Überfluss

Die Schlange am Dönerstand am Mehringdamm ist nachts um halb 1 länger, als die auf dem Platz der Annoncenuhr in Werdau um halb 1 Mittags.
Der Nachtbus in Neukölln ist nachts um 1 voller als die Stadtlinie in Werdau, Mittags um 1.
An der Disko reißt die Schlange nicht ab und Wartezeiten von 1-2h sind normal. In Werdau geht man nach 2h in der Disko manchmal wieder.

In Berlin zu leben heißt ständigen Überfluss zu konsumieren. Ob das gut ist darüber diskutieren wir in der Schlange am Dönerstand. Irgendwann lernt man das ganze nicht mehr zu schätzen, so die einheitliche Aussage am Ende.

Da ist es doch gut zu wissen, das es einen Sonntag gibt. Jeder entspannt auf seine eigene Weise und fährt sich einmal herunter. Ein Freund sendet ein Foto vom Tegeler See, ich weiß es geht ihm gut, er hat die letzte Nacht zusammen mit mir gut überstanden.

Fast am Limit

Es ist gut zu wissen, das ich fast am Limit lebe. Nach 8h Arbeit ist meist noch nicht Schluss. Ich bin unterwegs, allein beim Sport, bei Freunden zu Hause oder mit Freunden auf Konzerten oder zum Essen und Einkaufen. Trotzdem würde noch mehr gehen. Schmerzlich musste ich auch diese Woche wieder erleben, das es gar nicht einfach ist neue Freunde zu finden, besonders dann, wenn vertrauenswürdige Chatbekanntschaften kurzfristig absagen hinterbleibt ein Gefühl, welches nur eine Leere beinhaltet.

Da tut es auch nicht gut sich im Kreise der Familie zu bewegen. Es funktioniert einfach nicht so gewünscht wenn hier zwei Gedankenwelten aufeinandertreffen. Die eine besteht aus Fragen und die meinige aus Antworten und Aussagen. Ich bin glücklich und minimalistisch besonders in der Weihnachtszeit. Vollgepumpt mit ständigen neuen Informationen bin ich es irgendwann leid zu beantworten ob mir was materielles als Weihnachtswunsch fehlt oder ob ich Appetit auf eine überteuerte Speise auf dem Weihnachtsmarkt habe.

Eine Antwort wäre Akzeptanz. Aber ich bin mir mittlerweile sicher das ich diese im familieären Rahmen nie zu 100% bekommen werde. Ein offizielles Outing gab es zwar schon, aber missverstanden kam es nie an. Also wird es irgendwann über den härteren Weg gehen, wenn ich einfach meinen Freund mitbringe. Dazu müsste das mit den Verabredungen mal klappen. Ein Teufelskreis.

Jedenfalls bin ich frohen Mutes und auch schon bereit auf kommendes. Ich habe wieder mal ein paar Wort verwendet die nicht die meinigen waren. Der scharfe Beobachter wird schon wissen welche es sind. Vielleicht gibt es ausgerechnet dafür Kritik, es kann sein, aber ich bin ein freundlicher Mensch. Egal was auf mich zukommt, ich werde es freundlich kommentieren.