Ein altes Sprichwort sagt, Schneid alte Zöpfe ab, Fang neues an. Sprichwort in den Mund genommen und drüber nachgedacht. Die Haare waren zu lang, irgendwas von radikal kurz hatte ich gefaselt, wieder nicht eingehalten doch immerhin ein bisschen anders als letztes Jahr, Pony jetzt nun seitlich und neues blond so klingen die ersten Worte Zwanzig Zweiundzwanzig.
Ich hatte wirklich genug Zeit darüber nachzudenken und zusammenzutragen was Zwanzig Einundzwanzig alles war. Aber da ist keiner dieser Einzelmomente nachhaltig im Gedächtnis geblieben als das ich tausend Worte drüber schreib. Dann doch lieber Quarantäne vibes. Ich komme natürlich nicht drum herum darüber zu schreiben, irgendwie ist es doch ganz ungewollt das ganz große Ding Ende des Jahres gewesen. Anfangs dachte ich ein – zwei schlechte Tage sind ganz normal in einer Zeit mit einer Mischung aus Regen & Schnee, gehüllt in viel Dunkelheit, doch dann wurde ich doch ein bisschen nachdenklich, die Corona WarnApp blinkte rot und erinnerte mich an das Risiko zwischen Kneipenquiz & Bowlinggruppe. Zwei nachdenkliche Nächte, etwas Gliederschmerz zwischendurch, zwischen Schnelltest negativ und positiv, irgendwo Gedanken von allein und schön dann fällt Weihnachten ja tatsächlich aus. Dann das Ergebnis rot auf weiß in großen Buchstaben steht da, positiver Befund, da muss man sich erstmal setzen, das Leben aus der Vergangenheit überdenken und 14 Tage Quarantäne Regeln. Durchgestanden habe ich es, mit einem Rhythmus aus Schlaf, TV, Playstation, Essen bestellen, Lebensmittel liefern lassen, kochen und sogar ein Buch habe ich gelesen. Anfangs war es die schönste Zeit meines Lebens mal so vollkommen frei und entspannt, zum Ende hin hatte ich 1-2 genervte Tage aber irgendwie war dann doch alles wieder gut.
Und so ist es dann auch gekommen zwischen den Jahren das ich doch endlich mal auf einen Rat gehört habe. 10h später, einigen tränenreichen Momenten später kann ich sagen, ich liebe mich so wie ich bin, versuche immer das toxische Gift um mich herum so gut wie es geht auszusortieren, auch wenn man es nie jedem recht machen kann, ich habe mich aktuell und schon seit Ende 2017 für einen Weg allein entschieden. Allein ist nicht einsam, ich habe ein Netzwerk gesponnen vom einfachen Treff für Restaurant oder Bar bis zur ganz großen 14-tägigen Kreuzfahrt Reise und ich weiß es funktioniert und wird immer weiter funktionieren. Neue Ideen basieren manchmal auf alten Gedanken und gerade habe ich gar keine davon, komisch, aber es ist immer diese Zeit am Anfang eines Zyklus und neuen Jahres. Ich bleibe einfach still und genieße die Zeit.
