann wenn ich das kribbeln spüre und eine Antwort erhalte. Auch wenn es freundlich negativ ist, so bleibt eine Zeile die diese Woche mich ganz sehr motiviert hat.

Und ich halte meine Welt ganz fest zusammen

ich halte meine Welt so fest ich kann

und wenn du mich berührst fällt alles zusammen

alles zusammen

und ich halte meine Welt ganz fest zusammen

das niemand raus oder rein kann

und wenn du mich berührst fällt alles zusammen

fällt alles zusammen

* aus „So fest ich kann“ von „JULI“

Florian ich will ganz ehrlich zu dir sein. Das war eine tolle Woche. In jeder Situation die richtige Entscheidung. Ein sportlicher Auftakt mit Freunden, ein kribbelnder Mittwoch, ein perfekt strukturierter Donnerstag der mich am Abend mit Glück überströmt das es nicht fassen kann.

Der einzige Moment wo ich nicht ganz bei mir war, war dieser Freitagnachmittag. Da habe ich mich kurz verloren in Gedanken. An Freitage die mit D. um 17 Uhr begannen. Jetzt beginne ich allein und stehe manchmal vor dieser Leere, vor dieser Frage was mache ich jetzt mit all dieser Zeit. Ich kann so schwer allein sein, ich will immer Freunde und Freude um mir herum haben und ich brauche immer einen Plan.

Ich trieb auf das Juli Konzert. Das ist Musik die mich abholt und dahin bringt wo ich hingehöre. Midtempo Pop mit soften Mitspringpassagen, keine Platzangst, nette Gespräche, Gehalt in Tourshirt investiert, ja so soll das sein. Dann weiter in die „Heile Welt“ Club Mate, Orangina gelb und rot. Ein Abend mit Enddreißiger Freundschaft und mir.

Samstag wieder kurze Leere, aber ich war motiviert etwas draus zu machen. Also ein kleiner Ausflug an die Nordsee in der Frankfurter Allee und dann zum Badminton. Es zeigt sich wieder einmal. Mitdreißiger integrieren mich nett. Ich brauche den ganzen jugendlichen Scheiß gar nicht mehr.

Samstags nachts gehe ich aus, habe ich oben schon erwähnt. Wer clever ist, weiß was ich anhatte und wo ich war. Interessiert hat das vor Ort ein paar. Neu verkuppelt wurde ich nicht, aber ich treffe immerhin jemand der am nächsten Morgen mein Frühstücksgast ist. Dann trödel ich so dahin. Erwarte nochmals Besuch ob das nun was bringt oder nicht weiß nicht.

Leicht aktiv

Komm wir kiffen jetzt noch einen. Na da musst du ja nur bis zum Tennisplatz rüber gehen. Da wo der Bimbo den nach Hauseweg antritt oder schnell noch was dealt.

Man weiß es nicht in dieser Gegend hier, die so ruhig und idyllisch voller friedvoller Golfspieler scheint. Irgendwie mischt sich etwas dubioses unter uns. Es ist alt und weiße und tastet sich geschickt in der Sauna heran. Ja es ist etwas kühler als letztes Jahr und der Saharasand verdeckt die Sonne. Schnell werden ein paar Grundfakten abgefragt und in der Dampfsauna das Gespräch weiter eingewickelt.  Wir vertiefen das beim Abendessen ganz unauffällig bis zu dem entscheidenden Satz nach der Gay Szene.  Ausgang ungewiss.

Und sonst so. Wieder viel gelacht und eben auch etwas aktiv gewesen, im sportlichen Sinne. Boccia, Shuffleboard,  Aquagym und eine Runde Tennis.

Abends wieder Schach was psychisch extrem auslaugt. Und so kommt es zu ganz neuen Wortschöpfungen. Schwimmschach. Fickschach. Alles lässt sich irgendwie kombinieren und so fällt auch auf das ich im Urlaub bisher 3 Latte und einen Espresso hatte.

Rochade

Es beginnt ganz einfach.  20 Grad bei einem frischen Wind. Das sind die Bedingungen für den ersten kompletten Gran Canaria Tag.

Bei frischem Frühstück mit Smoothie und Müsli sitzen wir schon wieder zwischen denen die ihren Lebensabend genießen.

Also bringen wir etwas Schwung in die Bude und leihen erstmal ein Rad für einen ersten Ausflug, der uns zum Golfplatz führt.  Eine ungewöhnliche Anreise für eine ungewöhnliche Sportart. Gehoben ist das und so werden wir gleich von der ersten älteren Dame angesprochen.  Einen Mann hätte sie der so gern Golf spielt, während sie ja in den Dünen liegt. Dann kommt noch ihre Tochter ins Spiel die den Sport ja so liebt. Irgendwie werde ich aber das Gefühl nicht los, das man erstmal viel Geld reinpumpen muss, bis man halbwegs spielen kann. Und so bleibt es bei ein paar konzentrieren Schlägen und Puts.

Der Nachmittag gestaltet sich mit einer umfangreichen Wanderung durch die Bühnen nach Playa del Ingles. Den Moment genießen, einmal für sich sein und Spuren ziehen die schnell wieder verwischen. Vor Ort schwanken wir zwischen feiner spanischer Designer Kleidung und Tourismus Schnick Schnack. Ein erster Blick für heute.

Lieber vertiefe ich mich in etwas ganz einfachen wie Schach.  Mit wenig Ahnung wird gezogen diskutiert und rocharchiert.  Was bleibt ist die Bewunderung für das einfache mit wahnsinniger Tiefe. Das simple ausgefallene kommt mir so nah.

Im Blogstress

Das ist also der erste Abend in Gran Canaria.  Ja ich habe es mal wieder getan. Nicht wirklich spontan aber doch irgendwie kurzfristig.  Diesmal ohne Eltern, dafür mit dem, mit dem ich schon in Tokio war.

Das heißt Leichtigkeit,  dieses fast blinde Verstehen und ganz viel Spaß.

Das geht schon bei der verwirrenden Suche nach dem Car 2 go Parkspot am Flughafen in Schönefeld los und endet hier in der Lobby vom Hotel.

Dazwischen gibt es viel. Besonders die Details sind es dann doch die zum schmunzeln bringen. Und irgendwie passen wir doch nicht ganz ins Raster. Im Flieger sieht man Familien mit noch nicht Schulpflicht Kindern oder eben Rentner die dem Winter flüchten.

Wir probieren es auf die gehobene Variante. Lassen im Flugzeug essen servieren und reden im Bus mit einem älteren Paar über Golf. Ja weißt du noch wie ich damals an der 9 den Schlag ins Rough verzogen habe. Authentisch sind wir und marschieren weiter in das gebuchte Hotel.

Eine Runde durch die Anlage in die Dampfsauna und später zum Abendessen. Am Nachbartisch geht es wieder um Golf und das alles so super toll ist. Entspannung legt sich über den Tag und der endet bei einer Partie Schach.  Ich verliere, gebe mich fair und reif geschlagen und

Gute Nacht!

Stunden

Vierundzwanzig Stunden.

Es ist die fünfte Stunde und dreißigste Minute. Ich bin kurz wach. Alles ist stumm, auch das Handydisplay hat mir nichts mitzuteilen.
Es ist die sechste Stunde und zehnte Minute. Der Radiowecker spielt eine Melodie und ich werde entgültig wach. Fünf Minuten verweile ich noch.
Es ist die sechste Stunde und vierzigste Minute. Ich sitze am Frühstückstisch. Auf meinem Teller liegt ein geteiltes Brötchen und ein paar Apfelspalten. Noch träume ich aber die süße des Apfels und die Harmonie des Tee´s erwachen mich.
Es ist die siebte Stunde und zwanzigste Minute. Nach einer erfrischenden Fahrradfahrt bin ich auf Arbeit angelangt. Ich genieße für einen Moment die frische Luft und strahle kurz.
Es ist die zehnte Stunde und vierzigste Minute. Ich pausiere kurz, heute habe ich nur eine Banane dabei,
Es ist die erste Stunde nach Mittag. Wir haben beschlossen gemeinsam Mittag essen zu gehen. Unglaublich der Humor hat mich gepackt.

Die Zeit vergeht ein Stück.

Es ist die dritte Stunde nach Mittag und die vierzigste Minute. Ich habe mich für den Heimweg zurecht gemacht. Gemütlich rolle ich nach Hause, lasse die Sonne im Rücken strahlen und warte ab.

Es ist die sechste Stunde. Es ist sehr ruhig so allein. Der Fernsehe läuft stumm, ab und zu mag ein Mensch der etwas wissen mag, aber die interessanten Dinge bleiben aus.
Es ist die achte Stunde und zweiundvierzigste Minute. Viel ist nicht passiert heute. Trotzdem blogge ich.