Jetzt

Jetzt ist ein Text zwischen aufbrausender Euphorie und ernsten Gedanken, irgendwo Entstanden im Dunstkreis zwischen Himmel und Meer.
Das ist also die schönste Zeit des Jahres, darauf habe ich gewartet und vorher verzichtet.
Bin 7 Monate durchgerannt und habe selten geruht. Ich wollte immer machen, selbst in der höchsten Phase von Kontakt und sozialen Beschränkungen.
Ich habe gesucht und gefunden, rare wilde Geschichten, Stunden im Sand und auf der Couch die Gedanken fließen lassen.
Die ersten Zeilen Hämmer ich in den Notizblock während das Flugzeug mich im Landeanflug in den Sitz presst.
3h lang gefangen in mir selbst, gelesen, still geredet und über schöne und traurige Dinge philosophiert.
Gleich bin ich frei, die schönste Zeit heißt Standort verändern, Koffer packen, Freunde, Philosophen, Glück und Streit einpacken und einfach mal raus aus Alltag, Stadt und Hitzeglocke.
Ich werde immer hier wenn ich fühle, schreiben für den schönsten Text der Welt nach langer Urlaubspause.
Und noch bevor ich richtig anfange zu schreiben packe ich hier etwas rein, was ich gefunden habe auf dem Rückflug, in Zeilen aus einem Reiseführer aus Kreta.
Ich hoffe nichts, ich fürchte nichts, ich bin frei.
Hitze im Gepäck, da wandern sie nun, quer durch Landschaft aus Olivenhainen, zwischen Grillen die zirpen, bei ernsten Gesprächen bis zum Bäckerbrot.
Darauf habe ich mich also eingelassen, auf Langsamkeit, wenn der Tag erst um 10 beginnt, nichts mit 5 Städten in 7 Tagen, Dichtheit und vielen Terminen, eher weites, unbewohntes karges Land, unterbrochen von Tavernen und Shops Shops für Touristen.
Und so starten wir los, Ausflüge zu Lidl und quer durchs Land, zum Strand und in die Stadt hinein, das Auto ist zu und immer ein Pokémon im Gepäck. Erst nach der Kaffeestunde werden wir so richtig wach, immer auf der Suche nach gehorsam.
Wir waschen die Sorgen ab in einem rosa Bad und stauben ein bei einer Tour auf dem Quad. Etwas Kultur kommt auch nicht zu kurz, zwischen Brunnen, Moschee und orthodoxen Christen im Gebet steht ein Junge in Regenbogensocken. Ich bin jetzt offiziell schwul, mit neuem Rucksack auf dem Rücken geht es bald schon wieder nach Hause, noch einmal quer durchs Land, letzter Tavernen Stopp bei Risotto und kaltem Hund, dann hebt er ab, der Flieger und ich möchte schon bald wieder frei sein.

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