Perspektive

Die Perspektive gibt uns vor wie man die Dinge zu sehen hat.
Meine Perspektive ist die Beobachtung. Täglich, aber bevorzugt am Wochenende verfalle ich in diese Perspektive. Umso näher Menschen mir sind, umso ausgeprägter ist es.

Ich stehe dabei ganz gern im Mittelpunkt. Aber nur dann wenn die Menschen um mich herum mich schätzen. So wird aus einem Wort, eine Frage oder ein Lachkrampf. Ganz frei unbeschwert zähle ich die Minuten, nachts und morgens um 6.

Es streng ein wenig an. Immer präsent sein und in jeder Situation das Richtige zu tun wird nicht möglich sein. Ich muss auch Fehler eingestehen. Dann blicke ich zurück und weiß das Fehler immer dann passieren wenn du nicht frei bist. Zu mindestens wiegt der Fehler dann viel schwerer.

Ich drehe mich um und habe nun eine andere Perspektive. Es ist schön auch auf der anderen Seite.

Poesie

Poesie, das ist wenn aus Buchstaben Wörter werden und wenn aus Wörtern ein Satz wird und wenn dieser Satz auf einen anderen trifft und sie zusammen eine Wirkung entfalten die dich berührt, dann ist das Poesie.

Haben wir eigentlich Freunde. Ich weiß es nicht. Natürlich trifft man wie ein Satz auch auf Menschen und Freunde. Aber ich glaube das ist wie ein gute Buch, das man irgendwann zuschlägt. Ich finde das ist alles nur Abschnittsweise. Man kennt sich für einen bestimmten Zeitraum besser und das reicht dann auch. Von Anfang an bis an das Tunnelende, nur selten.

Es ist nur so eine Art „Ziemlich bester Freund“. Du weißt er ist bei dir, er begegnet dir, begleitet dich, schubst dich und kritisiert dich. Man hält vielleicht zusammen und auch einiges aus, aber irgendwann kommt auch der Punkt da ist in der Nacht Stille und dann weißt du, er fehlt dir.

Das letzte Mal

Spinat mit Kartoffeln ohne Ei. Etwas Kuchen und Gulaschsuppe mit Brot und Wurst. Von allem nur wenig und alles zu Hause. Das waren die letzten Mahlzeiten 2010. Psychisch sehr niedergeschlagen nach einem anstrengendem Weihnachtsfest im Zweispalt mit der Familie. Körperlich auch mit wenig Kraft, ausgemergelt nach einem Magen Darm Infekt. Langeweile und Wach bis 22 Uhr. Danach im Bett und nur wach zwischen 23:45 Uhr und 00:30 Uhr. Das war Silvester 2010. Eine andere Option hätte ich auch nicht gehabt.

Dieses mal.

Schweinefleisch mit Nudeln, asiatisch, am Kuhdamm. Ein doppelter Esspresso macchiato in Berlin Mitte. Mohnstollen zu Hause und später noch Tortellini mit Tomatensoße auch zu Hause. Viel besser. Und Optionen habe ich auch. Da warten 2 Freunde auf mich um mit mir in eine Bar zu gehen. Oder ich wähle eine Kneipe mit 2 anderen Freunden. Optionen gibt es hier immer und was sich geändert hat ist der Status von isoliert auf allein mit Anschluss.

Tacheles.

Pikachu

Es ist Samstag Morgen, irgendwann zwischen halb 2 und drei Uhr. Einige Meter vor mir steht ein gelbes Pikachu, bekannt aus Pokemon. Es hat so gar nichts damit zu tun was sich gerade abspielt. Es ist schräg, genau so schräg wie die Menschen die sich versammelt haben um bei Captain Capa und ihren Indie Elektro Klängen zu pogen.
Derbe Hard core soll es werden, sagt ein Freund ein paar Stunden vorher. Etwas Angst habe ich natürlich schon, so mit meiner Platzangst. Aber es ist genau das was ich brauche. Ein paar Menschen die Spaß mit mir teilen und etwas Platz zum tanzen. Kein Gedränge, keine schlechte Luft und ab geht´s.

2 Tage später. Sonntag Morgen kurz nach halb 10. Ich habe genau drei Beschwerden. Meiner linken Wade gefällt das Trepp ab und auf laufen so gar nicht. Mein rechter Fuß fühlt sich leicht taub an und an meiner rechten Schulter ist ein roter Fleck, muss wohl von einem Zusammenstoß kommen.

Stört mich das. NEIN. Es soll doch genau so sein.

Blätterstraße

Meine Füße tasten sich durch die Welt. Diesmal spüren sie ganz neue, aber auch altbekannte Sachen. Zu dem Boden haben sich wieder Blätter gesellt und die Straßen sind voll damit. Also lasse ich meine Fü0e schleifen und ein rascheln entstehen. In der Hektik achtet niemand darauf. Ich bin diesmal ganz anders. Schweigen ist diesmal meine Kommunikation. Ich genieße einfach so wie es ist.
Sicherlich waren die Pläne andere. Ich bin ja nicht allein. Worte reichen als Aufmerksamkeit. So vergehen die Stunden irgendwo in der Stadt. Ich lasse mich begeistern und schaue langsam dem Sonnenuntergang entgegen. Wir verschwinden in Geschäften und irren in der Puppenabteilung umher. Süß wenn 2 Jungs für eine dreijährige Nichte nach einem Geschenk suchen. Überforderung macht sich breit und so bleibt es nur beim schauen.
Es ist dunkel. Die Blätter sind mit etwas Feuchtigkeit bedeckt. Manchmal verliere ich den Halt und muss mich stützen. Zum Glück fasst jemand zu.

Anstand

Was macht Berlin nur aus mir. Es ist mir wirklich peinlich zu spät zu kommen, auch wenn ich wenig dafür kann.
Du tapferer Junge hast viel mit mir durchgemacht heute. Umgebucht vom Potsdamer Platz, auf den Alexanderplatz, auf das Ostkreuz und letztendlich wieder auf den Alexanderplatz.
Ich lieg in deinen Armen, atme durch und weiß nicht wie ich es sagen soll. Komm wir erklären uns Berlin.
Auf geht´s. Am Potsdamer Platz die erste Überraschung, ein roter Teppich, nicht für uns aber er versperrt uns den Weg. Sony Center, wir suchen einen Geldautomat und erklären uns dreidimensionales denken. Erst im Untergrund werden wir fündig.
Dann geht es hinauf, mit dem 2. schnellsten Fahrstuhl Europas. Komm wir erklären uns Berlin, im Nebel und Smog. Wo ist der Hauptbahnhof, wo der Kurfürstendamm und was steht da eigentlich auf dem Schild an dem Gebäude in der Ferne.
Pausieren, im Panoramacafe. Ja wir werden ernst genommen und zu Kaffee und Kuchen taucht Berlin sich in die Dunkelheit und das Licht wird rot.
Wir gehen weiter, zurück mit dem schnellsten Fahrstuhl Europas. Es kribbelt im Bauch, wir atmen durch, es ist lustig.
Du bist dran. Erklär mir Berlin. Brandenburger Tor. Abgeordnetenhaus und Kanzleramt, über die Spree zum Hauptbahnhof. Weiter mit der S Bahn. Ich bin dran, eine Frau möchte wissen wo man Deutsch essen kann. Ich erkläre es. Du bist dran. Lush hat Badekugeln, ich seh mich baden. Weiter, vorbei an Musik und im Licht der Stadt zurück.
Wir sind dran, eine kurze Umarmung und schon ist es vorbei.

Gedanken

Warum sitzt da ein Mann am Spreeufer ganz allein. Er ist fein angezogen mit schwarzen eleganten Hosen und einem langärmligen lila Hemd. Sein Blick ist traurig und es ist ungewöhnlich.

Warum sitzt da ein Mann am Spreeufer ganz allein. Er hat ein Blindenabzeichen an der Jacke aber eine Fotokamera in der Hand. Er schaut nichts sagend und wartet auf einen Lichtblick.

Warum jagen mehrere Männer am Plänterwald sich durch den Wald. Sie tragen Hosen im Armeestil und schwarze Hemden. An Stöcken haben sie Fotokameras befestigt und es sieht aus wie ein Spiel aber dann klettern sie über den Zaun des stillgelegten Spreeparks und es wird illegal.

Warum spricht mich ein fast zahnloser Mann am Dönergeschäft in Adlershof an. Er erkennt sofort meinen sächsischen Dialekt und weiß sofort gut Bescheid. Er kennt Details über diese Region und scheint auch Fachwissen zu besitzen.

Die Heimfahrt nach meiner heutigen Stadttour bleibt rätselhaft.