Auszeit in Sachsen

Am Sonntag um 10 Uhr fuhren ich und 2 Mitfahrer nach Sachsen. Der Beginn der Reise war eher ruhig. Wer Berlin verlässt, der sucht tendenziell Ruhe und Entspannung. So war es auch bei mir und meinen Mitfahrern. Einer wollte auf einen Geburtstag und noch ein paar Tage in der Sächsischen Schweiz anhängen. Der Andere wollte seine Eltern und Schwester besuchen und ein paar freie Tage für die Familie nutzen.

Ab Dresden waren wir zu zweit im Auto. Das Gespräch wurde lebhafter. Es ging um den groben Lebenslauf und Gründe warum man Sachsen verlässt. Schnell waren wir einer Meinung. Job mäßig bietet die Region keine attraktiven Angebote, kulturell noch weniger.

Zu Hause angekommen verfiel ich schnell in den sächsischen Rhythmus. Nach der Nudelsuppe ruhte ich mich auf dem Sofa aus und sah seit Wochen wieder bewusst fern. Danach ging es in den Garten zu Oma & Opa. Es gab Kaffee und Kuchen, wir redeten das Nötigste und ich entspannte.
Zum Abendessen war ich zurück bei den Eltern. Es gab Steaks vom Grill, Salat und Beilagen. Mein Vati präsentierte sich überrascht über die reichhaltige Auswahl. Das Abendessen hatte einen leicht künstlichen Charakter.

Der nächste Tag startete dynamisch. Gemeinsam mit meinem Vati wechselte ich die Reifen an meinem Auto und sorgte für Ordnung. Es ging weiter in die Stadt. Wir erledigten ein paar Dinge und brachten meinen PKW noch in die Werkstatt. Pünktlich um halb 12 waren wir dann beim Mittagessen bei meiner Oma. Die Anfangszeit lest ihr nochmal, ja, ich habe wirklich um diese Zeit gegessen.

Am späteren Nachmittag ging ich mit meiner Mutti auf den Friedhof und unternahm einen Spaziergang durch den benachbarten Park. Wir aßen noch ein Eis auf dem Marktplatz. Eigentlich hatte ich mich mit einer Freundin verabredet bin aber versetzt worden. Insgesamt bin ich sehr enttäuscht von der Verabredungsfreudigkeit meiner ehemaligen Freunde. Von 3 Anfragen blieb eine komplett unbeantwortet, die andere wurde berechtigterweise abgesagt und einmal bin ich wie gesagt versetzt worden.

Ich nutze den weiteren Nachmittag für einen weiteren Besuch bei Verwandten und ließ den Tag zu Hause ausklingen.
Für den letzten Tag zu Hause hatte ich mir nichts Spezielles vorgenommen. Ich hoffte ein wenig auf die Spontanität meiner Mitmenschen wurde aber enttäuscht. So verging der Tag am Fernseher, Computer und mit Bewerbungen. Es gab noch etwas Gutes zu essen, einen letzten Besuch bei der Oma und die Erkenntnis, dass alles wie früher war.

Den letzten Tag nutze ich für einen gemeinsamen Ausflug mit meinen Eltern nach Dresden, eine nette Zwischenstation auf dem Rückweg nach Berlin.