Das Wort Arbeit kommt darin definitiv nicht vor. Du kannst keinen schlechten Tag auf Arbeit haben, wenn du einfach nicht hingehst. Besser ist es natürlich noch einfach keine Arbeit zu haben und sich die Zeit frei einteilen zu dürfen.
Worte können nicht beschreiben wie golden und schön dieser Oktober glänzt. Wenn man plötzlich ganz andere Dinge macht als früher, sei es beim Zeitungsstudium in der Bibliothek, langen Spaziergängen durch raschelende Blätter oder wenn man einfach 30 Minuten im Milchreis rührt um danach ein Gericht zu verspeisen das einem fast die Tränen kommen.
Gerade genieße ich den sonntäglichen Komorebi, dieses faszinierende Phänomen, bei dem die Sonnenstrahlen gefiltert werden und auf dem Boden ein sich ständig bewegendes Muster aus Lichtflecken und Schatten entsteht. Der Wind, der die Blätter bewegt, verstärkt diesen Effekt des Lichts, das durch die Bäume dringt.
Ja es war wirklich eine perfekte Woche. Ich habe ausnahmslos jeden Tag soziale Kontakte gepflegt und das in einer Phase wo ich bestimmte Dinge ein letztes Mal mache. Die letzte Umarmung in der Straßenbahn nach einem Ausflug in das Dong Xuan Center, ein lebhafter und trubeliger Asiatischer Großmarkt, eine Welt in die ich demnächst noch tiefer eintauchen werde.
Ich kann gar nicht glauben wie schnell die Zeit verfliegt, wenn wir Abends fremde Inseln besiedeln und uns zanken, die Würfel rollen und die Hexen tanzen lassen und wenn ich dann nachts im Bett liege und in ein Selbstgespräch und tiefe Analyse mit mir selbst gehe, da geht es immer um die Struktur der Woche und was mir wichtig ist, um fixe Ideen die ich habe und wieder verwerfe.
Was schon immer war und bleiben wird das ich mich mindestens 2x in der Woche auf dem Platz schinden werde, bei der schnellsten Ballsportart der Welt, weil es viel mehr ist als das, herzliche Kontakte und lustige Geschichten und echtes Vereinsleben und das sogar in einem ganz wichtigen Schutzraum.
Das wichtigste ist das ich keine Ängste mehr habe, das ist wenn ich die Seite vom Kapitel um ein Jahr auf den letzten Sommer oder Herbst zurückblättere nämlich nicht ganz so selbstverständlich. Da gab es etwas was mein Ökosystem gestört hat und ich bin mir mittlerweile sicher das es etwas mit dem bösen Wort Arbeit zu tun hatte, das es da irgendeine:n Kolleg:in, einen Ort, Prozess, Über- oder Unterforderung gab das mich aus dem Gleichgewicht gebracht hat.
Den wichtigsten Satz habe ich diese Woche witzigerweise in einem Moment gehört wo ich diesen nicht erwartet hätte. Gerade an einem Ort wo es eher technisch und steril zu geht wird es plötzlich ungewohnt emotional. Wissen Sie eigentlich geht das alles ich habe in meinem Leben auch schon 4 Monate mit meinem Mann nur aus 2 Rucksäcken gelebt und die Zahnbürste haben wir uns geteilt. Wenn Sie genug Rücklagen haben müssen sie doch auch sofort nicht wieder arbeiten. Und so bin ich nach Hause gefahren und habe mir überlegt, in unserer Gesellschaft ist die Maßeinheit für Erfolg oft Geld und Zeit, andere streamen schon ich spiele noch die Kassette ab, ich habe nie wirklich auf Pause gedrückt aber gerade mache ich eine.
