Man sagt ja man soll von jeder Reise etwas mitbringen. Die letzte Reise, 7 Tage lang von Hamburg nach Kiel entlang der Küste von Südnorwegen brachte viele neue Gedanken mit sich. Ich hatte mir vorgenommen alles deutlich langsamer zu erleben als zuvor und so bin ich schon am ersten Tag in der Hamburger Kunsthalle auf und ab gelaufen um am Ende dann exakt nur 1 Foto mit einer analogen Kamera zu machen lassen, im Laufe der Reise sollten wenige weitere Folgen.
Der letzte Text liegt nun tatsächlich schon eine beträchtliche Zeit zurück. Es geht tatsächlich alles etwas langsamer gerade, nach Freistellung und Planung bewusster Arbeitslosigkeit und großen Reisen sind die Gedanken nun wieder so rein das ich auch mal etwas zu Papier bringen kann, wobei das mit dem Papier ist ja auch so eine Sache für sich, den bei einem Blog im Internet handelt es sich am Ende immer nur um ein digitales Produkt. Gerade in dieser Zeit entdecke ich immer mehr das analoge für mich, die Kiste mit Erinnerungen unter meinem Bett sammelt Erinnerungen seit gut 9 Jahren begonnen irgendwo zwischen Wohnungswechsel und Beziehung hat sich da eine schöne Sammlung aufgebaut. Letztens bin ich durch die Abteilung mit den Schreibgeräten geschlichen und habe mir überlegt, wer schreibt heute eigentlich noch auf Papier. Experten warnen ja schon davor das die Generation Z eine ganz grundlegende Fähigkeit die die Menschheit schon seit tausenden von Jahren besitzt nach und nach verliert. Ganz ausgegoren ist die Sache noch nicht, was ich mir aber vorgenommen habe ist das ich einen bestimmten Zeitraum in den nächsten Monaten ganz intensiv und analog rein handschriftlich begleiten werden, das daraus ein ganzer Ordner wird und nach und nach eine zweite Kiste mit Erinnerung wächst.
Zurück zum Stuhl, den hatte ich ja in Oslo in einem Café gesehen, ein ganz modernes Designobjekt so das ich Anfangs gar nicht wusste, ist das jetzt zum sitzen oder knien, ganz intuitiv habe ich mich für knien entschieden und gemerkt es kippelt und es wackelt, es hält in Bewegung, ist so minimalistisch und reduziert das es richtig Spaß macht sich immer wieder hin zu setzen oder doch zu knien. Keine 10 min später habe ich gedanklich mein Schlafzimmer umgebaut mit der festen Überzeugung eine Lounge Ecke einzufügen, kaum zu Hause habe ich mehrfach das Bett gedreht, Kästen sortiert und Möbel gerückt nur um dann nach 2 gescheiterten Anläufen wieder da anzukommen wo ich seit 8,5 Jahren bin. Das mit dem Kniestuhl und der Lounge Ecke hat sich also erledigt, aber von diesen Gedanken das es kippelt und wackelt konnte ich mich dann doch nicht lösen. Also habe ich ein Sitz und Kunst Geschäft im Berliner Westen aufgesucht um einen Stuhl, der Form und Funktion in Balance bringt und mich dazu einlädt, mich während des Sitzens zu bewegen. Und da habe ich Ihn gefunden den perfekten Stuhl, kein Einzelstück, aber auch kein Massenprodukt, eine ganz bewusste Entscheidung für einen Stuhl um eine neue Dimension in das Zentrum meines Zuhauses zu bringen. Sozialisieren, essen, kreieren, spielen, arbeiten und unterhalten, all das ist mein neuer Designer Stuhl. Hallo Varier Social red!
