Eiskalt

Ich bin mal wieder durchgeprügelt durch die Woche, eiskalt im Herzen und von den Temperaturen her sowieso.

Da war dieser kurze Moment am Montag Abend. Soll ich oder soll ich nicht zum Badminton gehen, doch kaum ist die Frage gestellt, bin ich auch schon wieder im Rhythmus, telefonieren, kurz essen und dann weiter zum Sport. Ein lustiger Abend, wie immer sportlich wertvoll und am Ende besonders lustig, bei Reiswaffel und diesmal fliegen wir auch nicht bei Edeka raus weil wir zu laut unsere schwulen Witze reißen.

Der Wind schneidet eisig durch die Straßen der Großstadt, die Finger frieren bald ab und doch bin ich da wo ich gehöre, draußen auf der Suche nach einem neuen Rucksack, Begleiter für den Alltag, neumodisch auch Daypack genannt. Eine erste Idee in der komplexen Suche zwischen Form, Funktion und Design endet im Schneidersitz und koreanischen Köstlichkeiten.

Verwunderlich das ich schon einen Tag später eine Entscheidung treffen kann, das bin gar nicht ich, der so eine Aufgabenstellung eigentlich bis ins kleinste Detail durchleuchtet, aber das ist jetzt auch so eine Angewohnheit, Dinge noch schneller zu entscheiden, oberflächlicher, das Leben in Hochgeschwindigkeit sozusagen. Und so schaukelt sich der Mittwoch zum perfekten Tag auf, bei Wiener Schnitzel und später mit 2 Freunden im Dampf. Nur ein kleines Detail stört als ich nachts den heiligen Tempel der Untriebigkeit wieder verlasse, eine falsche Handbewegung, eine Unachtsamkeit und dann passiert das was in 7 Jahren nicht passiert, ein Diebstahl passiert und mich juckt es irgendwie kaum. Der Gegenstand schlechthin dem wir mehr Berührungen am Tag widmen als unseren Partnern einfach so weg. Nicht einmal 24h dauert es da habe ich schon wieder Ersatz besorgt und eine neue Marke dazu auch noch, das zeigt doch wie wenig emotionale Bindung ich doch aufbauen kann.

Ganz so spurlos geht es dann doch nicht an mir vorbei, in mir brodelt es gewaltig muss ich doch alles neu aufsetzen und gleichzeitig überlegen was davon notwendig ist. Einige Tage lang habe ich damit gekämpft, die große Revolution ist es nicht geworden, ist aber auch nicht notwendig, denn wir sind im März und damit lohnt es sich erstmals einen Monat weiter zu schielen. Eine großartige Idee die ich wochenlang mit mir runtrug und gut verheimlichen konnte, feste Zusagen von Freunden, sind genug Vorbereitung für einen Tag an dem ich nicht nur das Jahr sondern gleich ein ganzes Jahrzehnt wechseln werde und damit steht auch eine wirkliche große Veränderung an von der keiner weiß. Sowieso habe ich seit einigen Tagen ein komisches Gefühl in mir, es scheint so als ist nach 29 verdorbenen Jahren doch noch nicht alles verloren. Ich denke über Dinge nach die so nie waren und vielleicht muss man erst 30 werden um am vermeintlich richtigen Ufer zu schwimmen.

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