ch kann ein ganzes Wochenende unterwegs sein und Sonntag Abend trotzdem traurig im Bett liegen. Ich gebe alles, bin ständig auf der Suche und erweitere meinen Horizont. Das bringt alles Glück, flüchtiges Glück. Glück ist sowieso ein flüchtiger Begriff wie ich gelernt habe. Es kann schnell da sein und ebenso schnell verfliegen. Ich nutze jede Möglichkeit, stehe auf der Karaokebühne oder tanze mir in der Disko einen Ast. Das heißt ich verrenke mich möglichst geschickt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das was ich mit nach Hause nehme ist die Erkenntnis, dass das alles wenig Beachtung findet. Vielleicht mag der ein oder andere mich beobachten oder ich ihn, aber trauen muss man sich, den Schritt wagen, funkeln muss es in den Augen und klappern in der Kiste.
Das kleine Glück ist etwas ganz anderes. Es kommt spontan und unerwartet. Ich erledige meine Arbeit, als Pizzafahrer. Nicht sonderlich gut bezahlt oder beliebt, fühlt es sich an wie eine Pflichtaufgabe.
Das kleine Glück überrascht mich auf einer meiner letzten Fahrten. Eine Familie hat bestellt. Die kleine Tochter, höchstens 5 freut sich am Eingang ganz besonders. Sie gibt mir das Trinkgeld und 2 selbstgemalte Bilder. Vielleicht nur gekritzel für den einen, aber für mich eine Aufmerksamkeit die von Herzen kommt, für einen Jungen der Sonntag Abends ohne Familie allen im Bett liegt.
Das kleine Glück ist, wenn ein Mensch online ist
