Gefangen in der Gleichseitigkeit. Dreieck, Dreieck, immer wieder Dreieck. In mir so große innere Zerrissenheit wie nie. Weil die Liebe gay ruft, aber die Freunde Indie rufen, besser noch schreien.

Alle positiven und negativen Gefühle fange ich gerade in Bildern und Symbolen auf. Dreieck, Selfie, Texte, Videos, Postings, mir ist jedes Mittel recht mein Inneres nach Außen zu kehren.

Dabei versuche ich aber auch zu verstehen. Was ist gerade Trend, wo brennt die Luft, in dieser schnellen Zeit. Dreieck das war 2013, Selfie 2014. Klingt lang her, aber ich bin in meinem Denken langsam und trage nun Dreieck mächtig auf und poste fleißig Selfies.

Von der ALS Ice Bucket Challenge hörte man gehörig genug aber es war eher ein Sommertrend. Zu kurz das ich ein Teil davon werden konnte oder wollte. Ich sah mich schon auf dem Balkon mit Eiswasser stehen, da kam der erste Herbstregen. Dubsmash war so kurz im Trend, das ich noch nicht mal die App installieren konnten.

Und jetzt 2015 wo treibt es uns hin. Irgendwie scheint alles schon probiert und dann beißt irgendwo einer in ein Toast und erfindet einen neuen Trend.

Nicht ganz so unbekannt ist das Thema einer Lesung. Aber ziemlich angestaubt in der schnellen Welt bleibt kaum Zeit für ein ausformuliertes ganzes. Ein bisschen modernisiert hat sich das durch den Poetry Slam, aber mal ganz ehrlich. Wer hat schon mal einen gesehen?

Jetzt nun also Action Show Lesung, da habe ich was angekündigt was wie eine große Blase in meinem Kopf seit Dezember herumwabert. Klar ist ich werde auf die Bühne gehen, ein Intro wird eine Geschichte erzählen, rein musikalisch ohne Worte. Ich werde choreografieren, etwas darstellen, zum verstehen anregen und dann frei erzählen was mir einst auf der Seele brannte. Dazu ein Witz, eine Geschichte, etwas Konfetti, wer weiß das schon?

Großer Gewinn, kleiner Verlierer

Ich darf in meinem Blog schreiben was ich will. Auch bei der Wahl meiner Überschrift bin ich frei. Und wenn jetzt irgendein Insider hier was erkannt haben will, dann muss ich sagen.

Ja es stimmt.

Die Sache ist jetzt vom Tisch. Man macht sowas auch nicht. Sich im Freundeskreis verklagen, das ist, dafür fehlen mir sogar die Worte.

Gerade geht es auch viel um Ablehnung und Akzeptanz, immer  noch Hin und Her gerissen zwischen Indie und Gay, wird das auch immer so bleiben. Weil die Liebe gay schreit aber die Freunde Indie rufen, wie ein ewiges Labyrinth gefangen in der Clubmusik, die ich Liebe und mir später zum Hals raushängt.

Mutig bin ich, weil ich etwas wage, für mich allein, im Flax, sitze ich da, mit meiner Zeitung, in der Ecke, hockt er, auf der Mauer auf der Lauer sitze ein Hungriges Herz, wird beachtet und nicht beachtet, sieht Freunde und Ex Freunde. Geschichten sind es die mich traurig machen. Spricht mich einer an: „Wie lang hat es gehalten?“ „2.5 Monate sage ich stolz““ Solang“ sag er, das hätte ich euch gar nicht zugetraut, grinst und geht. Die Schnelllebigkeit der Szene nervt mich. Das man so wahnsinnig schnell raus ist ohne was falsch gemacht zu haben. Das gibt es bei Indie nicht und deswegen ziehe ich weiter.

Ich will heute mal eine Richtung einschlagen, die sagen wir, experimenteller ist, elektronisch sozusagen. Mich treibt ja das Neue, die Überraschung, das große und Unberechenbare an. Und da es mir Privaten, diesmal zu privat war musste Elektro her, also rüber in den Ritter Butzke, ganz entspannt so 3:30 Uhr, aber trotzdem aufgeregt, denn das ist einer dieser Elektro Clubs, der bei Top10 Berlin auf Platz 7 geführt wird, noch vor dem Tresor. Einlass um diese Uhrzeit kein Problem mehr, doors 12€ bitte, drinnen noch eine Mate und dann auf dem Mainfloor. 3 min später staune ich, von oben schießt Konfetti, auf dem Boden ist alles weiß, wildfremde Menschen stoßen mit mir an und dann treffe ich auch noch auf Indie Bekannte.

Wir wechseln den Floor. Ab um 5 Uhr spielen die Wasted Ruffians, es ist so wunderbar leicht diese Elektronik, trotzdem ausgetüftelt mit Auf und Ab zum soften Abgehen und entspannen und reden. Eine meiner Bekannten fragt mich etwas ernstes was ich um diese Zeit nicht erwarte. Was machst du eigentlich im realen Leben. Ich antworte kurz im Telegrammstil, wie in diesem Blogbeitrag heute.

Der Elektro läuft weiter. Ich glaube das ist das schöne und auch gefährliche an diesem Stil. Es gibt kein Anfang und kein Ende, es treibt dich einfach durch Zeit und Raum und ganz schnell zieht ein Set ins Land und es ist 7:30 Uhr morgens und du findest dich immer noch im Club wieder.

 

 

2014

2014. Überschrift richtig geschrieben, aber das war ja auch nicht so schwer.

Ein Jahr vom suchen, finden und wieder suchen. Geprägt von ständigem Drang und großer Selbstzufriedenheit.

Ich weiß nicht ob ich es sanft oder hart schreiben soll, aber vor genau einem Jahr hatte ich mich quasi rar gemacht.

Gayindieheart in der Krise nach einer Trennung im Dezember 2013, sozial stark isoliert und nicht fähig zu schreiben.

Silvester war also scheiße. Gefeiert habe ich quasi allein, nur zusammen mit einer Person in die ich Hoffnungen setzte, die mich blendeten.

Die Frage wie ich mich rausgekämpft habe beschäftigt mich gerade am meisten. Der erste Antrieb im Januar war meine neue Arbeit, eine reguläre Struktur und Beschäftigung.  Am Anfang noch das große Glück sollte sich schnell tiefe Leere in mir breit machen. Es ist schon komisch, da hat man eine Arbeit und kommuniziert so gut wie nicht mit den Kollegen, da man den ganzen Tag in einem Raum verbringt der sich Labor nennt aber mehr einer großen Abstellkammer ähnelt.

Großer Druck und Drang in mir. Am Anfang war da viel Szene. Altbekannte Orte wieder entdecken, neues probieren und sich leider Unzuverlässigkeit gegenüber stellen und sich auch ein wenig ausnutzen lassen. Der Drang war auch die wenigen Freunde einzubinden und Berlin neu zu entdecken. Mit einem zitty Jahrbuch in der Hand ging es schlechten Burger essen und immer wieder an verschieden Orte in der Stadt. Erfahrungen sind das, die ich gern sammel, aber sich auf das besinnen was mal war konnte ich in dieser Zeit nicht.

Viel gegeben habe ich in dieser Zeit, immer auf der Suche nach Kontakt. Bekommen habe ich wenig Rückhalt. Der Verein und das regelmäßige Schwimmtraining stabilisierten mich, genau an dem Tag als eine Anzeige wegen Stalkings mich erreichte oder ich erfahren habe das aus meiner Anzeige wegen Körperverletzung nichts wird. Der Februar fühlt sich trotzdem leer an.

Trotzdem bin ich stark geblieben und habe regelmäßig mein Leben geteilt und der Frühling brachte Aufschwung.  In mir war Energie die ich an den Wochenenden ganz stark im Club auslebte. Connection, Schwuz, Konzert von Frida Gold das ließt sich erstmals recht fulminant, da war sogar der Zwerg noch mit dabei. Kurzer Ausflug wegen der Arbeit nach Brüssel, ein seltener Moment in dem ich mich gebraucht und wert geschätzt fühlte. Und irgendwie hat es in mir geblüht, denn da kam ja schon der April.

Da lese ich schon wieder etwas von einem Konzertbesuch. Das war bei Glasperlenspiel, wo ich 2 Tickets gekauft hatte und mir wieder mal kurzfristig abgesagt hatte. Glücklicherweise konnte ich in den Unweiten meines Freundeskreises dann noch jemand ausfindig machen der die Freude mit mir teilte.

Ungekürzt kann ich meine Liebe vom 4. April teilen.

„Als Gott mich schuf, sagte er du bist mein schönstes Stück“ Das ist Liebe, Liebe zu einer Band. 5:15 Uhr auf dem Balkon der neuen Single lauschend, dabei tanzen und großartig verzaubert sein. Tausend und einen Dank für diesen Moment. Meine Queens MIA.

Wahnsinnig schnell ging es um diese Zeit voran. Da war ich offen für viele neue Idee, betrachtete zum ersten mal bewusst Kunst und verkrachte mich mit dem Zwerg der für eine lange Story in diesem Jahr sorgen sollte.

Ganz schnell geht es zum Geburtstag über wo ich mich ganz los löste von allen Freunden und bei meinem Ausflug ins Casino kräftig abräumte. Das ich den Abend dann trotzdem noch mit jemand verbrachte ist ein sehr wichtiger Satz, denn Anfang April sollten sich Freundschaften festigen und vieles von selbst laufen.

Tanzen und Party waren zu diesem Zeitpunkt immer noch wichtige Beschäftigungen. Gerade der harte Abriss Abend bei den Ostblockschlampen wird ewig bleiben, schon einen Tag säter mit 2 Freunden durch die Kunstszene in Schöneberg laufen und die ersten wichtigen Chats. Ja ich kann es wiederholen, da blühte und entstand was.

Denn im Mai sollte ich erstmalig über eine schwere Zeit reden, die von der ich fassungslos über mich ein großes ENTSCHULDIGUNG schreiben muss, Ihr wisst schon, die Sache vom spießigen Sachsen, den Getränken, der Anzeige und die harte Verbannung aller Freunde Mitte 2013.

Und so entschieden wir uns für Aussprache und das ich mich erstmal beteilige beim Umzug zu helfen und ein paar Leuten Hallo zu sagen. Ziemlich schüchtern schlich ich da an und war trotzdem wieder schnell beliebt. Irgendwas sozial nettes habe ich dann doch in mir, man muss es mir nur regelmäßig an meiner schwachen Stelle an der rechten Bauchseite rausmobben, weißt du!

Ganz automatisch gleiten wir so durch den Mai  in den Juni. Anfang Juni war auch der erste Berührungspunkt für einen Mensch den ich 2 Monate später meinen Freund nennen würde. Ich habe mich nicht aufgezwungen, einfach nur meine Telefonnummer weitergegeben und ihm ganz allein die Entscheidung überlassen was er damit macht. Er hat die Nummer nicht nur eingesteckt, sondern auch eingespeichert und mir geschrieben und so sollte der Sommer spannend werden.

Ich habe mich immer mehr integriert und vieles erlebt. So viel Energie hatte ich wohl ewig nicht mehr in mit. Der erste Sommer in der eigenen Wohnung, die Stadt die mich ständig antreibt und ganz große Pläne in der Hand. Vom Zwerg ließ ich mich dann auch nicht abhalten, auch wenn mir angedroht wurde das ich alle meine Freunde verlieren würde, meine berufliche Existenz und mein Lebensqualitätsstandard sinken würde, irgendwie am Ende vom Lied meine Lieblingswortkombination dieses Jahr.

Und so machte ich in der WM Zeit im Sommer richtig Dampf. Ausflüge mit alten Freunden nach Brandenburg und zahlreiche Berlinexkursionen standen an. Zeitweise sollte ich für viele Tage am Stück fast nur noch die Nacht in meiner Wohnung verbringen. Schnell noch den WM Sieg gefeiert und dann ging es los in das größte Abenteuer des Jahres.

Ohne Vorahnung und Sprachkenntnisse reiste ich nach Tokio. Hierzu sei die eigene Tokio Abteilung zu empfehlen, es waren zu viele Eindrücke in 10 Tagen um es für den Jahresrückblick nochmal zu verdichten.

Auch Tokio konnte mir keine Energie rauben. Nach 20h Rückreisezeit und 9h Schlaf trat ich wieder pflichtgemäß meinen sinnlosen Labordienst an und die Wut in mir auszubrechen sollte auch im August nicht abklingen. Immer tiefer in den Clubdschungel hinein, zum tanzen sogar nach Brandenburg mit dem Auto.

Ein Zufall und eine gepflegte heterosexuelle Veranstaltung, sollten mich endgültig mit meinem Freund zusammen bringen. Doch was ich gleich äußerte waren meine Prioritäten, das Freunde und Hobbys wichtig sind, aber ich immer für ihn da bin, wenn er es braucht.

Der August brachte Pärchensonntage und verstärkten Einfluss von Hetero Freunden. An gemeinsamen Wochenenden fanden wir immer einen Kompromiss, es ist auch hier zu viel alles zu schreiben, ich habe einfach geliebt und gelebt, das irgendwann mal ein Freund zu mir sagt das meine Beziehung der perfekte Kompromiss ist, ohne alte Freunde zu verlieren ehrt mich sehr.

Eine verdammt lustige Zeit in der die Angebote nur so reinflatterten. Ich lief als Model im Schwuz und fand eine Perfektion meines Lebens in Indiaca. So füllte sich die Woche um 3 Sporttermine und einen gemeinsamen Tag mit meinem Freund. Wochenenden sowieso ausgebucht. Vollkommene reale Existenz und alles lief, wunderbar.

Viel gemeinsame Zeit, 2 intensive Monate aber Ende Oktober sollte die Stimmung kippen. Mit 19 Jahren noch nicht bereit für eine Beziehung, ein kurzer nicht nennenswerter Urlaub mit meinen Eltern in Teneriffa und dann die endgültige Trennung vom Freund und der Arbeit. Was für ein Doppelschlag, Angezählt wie beim Boxen, es half heftige Integrierung und der offene Umgang mit Freunden. Wie viele mir so eng stehen und Mut zu sprechen, das hat für Freudentränen gesorgt. Der verdiente Lohn für ein 3/4 Jahr intensive Arbeit an meinen sozialen Kompetenzen, die ich nie verlieren darf. Die Homsünde darf sich nicht zu intensiv in mir ausbreiten. Ein bisschen Sport im Verein, mal Club, mal ein Date und allerhöchstens einen Schwanz im Arsch oder auch mal den eigenen wo reinstecken, das muss reichen.

Ich bin ganz gut durch die dunkle Jahreszeit gekommen, habe Nächte mit Party verbracht und viele Freunde aus 2013 reaktiviert. Ganz nebenbei habe ich eine neuer Arbeit ab 1.2.2015, das lest ihr dann auch bald.  Wer mir nicht verziehen kann, dem sei es erlaubt. Darüber hinaus bin ich schwul integriert und habe keine Angst irgendwo hinzugehen.

Voller Vorfreude sind auch schon Pläne für 2015 geschmiedet. Ich bin selbst genau so gespannt wie ihr, das glaubt ihr gar nicht!

Trennung

Trennung ist gerade ein sehr wichtiges Wort für mich. Trennung ist schmerzhaft und bedeutet Freiheit. Noch sind die Eindrücke zu frisch und trotzdem wage ich mich an diesen Text.

Ich hatte es schon kurz angedeutet, aber kann es jetzt auch nochmal offiziell schreiben. Die Phase der Beziehung ist beendet, also ich bin getrennt. Es ist wie ein Schlag ins Gesicht, auch wenn es harmonisch war. Ob er sich nun von mir getrennt hat, oder ich von Ihm spielt keine Rolle. Mann und Mann möchten nicht mehr, der eine zu jung, der andere eingebunden in ein ekliges System von Arbeit.

Wo wir schon bei Trennung sind. Ich hatte es nie ehrlich genug in den Blog schreiben können, aber ich war mit meiner Arbeit einfach nicht zufrieden und es passte nicht zu mir und ich hatte nie die Eier in der Hose mal richtig was zu bewegen. Einfach gefangen in einem System von Lethargie, zwischen Dreck und Staub der Maschinen der 80er Jahre ist kein Platz für jemanden der frisch von der Uni kommt.

Und so war der Urlaub auch nur ein Lückenfüller, während die Firma schon fleißig meinen Abgang vorbereitete. Einen Tag war ich zurück, kaum was gemacht an meinem Arbeitsplatz und eine Ausschreibung für meinen eigenen Arbeitsplatz schon fertig. Anonym und heimlich wollte man das machen, aber ich habe ein wachsames Auge und einmal die Eier in der Hose mit offenen Karten zu sprechen. Warum die Ausschreibung hinter meinem Rücken? Warum keine Unterstützung mehr für mich. Und da fühlte man sich auf den Schlips getreten von jemand der neu ist vorgeführt zu bekommen was geplant ist. Zack wandert die Kündigung über den Tisch und bin frei.

Eine neue Freiheit mit der ich lernen muss zu leben. Zum Glück kann ich innerhalb von 1h mit der Antwort von 3 Freunden rechnen. Es reicht einfach das zu sagen. Dankeschön.

Das Ende der Coolheit

Es ist eine Krankheit, eine neumodische Erscheinung, ein Berlin Effekt, wahrscheinlich in Berlin ganz besonders gern ausgelebt.

Spießig bin ich gewesen und das ganz bewusst. Ich kann mit diesem Effekt nichts anfangen, eine Party auf 21 Uhr anzusetzen, aber sich dann selbst als cool einzustufen und erst nach 24 Uhr einzutrudeln. Gerade dann wenn der Gastgeber sich dabei etwas gedacht hat. Umgezogen ist man, einige Kisten wanderten quer durch Berlin, fleißige Hände wurden benötigt und gefunden und dann will man einfach nur mal Danke sagen.

„wir wollen hier kein megabesaeufnis feiern“ … „sondern nur nen supernetten abend mit euch verbringen.“ … „feedback faenden wir ganz gut, dann wissen wir, wie viel pizza wir machen muessen, oder was euer lieblingsgetraenk ist“

Ich war so nett gewesen meinen Getränkewunsch vorher mitzuteilen und eine Kleinigkeit an Knabberei beizusteuern. Die Zeit hatte ich im Kopf gespeichert und war tagsüber mit meinem Freund noch unterwegs. Ganz pünktlich auf die Minute haben wir es auch nicht geschafft aber immerhin in einem vertretbaren Rahmen von etwa 15 min Maximalverspätung sich zu bewegen ist absolut in Ordnung.

Die Gastgeber waren auch super vorbereitet. Die Getränke im Kühlschrank, die Pizza im Ofen. Startklar in etwa 21 Uhr, nicht so supergenau auf die Minute aber trotzdem alles perfekt. Das Licht gesetzt und die Wohnung eingeräumt.

Schnell ergibt sich eine nette Pärchenrunde, gesprochen werden ein paar allgemeine Dinge, Pläne werden geschmiedet und dann dieses gespannte Warten auf ein Klingeln. Weitere Gäste zur angegeben Zeit Fehlanzeige. Denn die, die noch kommen wollen, wollen cool sein. Vorher protzen sie im Chat wie sehr sie sich freuen würden auf diesen super Abend, aber kommen wollen sie ja nicht pünktlich, das würde ja spießig sein, Lieber schnürt man die Spannung auf die eigene Person noch ein wenig, schreibt wo man sich gerade befindet und das es ja hier so cool wäre, weil Festival und so. Kommen wird man gern noch aber gern ein paar Stunden später weil dann ist man sicher cool zu sein.

Leider nicht, denn das ist vorbei.

Es lebe die neue Pünktlichkeit, maximal 15 Minuten zu spät im Freundeskreis, alles andere wird wissentlich ignoriert.

Tanzen

Es wird immer mehr zum Lieblingshobby. Ich wusste schon immer das genau das in mir steckt. Manchmal muss ich diebisch lachen wenn der House Beat meinen Körper ergreift und ich durch die Wohnung flitze.

So dann auch am Wochenende. Der Auftakt im Schwuz ganz bewusst auf dem Indie Rockfloor. Gegen 1 Uhr war ich da die typische Berliner Zeit wo jede Party startet. Der ein oder andere Favorit Song versteckte sich im Set. Gut war es. Nicht mega genial aber die Momente des diebischen Lachens zu erzeugen ist nicht immer notwendig.

Samstag Nachmittag ein Ausflug nach Baruth in Brandenburg. House sollte es geben von mehreren DJ’s. Gut gemacht war die Location irgendwo zwischen Gartenkolonie und Feuerwehrhaus. An der Musik lag es nicht. Vielleicht eher an der Jugend, der Wärme aber am allermeisten wohl an der Uhrzeit. Und so tanzten um 17 Uhr nur eine handvoll Leute sehr individuell und das war auch schon wieder gut genug.

Abends die Propaganda. Etwas müde war ich schon. Der Elektrofloor wollte mich und andere nicht ganz mitziehen. Phasenweise witzig wenn es hart war. Zwischendurch tanzbar aber ohne eine Prise die einen nach vorn treibt.

Popfloor gut aber irgendwie wollte ich das gerade nicht hören. Schluss um 4.

Hier noch eine Bilderkiste. Asiatische Nudel Suppe mit eingelegter Ingwerbeilage.

Wir werden Freunde

Der Blog liegt mir so am Herzen, weißt du.

Es ist wohl über ein Jahr her, da war ich fast der Star. Spezialisiert auf Indie Music, gay Outfits und einer Neigung zur Selbstliebe. Sich zu präsentieren, das waren Kerngedanken in mir. Verloren hatte ich diese Sicherheit, zu Boden gefallen von jemandem der dominanter ausdrückte was richtig und was falsch sei.

Wo ich gewesen sei, es wäre doch immer so lustig mit mir gewesen. Dieser Humor, diese leichte soziale Ungeschicktheit, das war doch spaßig. Spaßig möchte ich nicht sein, das war früher, ein trauriger Charakter. Daraus resultiert auch diese soziale Ungeschicktheit, verzeiht mir, ich habe das nie richtig gelernt. In mir wohnt ein kreatives Chaos und ich kann genau das in diesen Momenten nach außen kehren. Und trotzdem bin ich pedant und geplant. Ich könnte meine Erlebnisse vom Wochenende aufreihen, aber das ist gähn.

Gewandelt hat sich natürlich einiges. So richtig Indie bin ich nicht mehr, vielleicht atmet die Szene gerade auch durch oder ich mag es extremer. Elektronisch muss es sein, Progressive, gern House oder so richtige OSTBLOCKSCHLAMPEN Musik zum ausrasten, tanzen schubsen, Spaß haben. Ich tauche so gern ab in diese Welt und ich lasse euch so gern teilhaben.

Zwergen Aufstand

This is, what are you wating for

Angekündigt wurden mir reichlich feine Dinge. Berufliche Konsequenzen sollte es haben, den Kontakt zu all meinen Freunden würde ich verlieren und ganz nebenbei würde mein Lebensqualitätsstandard sinken. Schon allein für das Wort hast du einen Preis vedient.
Ich schaue mich mal um.

Beruflich läuft s ganz normal für mich, ganz vage gesagt gibt es Aufstiegsschancen oder Möglichkeiten zur Veränderung für mich. Ich gehe einer geregelten 40h Woche nach, und mache das für was ich mich qualifiziert habe. Hat wohl nicht ganz geklappt oder?

All meine Freunde sollte ich verlieren. Nun wie ist das möglich. Ich schaffe es an einem Freitag Abend meine 2 engsten Freunde zu treffen, einen weiteren guten auch und habe nebenbei noch kontakt zu 5-10 weiteren. Ich bin zu jedem freundlich und nehme mir Zeit für ein Gespräch, die üblichen Fragen. Mein Zeitmanagement ist perfekt, alles klärt sich in wenigen Worten. Hat wohl nicht ganz geklappt oder?

Mein Lebensqualitätsstandard sollte sinken. Noch einmal. Ich liebe dieses Wort. Ich sehe mich um und sehe das ich meine eigene Wohnung finanzieren kann. Ich besitze alles was ich brauche, gefüllt vom einfachen Expedit Regal, bis hin zu besonderen Stücken. Vielleich herrscht hier ein etwas kreatives Chaos, aber jeder der zu Besuch kommt ist erfreut über meinen Stil und die Art der Gastfreundschaft.

Und du? Von dir hat man ja schon länger nichts gehört. Probst wohl gerade den Zwergenaufstand. Verschanzt dich hinter deinem Chat und glaubst über alles bestimmen zu können. Freundschaft ist aber kein Puppentheater, wo man seine Puppen rausholt wenn man gerade mal mit ihnen spielen mag. Du ziehst da an den falschen Fäden, das ist jedem den ich frage bewusst. So bleibt nur zu sagen, ich wünsche dir von Herz zu Herz das es doch für dich einmal besser laufen mag.

Ein verlorenes Wochenende

Ich mag mich. Ich mag die Stille. Ich mag das Laute. Ich mag meine Ordnung und dich mag es nicht wenn man in diese eindringt. Natürlich habe ich die Zeit und könnte jeden Keks in eine Dose packen, jedes Handtuch falten oder mehr Sauberkeit halten. Aber ich muss auch sagen, dass ich meinen nicht ganz so pedanten Lebensstil mag. Ordnung hat für mich eine andere Priorität. Ich habe die Dinge gern griffbereit, unverpackt und neige dazu zu benutzen.

Es ist ja auch so dass selten jemand zu Besuch kommt und ich mag es auch nicht sich zu verstellen. Solang die Toilette sauber ist, der Stuhl freigeräumt ist und ich sauberes Geschirr anbieten kann ist alles gut, Das andere kann man auch mal übersehen und ich weiß sowieso von Besuchen in anderen Wohnungen das es selten besser ist.
Verloren habe ich dieses Wochenende, weil jemand meinte Ordnung halten zu müssen, es zu perfektionieren und Systeme zu verändern. Ein Eindringen in meine Privatsphäre da werde ich auch gern laut und giftig.

Okay gut ich habe akzeptiert und werde auch etwas daraus lernen. Wer mich vermisst hat muss sich selbst die Frage stellen warum er nicht mal nach mir gefragt hat und ab Montag bin ich wieder da wo ich hingehöre. Nicht zu Hause sondern unterwegs.

Früher war mehr offline

Viel passiert ist in den letzten Tagen nicht. Alles ist sauber, ordentlich und vorbereitet. Fast möchte ich schreien, ab morgen bin ich offline. Na ja fast. Ich werde meinen Rhythmus umstellen. Aufstehen um 5:30 Uhr. Arbeitsbeginn 7 Uhr. Feierabend 16 Uhr. Erreichbarkeit nicht vorhanden, warum auch?

Für mich ist es besser, ein logischer Schritt nach einem Arbeitssuche und Veränderung wird damit einkehren. Ich freue mich darauf nicht mehr die Zeit totschlagen zu müssen oder ständig erreichbar zu sein. Mein Leben wird straffer organisiert sein, darin bin ich ja sowieso perfekt.

Auch für die Freizeit danach gibt es konkrete Hobbys und Pläne.
Schön ist es trotzdem Freunde zu haben, denen eine Nachricht freut oder die meine Leben mit mir teilen. Es wird alles knapper werden, aber nicht unmöglich.

Phase 2 ist damit überwunden. Phase 3 heißt Neuanfang und Aufbruch zu neuen und alten Ufern.

Als ich ausging ahnte ich den Ausgang

Ein Samstag im November. Genau so grau wie er in jedem Gedichtband beschrieben wird.
Schon der Start in den Tag war äh. Mit meiner Gastfamilie wo ich zur Untermiete wohne zog sich das Frühstück wieder fast bis 11 Uhr hin. Der verspätete Vormittag verlief unspektakulär. Ich pendelte zwischen PC und etwas Hausarbeit. Gleichzeitig warte ich auf eine SMS, vergebens, ich hatte bereits geahnt, dass sich derjenige nicht trauen würde. Verspätet dann das Mittag essen. Frikassee vom Vortag, Kartoffeln und Salat wieder zusammen. Ich befürchtete schon dass die nächsten Stunden in weitere Langeweile enden würden.

Doch plötzlich klingelt das Telefon. Ein Freund auf den bisher immer Verlass war braucht Hilfe beim Umzug. Endlich bin ich in Action. Schnell organisiere ich noch einen weiteren Helfer und schon 10 min später fahre ich los. Es wird ein toller Nachmittag. Wir tragen Möbel bis in die 4. Etage, das Gefühl zu helfen tut gerade jetzt richtig gut. Zum Abendessen gibt es einen Burger und es steht die Frage. Wie weiter?

Ich wechsel das Oberteil, aus altmodischem T Shirt wird ein Hemd und gehe zu einer Single Party. Natürlich sitze ich da erstmal allein und rühre in meinem Milchkaffee. Es dauert seine Zeit doch dann komme ich zufällig in Kontakt. Die ersten Zweifel weichen und schon bald setze ich mich um. Freundschaftliche Gespräche. Man lädt mich ein auf ein Getränk und zum Essen, ich koste mich durch Chili Con Carne, Sushi, Kartoffelsalat und Kuchen, Irgendwann ist es 1 Uhr. Die Runde löst sich langsam auf. Mir wird noch ein Stück Tiramisu angeboten.
Ich habe an diesem Abend keinen Traumprinzen gefunden, aber mir erneut bewiesen das es viel besser ist auszugehen anstatt zu Hause zu bleiben.

Jetzt ist die schönste Zeit

Nicht unbedingt wegen der Fußball EM. Was 22 Mann auf dem Rasen treiben sollte nicht wichtiger sein als das eigene Leben.

Der Wochenstart noch etwas träger. Ich fühlte mich fast krank und antriebslos. Gut das mit dem Tischtennistraining gleich ein regelmäßiger Termin mich in Schwung brachte.
Einen Tag später der eigene Antrieb. Ich mag es Menschen zu treffen, um zu kommunizieren. Vielleicht war uns beiden von Anfang an klar das es keinen ernsteren Hintergrund hat, aber allein der Austausch zwischen 2 Welten, war interessant genug.

Und plötzlich war sie da diese innere Aufruhr. Eine Fahrradtour, Kontakt mit Freunden, gutes essen, alles steigerte sich, da ist sie, die schöne Zeit von der ich spreche.

Und so steht plötzlich das Wochenende vor der Tür. Eintauchen in die Berliner Clubszene. Springen, tanzen schwitzen und das bis es hell wird.

Samstag ein kleiner Schreck. Wieder mit dem Fahrrad unterwegs, eine glatte Kante und eine Unachtsamkeit und schon liege ich auf der Fahrbahn. Im ersten Moment scheint nicht viel passiert zu sein, aber später in der S Bahn bemerke ich Blut am Hosenbein und sehe das ich das Knie aufgeschlagen habe. Ich falle, ein Moment wo ich merke es fehlt mir jemand an meiner Seite der mich tröstet oder wenn ich nach Hause komme.

Gut das meine Gastfamilie für mich da ist. Ich bekomme Abendessen, ein Flüssigpflaster und bin schneller fit als gedacht. Keine blöden Fragen oder mahnende Worte. Schneller als gedacht und ich habe schon wieder Lust.

Und so zieht es mich auch an diesem Abend zum tanzen. Zur Popkicker Party ins Schwuz. Ich mag diese Party, ich mag diesen Ort und allein die Tatsache das ich diesen Ort allein betrete ist mutig. Ich bin präsent, spiele Tischtennis, beobachte, sehe bekannte Gesichter und werde bestimmt auch beobachtet. Doch es passiert wenig. Einmal treffen sich Augenpaare, doch diese verschwinden bald. Ich versuche es, doch am Ende steht keine Antwort.

Ich wüsste auch nicht sofort wie diese aussehen würde, aber ich glaube anders als am Sonntag allein seinen Eisbecher zu essen.

My friend <3

Flackern der Lichter in unseren Gesichtern

10.4
Es ist erst 5 vor 12.
Der Mondschein wirft ein Schattenspiel an meine Wand. Ich war gerade am einschlafen und das was ich da als Blumenmuster geträumt habe, ist nur ein Schatten eines Astes.
Ich bin hellwach und irre im Zimmer umher. Geht es jetzt zu Ende?
Ein Blogeintrag über den Tod? Ach quatsch!
5 nach 12. Die ersten Gratulationen zum Geburtstag trudeln über facebook ein. Ich fühle mich virtuell akzeptiert. Ich trudel ins Bett. Für einen Moment schrecklich allein, daran habe ich mich gewöhnt. 5 min Gänsehaut und dann bin ich eingeschlafen.

Am Morgen. Ich sitze allein am Frühstückstisch. Meine Vermieterin ist gedankenverloren in der Küche. Sie hat meinen Geburtstag vergessen. Erst nach einer kleinen Erinnerung gratuliert sie mir herzlich.

In der Firma sitze ich im Büro. Mir gratuliert niemand. Diplom- oder Diplomarbeiten scheinen wichtiger als Zwischenmenschliches. Nach einer Erinnerung gratuliert man.
Da sind andere Abteilungen aber wesentlich netter. Manche fallen mir fast um den Hals. Hier herrscht noch Leben.

Wirklich angekommen bin ich aber erst nach Feierabend. Ich bin noch nie mit einem Freund mit einem Regionalexpress zum essen gefahren. Das wird unvergessen bleiben. Bei traditionellem vietnamesischen essen begrüßen mich Freunde, egal ob lässig gestylt oder im Anzug.

Es ist schön, so soll es zu Ende und weitergehen.

Überfluss

Die Schlange am Dönerstand am Mehringdamm ist nachts um halb 1 länger, als die auf dem Platz der Annoncenuhr in Werdau um halb 1 Mittags.
Der Nachtbus in Neukölln ist nachts um 1 voller als die Stadtlinie in Werdau, Mittags um 1.
An der Disko reißt die Schlange nicht ab und Wartezeiten von 1-2h sind normal. In Werdau geht man nach 2h in der Disko manchmal wieder.

In Berlin zu leben heißt ständigen Überfluss zu konsumieren. Ob das gut ist darüber diskutieren wir in der Schlange am Dönerstand. Irgendwann lernt man das ganze nicht mehr zu schätzen, so die einheitliche Aussage am Ende.

Da ist es doch gut zu wissen, das es einen Sonntag gibt. Jeder entspannt auf seine eigene Weise und fährt sich einmal herunter. Ein Freund sendet ein Foto vom Tegeler See, ich weiß es geht ihm gut, er hat die letzte Nacht zusammen mit mir gut überstanden.

Schhneespuren

Der Winter geht langsam in seine sibirische Heimat zurück und was zurück bleibt ist ein brauner Teppich aus Matsch. Was haben wir in diesem Winter für Spuren hinterlassen auf unserem Weg zur Arbeit, zu Freunden, in den Club oder wieder nach Hause. Und jetzt also alles wieder weg.

Da muss man doch einmal darüber nachdenken was wir für Spuren diesen Winter hinterlassen haben.
Viel war von Protest geprägt. Für oder gegen Internet. Für oder gegen Nazis. Für oder gegen.

Wofür bin ich eigentlich?

Ich habe mich nicht immer ganz korrekt, der Regeln entsprechend verhalten. Spontan ja, aber auch manchmal über das Ziel hinausgeschossen. Belehrt trenne ich mich von Dingen und lasse gleichzeitig neue entstehen.

Zwischen wildem Drang und unbedingtem Herausgehen und häuslicher Liebe. So schaut es aus.