Ein schwerer gang

Ihr wisst ja, ein romantischer Till Schweiger Film sollte es werden, aber nachdem ich das Skript bis zu Ende gelesen habe, muss ich euch leider sagen, ein Happy end wird es dieses Jahr nicht mehr geben.

Nach der doch etwas peinlichen Ansprache und Zettelübergabe bin ich erstmal geflohen, doch jede Reise hat auch ihr Ende und ich habe mich schon sehr früh damit auseinandergesetzt, wie es wohl sein wird Dienstags wieder in der Kantine zu sitzen.

Noch etwas geschwächt von der über 5 stündigen Flugreise und einer unruhigen Nacht sollte Dienstag die Zeit schnell vergehen. Mit dem Kollegen an der Labormaschine arbeiten, heißt auch beim Mittag etwas flexibel zu sein, da kam es mir ganz gelegen das ich schon um 11:45 Uhr in der Kantine saß. Der Couscous zu trocken, meine Stimmung schlecht und kommen sollte besagte Person auch nicht.

Am nächsten Tag ein erstes Aufeinandertreffen, ich am Scherzen mit Kollegen, er stolziert vorbei, ein grinsender Blick, irgendwas war das doch. Noch eine Chance am nächsten Tag, diesmal ein langes aus der Ferne Mustern von ihm, dass da noch was offen ist, ist so klar wie die Kloßbrühe die zu Hause serviert wird. Fortsetzung erst 2018.

Und plötzlich stehst du mit deiner Reisetasche am Hauptbahnhof und fährst nach. Ich sage jetzt bewusst nicht das Wort was jeder erwarten würde. Ich fahre nach W., der Ort an dem meine Jugend und Seele verbrannt wurden, nur ganz bestimmten Leuten, eigentlich nur einem ist es zu verdanken das ich irgendwann die verbrannten Reste aufgekehrt habe, um sie vor 6 Jahren in Berlin neu einzupflanzen.

Ich habe das Beste aus der Zeit in Werdau gemacht. Erstmal Kopf ausschalten, das hilft einigermaßen schadlos die zu erwartende Trostlosigkeit zu überstehen. Profis kennen die Weihnachtsgeschichte ja, mit dem immer gleichen Ablauf und dem Aal der am Ende auf dem Kamin liegt. Es sollte diesmal nahezu identisch sein, bis auf den Aal der gar nicht erst gekauft wurde. Eingestreut wurden diesmal ein extrem leckeres italienisches Abendessen in Zwickau, etwas Indie Kultur fast schon nachts, kurzes Verweilen in der Kirche und ein Überraschungsfilm im Kino.

So gesehen war es am Ende doch ganz nett, trotzdem rumoren Gedanken in mir es mal ganz anders zu machen, flüchten in den Urlaub ist ein Lösung, auch mal alleine feiern keine Schande, so ganz klassisch mit Weihnachtsbaum und so. Wenn ich das Leben nach meiner Auffassung in Drittel einteilen dann bin ich jetzt am wirklich ersten großen Wendepunkt. Ich habe zwar keine Familie gegründet, aber eine feste Arbeit, Wohnung, Freunde und ganz besonders mich selbst gefunden,  Zeit also anders zu denken und 2018 ganz andere Farben zu geben, ihr werdet schon sehen.

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